D S Shltal Landschaft im Grenzraum Nordostbelgiens AN LAW! ann TUE US WE SZ % FD W WA ZT TED NAWARWAI// FE ZZ KR! G PA IE PD a ih A N D ———— „S—_- ET a ANNE — NA KE - NN / ke HESS UN Im — SZ AS N ASS AN M 5. 10 ME NN SE ME NE ee ee CE SE SSR as EEE EN As an ER A ZEITSCHRIFT DER VEREINIGUNG FÜR KULTUR, HEIMATKUNDE UND GESCHICHTE IM GÖHLTAL Nr. 66 — Februar 2000
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Im Göhltal ZEITSCHRIFT DER VEREINIGUNG FÜR KULTUR, HEIMATKUNDE UND GESCHICHTE IM GÖHLTAL Nr. 66 Februar 2000 Veröffentlicht mit der Unterstützung des Kulturamtes der deutschsprachigen Gemeinschaft
Vorsitzender: Herbert Lennertz, Stadionstraße 3, 4721 Neu-Moresnet. Sekretariat: Maxstraße 9, 4721 Neu-Moresnet, Tel. 087/65.75.04. Lektor: Alfred Bertha, Bahnhofstraße 33, 4728 Hergenrath. Kassierer: Alfred Bertha, Bahnhofstraße 33, 4728 Hergenrath. Postscheckkonto Nr. 000-0191053-60. Generale de Banque: 248-0068875-35 ASRK: 001-1149241-61 Konto NL: AMRO-BANK: 46.37.00.090 Vaals/L Konto BRD: Aachener Bank: 821 363 012 (BLZ 390 601 80) Die Beiträge verpflichten nur die Verfasser. Alle Rechte vorbehalten Entwurf des Titelblattes: (+) Alfred Jansen, Moresnet-Kapelle. Druck.: Hubert Aldenhoff, Gemmenich,
3 Inhaltsverzeichnis Alfred Jansen,(t) Zum Umschlagbild S Moresnet-Kapelle Alfred Bertha Jahrhundertwende 8 Hergenrath Werner Promper Reinhard, der vergessene 16 Verviers hl. Bischof von Lüttich M.-Th. Weinert Der Fährmann 42 Aachen-Forst Firmin Pauquet Preußisch- und Neutral-Moresnet 43 Kelmis im Adressbuch des Kreises Eupen 1902 Jakob Langohr Die Tüt 89 Bildchen H. v. Schwartzenberg Grenzen, Gräben und Gebiete 91 Aachen Bianca Massonet Kirchstraße Kelmis (Zeichnung) 104 Kelmis Herbert Lennertz Jahresrückblick 1999 105 Neu-Moresnet
5 Zum Umschlagbild Das Philippenhaus auf Merols* von (+) Alfred Jansen Aus dem uralten Stocklehen Merols, das dem Aachener Marienstift gehörte, hatte sich schon im 14. Jh. ein größeres Gut herausgelöst, das nun seinerseits ein‘ Stocklehen bildete und 1444 im Besitz des Mathias von Hagen war. Die Familie von Hagen sollte den Hof rund 250 Jahre bewohnen und ihren Namen auf denselben übertragen. Nach einem späteren Besitzer wird das Haus heute Philippenhaus genannt. Hagenshof/Philippenhaus, unweit von Waldenburgshaus an der Hochstraße, einem alten, nördlich von Kettenis über die Wasserscheide Göhl - Weser verlaufenden römischen Verkehrsweg, gelegen, war ursprünglich eine Wasserburg, Spuren der Gräben sind im Nordwesten noch zu sehen. Auf dem Plateau von Merols bot diese befestigte Anlage gute Fernsicht und in unsicheren Zeiten beste Verteidigungsmöglichkeiten. Das zweigeschossige, fünfachsige Herrenhaus aus Ziegelsteinen ruht auf einem Blausteinsockel. Die nach Südwesten gerichtete Hauptfassade ist fünfachsig mit Mittelrisalit, die Hinterfront weist sechs symmetrisch angelegte Achsen auf. Die Fenster haben Stichbogen und abschließenden trapezförmigen Keilstein. Eine Freitreppe führt zum Hauseingang, dessen Blausteinrahmung einen schön dekorierten Sturz in Muschelform aufweist. Die Hausecken sind von Blausteinquadern in sog. Zahnschnittfolge begrenzt; auch der Mittelrisalit wird beidseitig durch solche Quadern hervorgehoben. Das Walmdach ist mit Falzziegeln gedeckt und trägt zwei Kamine. Die Besitzerfolge des imposanten Hauses, so wie sie sich aus den Lehnsregistern ergibt, hat Chr. Quix (1) dargestellt. Von dem genannten Mathias von Ha(e)gen kam der Hof 1479 an die Söhne Johann und Tiel. Der gen. Johann heiratete Elisabeth von Liberm&- Weims (2). Aus dieser Ehe entstammte ein Sohn, Jakob von Hagen, der 1520 mit dem Hagenshof belehnt wurde; eine Tochter, Maria, Zisterzienserin im Kloster Val-Benoit in Lüttich, hatte auf ihr Erbteil verzichtet. Eine recht unrühmliche Episode in der Hagen-Familie mag hier Erwähnung finden. 1618 schenkte Margaretha von Hagen ihrem Bruder Johann ihren Teil an Merols. 1643 wurden Junker Johann von Hagen und dessen Schwester Christina mit demselben belehnt. Ihnen folgte 1658 ein weiterer Johann von Hagen. Quix schreibt (3) : * Aus G. Poswick, Les Delices du Duche de Limbourg, Verviers 1951, S. 349
6 "Junker Wilhelm von Hagen, erbte nach Tode seiner Geschwister die Güter zu Merols. Nach Absterben seiner Gattin ließ er seine Kinder die Güter teilen, und behielt sich nur einiges bevor, was zu seinem Lebensunterhalt nicht hinreichte. Sein jüngster Sohn, bei dem er wohnte, war so hartherzig, und der kindlichen Pflichten so vergessend, daß er seinen 87jährigen Vater aus dem Hause jagte, der sich nun zu seiner Tochter, Christina, Gattin des Junkers Johann Heinr. von Schwarzenberg, begab, bei der er noch 5 Jahre lebte. Bei seinem Absterben hinterließ er dieser durch einen Notariats-Act seinen noch kleinen Anteil an Merols." Über die Heirat von Ursula von Hagen (1698) mit Johann von Berge von Trips kam der auch als "Haus Merols" bekannte Hagenshof an die Familie von Trips. Ihr verdankt er auch den Namen "Tripsenhaus". Johann von Berge von Trips starb auf Merols am 8.12.1717. Sein Sohn Johann- Wilhelm, dort am 8. Juli 1701 geboren, hinterließ keine Nachkommen, so daß nach seinem Tode (15.2.1747) der Hagenshof öffentlich verkauft wurde. Anderen Quellen zufolge erwarb de Royer das Stocklehen Merols durch Urteil des Limburger Gerichts vom 19.5. 1745 "mit allen Rechten und Gerechtigkeiten". Zu diesen Rechten gehörten auch eine Stuhl und eine Grabstätte in der Walhorner Pfarrkirche. Neuer Besitzer des 50 Bunder großen Gutes wurde 1749 Jacques- Alexandre-Joseph de Royer, Sohn des Besitzers von Liberme, Thomas de Royer. Er ließ 1767 einen Neubau errichten. Obwohl er dreimal verheiratet gewesen war, hinterließ er keine Nachkommen. Durch Testament hatte er jedoch seine Nichte, Maria- Theresia-Josepha de Royer, die jüngste Tochter seines Bruders Maximilian- Thomas de Royer zu Liberm6, zur Universalerbin eingesetzt. Der Pfarrer von Kettenis, Huschet, Testamentsvollstrecker und Vormund der unmündigen Kinder des Maximilian-Thomas de Royer, ließ 1786 das Gut Merols in sechs Lose aufteilen und verkaufen. Das Haus, die Wirtschaftsgebäude und ein Teil der Ländereien bildeten die Lose 1 und 2 und wurden erstanden durch Francois-Guillaume Van den Daele, einen Neffen des vormaligen Walhorner Pfarrers Johann Van den Daele, der die einzige Tochter des Walhorner Notars Johann-Stephan Priem geheiratet hatte (4). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselte der frühere Hagenshof wieder den Besitzer: Er ging in die Hände des aus Eupen stammenden Aachener Kaufmannes Johann Joseph Philipp über. Obwohl dieser schon am 9. Juni 1819 auf Merols verstarb, blieb sein Name seitdem mit dem alten Hause verbunden. 1836 ging "Philippenhaus" durch Kauf an den Aachener Stiftspropst Matthias Claessen (5); Die Kunstdenkmäler von Eupen-Malmedy schreiben
Z Claessen offensichtlich irrtümlicherweise den Bau des jetzigen Wohnhauses zu. Der Stiftspropst, an den noch ein schöner Schrankaltar des 18. Jhs. auf Philippenhaus erinnert, starb sehon am 9.8.1839. Seine Erben, Familie Savels aus Gangelt, blieben im Besitz von Philippenhaus bis 1920. Durch Kauf ging sodann das Gut an den Eupener Kaufmann Lambert Nyssen und von diesem, wiederum durch Kauf, 1936 an Frau Emil Heinrich Schaaf geb. Regine Heusgen aus Eupen, deren Tochter Marie Herrn Constant Maria Belderbos (Brüssel) heiratete und heute im Besitz des alten Merolser Adelsgutes ist. Anmerkungen 1) Chr. Quix, Beiträge zu einer historisch-topographischen Beschreibung des Kreises Eupen, Vlg. J. A. Mayer, Aachen 1837, S. 116 ff, 1 2) In der Walhorner Pfarrkirche erinnerte früher ein Fenster an diese Eheleute. Es trug die Wappen der Familien Hagen (drei weiße Rauten auf blauem Grund) und Liberme (weißer Querbalken, darüber zwei und darunter einen weißen Löwen oder Leoparden) sowie die Inschriften:” Joncker Johann van Haegen genoempt Maroels" und "Jouffre Elisabeth van Liberm€ genoempt Weims”. Das gleiche Doppelwappen war in der Kapelle ULF über einem Pfeiler angebracht. Auch mehrere Grabsteine in der Kirche trugen das Hagen-Wappen. (S. "Im Göhltal" Nr. 25, S. 37-39). 3) Quix, a. a. O. ,S. 121. 4) Der am 17.8.1759 in Brüssel geborene F.-G. Van den Daele war der Neffe des damaligen Pfarrers von Walhorn. Er wurde in der Franzosenzeit beigeordneter Bürgermeister von Kettenis und Merols. Sein Sohn, Jean-Guillaume, war Bürgermeister von Walhorn von 1828-1839. 5) Joh. Math. Claessen war geb. im Jahre 1784, 1826 wurde er Propst des Aachener Kapitels und 1827 Dechant des Dekanates Aachen. Sein jüngerer Bruder, Anton Gottfried Claessen, wurde 1844 Dompropst zu Köln und 1845 Weihbischof der Erzdiözese Köln. Quellen Deutschsprachige Gemeinschaft (Hrsg.), Denkmälerverzeichnis 5b, Eupen (Kettenis, Nispert, Stockem), 1989, S. 219-220 Grondal, G., Les Commumes du Canton d’Eupen, Kettenis, Notices historiques, Lelotte, Dison 1966, S. 52-55 Heeren, B., Kettenis, Markus-Verlag Eupen, 1977, S. 22-23 Minist&re de la Communaute francaise (Hrsg), Le Patrimoine Monumental de la Belgique, Bd. 12/1, Prov. de Liege, Arrondissement de Verviers, Bd. 1, Vlg. P. Mardaga, Lüttich, 1984, S. 322-323 Poswick, G., Les Delices du Duche de Limbourg, Verviers 1951, S. 349-352 Quix, Christian, S. Anmerk. 1) Reiners, H. u. Neu, H., Die Kunstdenkmäler von Eupen-Malmedy, L. Schwann, Düsseldorf 1935, S. 146-147
8 Jahrhundertwende von Alfred Bertha Es ist üblich, daß man markante Daten in der Zeitgeschichte zu Rück- und Ausblick nutzt. Wenn sich ein Jahrhundert vollendet hat, entsteht bei den Zeitgenossen das Gefühl, ein Blatt der Geschichte sei nun gewendet und man stehe vor neuen Horizonten und neuen Aufgaben. Verstärkt wird dieses Gefühl gewiß dann, wenn mit dem verflossenen Jahrhundert auch ein Jahrtausend zu Ende geht, auch wenn dies, historisch gesehen, nicht der Wirklichkeit entspricht und das zweite nachchristliche Jahrtausend schon vor vier bis sechs Jahren zu Ende gegangen ist. Hätte nicht der mittelalterliche Mönch Dionysius Exiguus‘“” einen Rechenfehler begangen und die Geburt Christi um einige Jahre zu spät angesetzt, wäre das 20. Jahrhundert schon seit etlichen Jahren Vergangenheit und wir wären jetzt schon mitten im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Gemach, gemach, wird man sagen. Das Jahrhundert geht doch erst am 31. Dezember 2000 zu Ende und dann erst beginnt auch das 3. nachchristliche Jahrtausend. Richtig. Ein Jahrhundert zählt 100 Jahre und das Jahr 2000 gehört zum 20. Jahrhundert. Und dennoch: In den Köpfen der Menschen findet der Wechsel ein Jahr früher statt, so war es auch schon vor hundert Jahren! So wie diese Jahrhundert- bzw. Jahrtausendwende viele Kommentare ausgelöst hat, so haben auch damals, vor hundert Jahren, die Zeitungen das zurückliegende Jahrhundert rückschauend zu werten versucht und einen Blick in die Zukunft gewagt. Viel gelesen wurde im Kreise Eupen das "Korrespondenzblatt für den Kreis Eupen". In seiner ersten Januarnummer des Jahres 1900 brachte das Blatt unter "Vermischte Nachrichten" eine (nicht signierte) Betrachtung zum Jahrhundertwechsel, die wir hiernach (in der damaligen Schreibweise) folgen lassen wollen. "Eupen, 1. Jan. So hätten wir denn die Schwelle des neuen Jahrhunderts überschritten! Jubelfeiern, neue Postkarten, Denkmünzen etc. geben dem Übergang ein besonders festliches Gepräge, aber an dem Dasein des Einzelnen wird dadurch nichts geändert: für den größten Theil der Menschheit bleibt das neue Jahrhundert, was das alte war, eine Zeit der Sorgen, Mühen und Arbeit. Immerhin aber ist ein Rückblick auf die letzten hundert Jahre zur richtigen Würdigung der heutigen Verhältnisse von
9 großem Nutzen. Bände reichten nicht aus, Alles zu schildern, was sich in diesem Zeitraum auf den verschiedensten Gebieten menschlicher Thätigkeit abgespielt; aber jeder Unbefangene. wird zugeben müssen, daß sich im großen Ganzen das menschliche Loos weit würdiger gestaltet hat als zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, und das darf man als den größten kulturellen Fortschritt des letzten bezeichnen. Zwar schwärmte man vor hundert Jahren für "Freiheit", aber es war eine mißverstandene, und die Erfahrung hat bewiesen, daß Ungebundenheit die Völker nicht frei machen kann, sondern zur Tyrannei führt. Auch unsere Gegend hat vor hundert Jahren den Druck dieser Tyrannei empfunden. Unmittelbar schöpferisch hat jene Freiheitsbewegung, die das vergangene Jahrhundert einleitete, nicht gewirkt; sie war nur ein Sturm, der das Veraltete wegfegte, und damit freie Bahn für die moderne Entwicklung der Menschheit schuf. Diese Entwicklung blieb dem weitern Verlauf des Jahrhunderts vorbehalten und hat auf den Gebieten der Wissenschaft, Kunst, Industrie, Technik, Volkswirtschaft, Rechtspflege etc. eine Höhe erreicht, die sich wohl keiner der wenigen noch lebenden "Hundertjährigen" in seiner Jugend hätte träumen lassen. In industrieller Beziehung stand das vorige Jahrhundert vor allem im Zeichen des Eisens und der Arbeitsteilung. Erst die zu seinem Anfang erzielte Vervollkommnung der Eisen- und Stahlgewinnung machte die meisten späteren technischen Erfindungen ausführbar. Mit diesen aber wurde die Theilung der Arbeit immer ausgeprägter. Zwar werden die Klagen über die Verdrängung der Arbeitshand durch die Maschine sobald nicht aufhören, aber der Mensch ist nun einmal von Natur dazu geneigt, die Schattenseiten der Verhältnisse herauszusuchen und das Gute zu übersehen. Trotz der Maschinen ist das Einkommen aller Klassen heute ein weit höheres als vor hundert Jahren, auch die Preise der Lebensmittel waren damals nicht billiger als in unserer Zeit, aber mit dem Einkommen sind auch durchweg die Bedürfnisse gestiegen, und so kommt es, daß der Kampf ums Dasein und "was drum und dran hängt" so ziemlich immer derselbe bleibt. Das Einzige, was wir allen unseren Lesern wünschen, ist, daß ihnen dieser Kampf im neuen Jahrhundert ein möglichst leichter werden möge!" Die Dampfmaschine des James Watt und neue Produktionsmethoden hatten den Sektor der Schwerindustrie rasch aufblühen lassen und weiten Gebieten an Maas und Sambre, Ruhr und Rhein ihren Stempel aufgedrückt, so daß der Kommentator das 19. Jahrhundert nicht zu
10 Unrecht als das Zeitalter von Eisen und Stahl bezeichnen konnte. Auch die "Verdrängung der Arbeitshand durch die Maschinen" war ein im vorigen Jahrhundert viel beklagtes Phänomen, das mancherorts zu Aufständen und Zerstörung der Maschinen geführt hat. Eine Zeit der "Sorgen, Mühen und Arbeit" sieht der Schreiber auch für das nunmehr abgelaufene Jahrhundert voraus. Doch das 19. Jh. war nicht nur das Jahrhundert von Eisen und Stahl. Es wirkte auch bahnbrechend auf vielen anderen Gebieten und hinterließ Erfindungen und Entdeckungen, die erst viele Jahrzehnte später weltweit zum Durchbruch kamen. Auch wenn die Elektrizität in unseren ländlichen Gebieten erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg Eingang fand, so ist sie doch ein Kind des 19. Jahrhunderts. Edisons erste Glühlampe brannte schon 1879. Alles, was dann folgte, waren nur Weiterentwicklungen und Verbesserungen. In den Vereinigten Staaten begann das Zeitalter des Telefons schon 1876. Wie lange mußten wir warten, bis der Fernsprechapparat bei uns zur häuslichen Einrichtung gehörte? Das Verkehrsmittel des 19. Jahrhunderts war die Eisenbahn, die den gesamten Kontinent mit einem dichten Netz von Schienensträngen überzog. Doch auch das Automobil ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, auch wenn es erst in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts Allgemeingut wurde. Das Fahrrad erreichte von der Laufmaschine des Freiherrn Karl Drais von Sauerbronn (1817) bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im wesentlichen seine endgültige Form. Doch es dauerte noch einige Jahrzehnte, ehe der einfache Mann sich ein Fahrrad leisten konnte. Als "Geburtstag der Fotografie" gilt allgemein der 19. August 1839, als Dominique Francois Jean Arago in Paris seine Erfindung der Daguerreotypie einem großen Publikum vorstellte. Aber noch in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts war der Besitz eines Fotoapparates einer Minderheit vorbehalten. Schon 1895 lassen die Brüder Auguste und Jean Lumi@re aus Lyon ihr kinematografisches Verfahren patentieren. "Die Bilder lernen laufen": Der Siegeszug des Films konnte beginnen. Die Grundlagen zur Bekämpfung so gefährlicher Krankheiten wie der Pocken und der Tuberkulose legten Pasteur und Koch schon 1865 bzw. 1882. Damit begann das "bakteriologische Zeitalter", das auch in unseren Tagen fortdauert. Die auf den Mendelschen Gesetzen beruhende experimentelle Ge- netik, die in unserer Zeit durch sog. genetische Manipulationen immer
AM neue Möglichkeiten des Eingriffs in die lebendige Natur eröffnet, beginnt schon 1865! Das sind nur einige der Fortschritte, auf die das ausgehende 19. Jh. stolz sein konnte. Es war aber auch das Jahrhundert des Nationalismus und des Kolonialismus, die beide verheerende Folgen zeitigen sollten. "Das Freie Wort", eine im Kelmiser und Montzener Land verbreitete Zeitung, versuchte in einem Leitartikel in seiner Nr. 1 vom 3. Januar 1900 die verschiedenen Gedankengänge der Zeitgenossen in Worte zu kleiden und stellte sich die Frage: "Ist der Augenblick ein solcher, daß man (mit Faust) sagen möchte: Verweile doch, du bist so schön?" Und der Leitartikler gibt selbst die Antwort: "Das menschliche Leben ist ein ewiges Wechseln von Entstehen und Vergehen, ein Verweilen gibt es nicht!" Er will sich nicht allzusehr unzufrieden zeigen über das, was die Vergangenheit - das 19. Jahrhundert- gebracht hat. Das Klagen und die Verzagtheit seien zwar kaum geringer geworden. Mißstimmung über schlechte Zeiten sei noch weithin verbreitet. Und im Kessel der Politik brodele es fortgesetzt unheimlich. Not und Elend, so stellt der Schreiber fest, haben eher zu- als abgenommen. Und statt im Völkerfrieden sich zu sonnen, stehen sich die Mächte bewaffnet gegenüber und beobachten einander voll Mißtrauen und Neid. Aber diese Erfahrungen dürften den Blick nicht trüben für das viele Schöne und Erhabene, das den Menschen beschert worden sei ... Der Leitartikler verweist sodann auf eine Reihe von technischen Er- rungenschaften, die er in blumige Worte einkleidet und die ihm Gelegenheit bieten, seine humanistische Bildung auszubreiten. "Nil mortalibus ardui est" (Nichts ist den Sterblichen (zu) schwer): Diesen Vers des römischen Dichters Horaz möchte er dem 19. Jahrhundert als Motto geben. Die geradezu schwärmerischen Lobesworte auf die Technik stimmen uns heutige Leser, die wir einen Abstand von hundert Jahren gewonnen haben, etwas nachdenklich. Doch hören wir, was unser Leitartikler dazu meinte: "In der Tat, sie sind staunenswert, die Leistungen, die der Mensch der starren Natur abzwingt! Er ruft den Dampf, auf daß er ihn durch Meere und Länder trage mit Windeseile (Dampfschiffe und Dampflokomotive); unsagbar fein justierten Maschinen und Maschinchen haucht er seinen Odem ein und sie verrichten die feinsten, kompliziertesten Arbeiten genauer und sorgfältiger als die menschliche Hand es vermag; er greift
12 in die Wolken hinauf und nimmt den Blitzstrahl herunter und zwingt ihn in seinen Dienst, auf daß er in Gedankenschnelle verkehre mit der entlegensten Ferne und die räumlich weit auseinander getrennten Länder im Fluge ihre Gedanken austauschen. Ja, er bannt die feine Welle des Schalles in den leitenden Draht und spricht meilenweit in die Ferne und flüstert den Lieben mit eigener Stimme das süße Wort ins Ohr (Telefon). Er erfaßt den Sonnenstrahl und in einer Hundertstel Sekunde malt ihm dieser das feinste, treueste Bild (Fotografie). Mit geheimnisvollen Strahlen durchdringt er die starren Körper (Röntgenstrahlen). Wahrlich, mit viel größerer Berechtigung dürfen wir es sagen, als der Dichter der Antigone: "Vieles Gewaltige lebt, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch!” Allem ersinnt er Rat und ratlos trifft ihn nie das Kommende. Wissenschaft und Kunst blühen in nie gekanntem Maße, und die Gelegenheit, sich Bildung zu verschaffen und geistig sich zu erheben aus der Schwere der Materie, ist in weit reicherem Maße geboten als je in der Vorzeit. Es läßt sich nicht leugnen: Wir sind einen gewaltigen Schritt vorwärts gekommen auf der Bahn der Entwicklung. Aus der Morgenröte, die dem Anfange des alten Jahrhunderts leuchtete, ist Tag geworden, goldener Tag. Wenn auch reichlich Schatten wie häßliche Flecken die reine Klarheit trüben, wir wollen nicht übersehen, daß, wo Menschen sind, auch Fehler sind ..." Wenn wir den Kommentator unserer Zeitung heute aufforderten, sein vor hundert Jahren gezeichnetes Bild zu überprüfen, so würde er vermutlich, wie die meisten Historiker, das 19. Jahrhundert erst mit dem Ersten Weltkrieg als abgeschlossen bezeichnen. Dann erst entlädt sich der aufgestaute Nationalismus in einer Katastrophe, die die gesamte abendländische Kultur in eine Krise stürzt. Europas Niedergang, "der Untergang des Abendlandes", ließ neue Mächte das Weltgeschehen bestimmen. Und die Ergebnisse des Friedens von Versailles trugen schon den Keim noch blutigerer Auseinandersetzungen in sich. Gewiss, die beiden Weltkriege sind im 20. Jahrhundert die Auslöser für große Veränderungen auf der Landkarte gewesen. Mächtige Monarchenhäuser mussten abdanken, Kolonialreiche zerfielen. Und die Kriegerdenkmäler in unserer Heimat zeigen, dass auch bei uns der "organisierte Wahnsinn" viele Opfer gekostet hat. So wird das 20. Jahrhundert im Rückblick auf immer auch den Stempel des Massenmordens tragen. Verdun und Stalingrad, Auschwitz und Hiroshima bleiben in mahnender Erinnerung.
13 Das nun gerade zu Ende gegangene Jahrhundert wird unter vielen Blickwinkeln beleuchtet werden. Eines der auffallendsten Merkmale ist wohl, daß die Entwicklungen auf allen Gebieten ein so rasantes Tempo erreicht haben, daß die einzelnen Stationen derselben kaum im Gedächtnis haften bleiben. In den fünf Nachkriegsjahrzehnten wurde die Welt umfassender verändert als in Jahrhunderten zuvor. Wenn "heute das Morgen schon gestern ist", bleibt kaum Zeit zum Atemholen. Der Fortschritt ist auf mancherlei Gebieten geradezu beängstigend und lässt Kulturphilosophen und Wissenschaftler mahnend ihre Stimme erheben. Unseren Alltag verändert haben im letzten halben Jahrhundert Penizillin (1928) und Plastik, Wasch- und Spülmaschine, Kühlschrank und Gefriertruhe und vor allem das Fernsehen, dessen Siegesszug in Belgien am 31.10.1953 begann. In vielen Orten hatten die Wirte noch rechtzeitig vor der Fußballeuropameisterschaft 1954 ein Fernsehgerät angeschafft. In Hergenrath standen solche Geräte im "Winkel" und in der "Waldburg" und sorgten für volle Wirtsstuben. Das Reisen, früher das Privileg einer kulturbeflissenen Oberklasse, gehört zum Jahresrhythmus des einzelnen, denn Freizeit gibt's für alle. Lag die wöchentliche Arbeitszeit vor 100 Jahren noch bei rd. 60 Stunden, so sind es heute weniger als 40. Tendenz: fallend. Auch werden immer mehr Menschen ihre Arbeit zu Hause am Bildschirm verrichten. Und war es früher die Eisenbahn, die es ermöglichte, größere Strecken in relativ kurzer Zeit zurückzulegen, so haben in den letzten Jahrzehnten das Flugzeug und das Auto unsere Freiheit fast grenzenlos werden lassen. Es zeichnen sich jedoch schon Entwicklungen ab, die dahin gehen, daß der ständig zunehmende Straßenverkehr nur noch durch Verkehrsleitsysteme (GPS/Global Positioning System) in geordnete Bahnen gelenkt werden kann. Jeder einzelne spürt den Wandel, den technischen, politischen und sozialen. Schon heute, ohne den für eine Wertung notwendigen Abstand, kann man einige auch weit in die Zukunft hineinwirkende Entscheidungen und Errungenschaften, Entwicklungen und Richtungen ausmachen. Die Zersplitterung Europas, die so unsäglich viel Leid über uns ge- bracht hat, gehört der Vergangenheit an. Konkretisiert wird dies durch den Fortfall des "eisernen Vorhangs", der innereuropäischen Grenzen und durch die Einführung der gemeinsamen Währung. Das Gleichgewicht des Schreckens, das die Blockpolitik von Ost und West von Stalin bis Gorbatschow geprägt hat, ist einer Partnerschaft für den Frieden gewichen. Vielleicht wird man in hundert Jahren sagen, das
14 20. Jh. sei mit dem Fall der Berliner Mauer am 9.11.1989 begraben worden. Die Öffnung der Mauer ist ein Symbol für das Zusammenwachsen Europas. Parallel dazu besinnen sich die Bürger auf ihre regionale Zusam- mengehörigkeit — bei uns in der Euregio Maas-Rhein — und ihre kul- turelle Identität, die zu einer Verlagerung von Zuständigkeiten von den zentralstaatlichen Institutionen zu denen der sog. Gemeinschaften geführt hat. Auf kommunaler Ebene brachte das vergangene Jahrhundert die größte Gemeindereform seit der Franzosenzeit: Von vordem 25 deutschsprachigen ostbelgischen Gemeinden blieben am 1. Januar 1977 noch neun übrig. Das Jahrhundert der europäischen Einigung? Gewiß. Doch am "Haus Europa" wird weiter gebaut werden müssen, wie die blutigen Konflikte auf dem Balkan auf tragische Weise zeigen. Das Jahrhundert der Atomkraft? Auch diese Charakterisierung trifft einen Aspekt, auch wenn die Atom-Euphorie spätestens seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl (1986) einer nüchterneren Betrachtungsweise gewichen ist. Das Jahrhundert der Raumfahrt? Das erste Bip-bip aus dem Weltall (1957) und die erste Mondlandung (1969); die ersten Bilder der Marsoberfläche (1965) und die Erstellung einer kompletten Marskarte (1971) sowie weitere Planetenerkundungen haben die Grenzen unseres Wissens über unser Sonnensystem gewaltig erweitert. Das Jahrhundert der Frauenemanzipation? Auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens haben die Frauen die Gleichberechtigung erkämpft. Manche vormalige "Männerberufe" (Sekretär, Lehrer ...) sind heute fest in der Hand der Frauen. Das Jahrhundert der genetischen Revolution? Die Fundamente zum Entschlüsseln unseres genetischen Erbmaterials sind in dem nun verflossenen Jahrhundert gelegt worden. Die Perspektiven, die sich damit eröffnen, lassen manchen in Cassandra-Rufe ausbrechen. Das 21. Jahrhundert wird ohne Zweifel weitgehend von der Weiterentwicklung der Genetik geprägt werden. Moralische Autoritäten, vor allem die Kirche, haben in den letzten Jahrzehnten in den christlich geprägten Ländern ihren Einfluß schwinden sehen. Gleichzeitig erleben wir ein Wiedererwachen des Islam, dessen integristische Strömungen uns Angst machen. Der Werte-Codex, den eine Gesellschaft braucht, hat sich gewandelt. Familie, Arbeit, Vaterland sind keine Werte an sich mehr in diesem
15 beginnenden Jahrhundert. Statt dessen werden Persönlichkeitsentfaltung, Freizeitgestaltung und Solidarität mit den ärmeren Regionen dieser Erde großgeschrieben. War das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Medien? Es stimmt, wir sind zu einer Kommunikations- und Informationsgesellschaft geworden. Satellitentechnik und Nachrichtenübermittlung haben den gesamten Globus zu einem Dorf werden lassen, wo jeder jederzeit weiß, was der Nachbar tut. Globalisierung auch auf dem Arbeitsmarkt: die Verlagerung von Produktionsstätten in sog. Billigländer läßt in Europa das Heer der Arbeitslosen anwachsen. Doch auch der Umweltschutz ist zu einer globalen, einer weltweiten Aufgabe geworden. Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser kennt keine Landesgrenzen. Versteppung und Versandung weiter Gebiete unseres Globus bedrohen eine inzwischen auf über 6 Milliarden angewachsene Weltbevölkerung. Die Geschichte ist noch nie geradlinig verlaufen. Auch der Gang der Ereignisse im neuen Jahrhundert läßt sich nicht aus dem, was gestern war, herauslesen. Wir werden, so wie unsere Urgroßeltern und Großeltern vor hundert Jahren, sowohl mitgestaltend wie skeptisch oder interessiert zuschauend das neue Jahrhundert begleiten und als Geschichtsverein werden wir versuchen, lokale und regionale Geschichte, das uns unmittelbar berührende Geschehen, in den Zusammenhang der Universalgeschichte zu stellen. Wir hoffen, dass unsere Mitglieder und Leser uns auch weiterhin, wie in den vergangenen 33 Jahren, dabei unterstützen werden. Anmerkung 1) Lebte um 530 als Abt in Rom und starb um 556. Nach ihm ist die sog. Dionysische Zeitrechnung, d.h. die seit Christi Geburt vergangene Zeit, benannt. Dionysius Exiguus setzte die Geburt Christi ins Jahr 753 nach der Erbauung der Stadt Rom. Seit dem 8. Jahrhundert wurde in der Christenheit immer allgemeiner nach der Dionysischen Zeitrechnung gezählt. Dass der römische Abt bei seiner Berechnung von Jesu Geburtsjahr dieses um 4-7 Jahre zu spät ansetzte, ist durch die Arbeiten des Astrologen und Chronologen Christian Ludwig Ideler (1766-1846) bekannt, der 1794 Astronom für die Berechnung der Kalender im preußischen Staate wurde und 1825 ein "Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie "vorlegte.
16 } Reinhard Der vergessene heilige Bischof von Lüttich (1025-1037) von Werner Promper Zum Geleit Auf Bitten der Schriftleitung der Wochenzeitung des Bistums Münster in Westfalen Kirche und Leben widmete ich mich 1988 der Erforschung der Lebensgeschichte des hl. Reinhard, die dann in einer dreijährigen Folge erschien (18. Dez. 1988, 26. Nov. 1989, 25. Nov. 1990, jeweils S. 6, die unter dem Titel Im Zuge der Zeit allwöchentlich historischen Themen gewidmet ist). Da der Name Reinhard auch im ostbelgischen Grenzraum weit verbreitet . ist (ebenfalls als Familienname Reinartz und Reinertz) und der Mitbegründer und langjährige Schriftleiter der Zeitschrift Im Göhltal, der Historiker Alfred Bertha, Interesse bekundete, sollen die Ergebnisse meiner Reinhard-Studien hiermit einem weiteren Leserkreis zugänglich gemacht werden. Der ehedem in Münster erschienene Text — mitsamt der Einleitung von Kirche und Leben, die den konkreten Anlaß der Forschung deutlich macht — wurde auf Anregung des Schriftleiters für diese Neuauflage leicht überarbeitet und ergänzt. Der zur Jahrtausendwende erscheinende Beitrag sei zunächst wieder Bischof Reinhard Lettmann von Münster zugeeignet. Sodann den Nachfolgern des hl. Reinhard: Guillaume-Marie van Zuylen (1961-1986) zum 90. Geburtstag (am 4. Januar 2000) und Albert Houssiau, der die Kirche von Lüttich ins dritte Jahrtausend führt. Schließlich sei diese Studie dem zukünftigen Nachfolger der heiligen Lütticher Oberhirten (Lambertus, Hubertus, Reinhard und Albert von Löwen) gewidmet, der 2037 das Jubiläum zum tausendsten Todesjahr des hl. Reinhard organisieren wird. ok Als Antwort auf eine Mitteilung des Lütticher Diözesanarchivars Abbe Andre Deblon vom 18. Januar 1988, daß „Bischof Reginhard in Lüttich nicht als Heiliger bekannt ist und sich keiner Verehrung erfreut“, sei hier ein Schreiben veröffentlicht, das der Paderborner Priester Reinhard Richter unter dem 14. September 1985 von der römischen Kongregation Pro causis Sanctorum erhielt: ... Der hl. Reginhard/Reinhard gehört ganz sicher zu den vielen Heiligen, die diesen Titel irgendwann einmal aufgrund eines örtlichen Kultes bekommem haben und denen dieser Titel später auch nicht genommen wurde, obwohl ihre Namen nie in den Festkalender der Gesamtkirche aufgenommen wurden ... Ambrosius Eßer OP. Relator S. Congregationis pro Causis Sanctorum
18 Anläßlich des Namenstages von Bischof Dr. Reinhard Lettmann erwähnt das liturgische „Direktorium für das Bistum Münster“ alljährlich zum 5. Dezember, daß Reinhard Propst an St. Kassius in Bonn und später Bischof von Lüttich war. Dies gab „Kirche und Leben“ Veranlassung, den Priester der Diözese Lüttich, Dr. theol. Werner Promper, der 1964 bis 1984 am Institut für Missionswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität tätig war, zu bitten, der Lebensgeschichte des heiligen Reinhard nachzugehen: Reinhard (Reginhard) war von 1025 bis 1037 Bischof von Lüttich, das damals (mit Minden, Münster, Osnabrück und Utrecht) zur Kölner Kirchenprovinz gehörte. Der Name Reinhard ist im deutschen Sprachgebiet weit verbreitet. Einzelheiten seines Lebens sind jedoch weitgehend unbekannt. Der große Namenstagskalender des Kölner Bistumsarchivars Jakob Torsy (Herder 1975) sagt dasselbe wie das Direktorium und fügt an: „Er war eifrig in seinem Hirtenamt, wohltätig gegen Arme und mild gegen Irrlehrer“ (S. 305). Die wohl beste kritische Vita Reinhards bietet der renommierte Histo- riker der Universität Lüttich, Godefroid Kurth (1847-1916), in Ausgabe 18 (Sp. 855-861) der Biographie Nationale de Belgique (Brüssel 1905). Kurth beschränkt seine Ausführungen auf die Daten des Zeitgenossen Reinhards, Anselm von Lüttich (1), dessen Chronik der Bischöfe von Lüttich Gesta episcoporum Leodiensium er als „sehr glaubwürdig, leider aber allzu summarisch“ bezeichnet. Dem Abt Rupert von Deutz fälschlich zugeschriebenen Chronicon der Lütticher Benediktinerabtei St. Laurentius (2) und der darauf fußenden, um die Mitte des 12. Jahrhunderts durch den Mönch Rainer von St. Laurentius verfaßten Vita Reginardi (Migne P. L. 204, 126-138 = Monumenta Germaniae Historica. Scriptores, XX, 571-578) mißt Kurth keine Glaubwürdigkeit bei. (1) Anselm von Lüttich (+ nach dem 3.3.1056), Chronist, Sohn eines Adeligen im Kölner Raum, kam durch Poppo von Stablo nach Lüttich und wurde 1041 Kanoniker ... Das 2. Buch der Gesta ist formal und inhaltlich eine der besten historiographischen Leistungen seiner Zeit (Lexikon für Theologie und Kirche?, I, 596). (2) Vgl. LThK2, IX, 105 — Inzwischen machte der Historiker J.-B. Thibaux (College Episcopal, Embourg) mich aufmerksam auf: Hubert Silvestre, Le Chronicon Sancti Laurentii Leodiensis dit de Rupert de Deutz, Etude critique (Löwen 1952). — Paul Bonenfant, Les chartes de Reginard, Ev&que de Liege, pour l’abbaye de Saint-Laurent. Etude critique: Bulletin de la Commission royale d’histoire 105 (Brüssel 2/1940) 336-344.
20 Als beste sämtlicher Arbeiten zu Reginhard, die ihm vorgelegen haben, bezeichnet er den Beitrag von Harry Breßlau im 2. Ausgabe der Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. (Berlin 1884, S. 87-89, 278-282 — Reprographischer Nachdruck: Duncker & Humblot, Berlin 1967). In diesem kurzen Überblick halte ich mich strikt an die For- schungsergebnisse von Kurth, dessen Argumentation ich anhand der Quellen nachvollziehen konnte (3). In Lüttich geboren? — Nach Bonn berufen Über die Herkunft Reginhards ist nichts bekannt. Die widersprüchliche Mitteilung Anselms, daß Reginhard einer angesehenen Kölner Familie entstammte und Studienkollege des Kölner Erzbischofs (St.) Heribert gewesen sein soll, hat sämtliche Historiker in die Irre geführt: Heribert absolvierte seine Studien in der lothringischen Abtei Gorze, nicht in Köln. Andererseits begegnen wir um Reginhard in Lüttich einer großen Zahl von Verwandten, unter diesen seinem Neffen Neithard, der sein Nachfolger wurde (1037-1042). Somit findet Kurth seine Vermutung begründet, daß Reginhard einer Lütticher Familie entstammte. Er wurde jedoch intimer Freund Heriberts, der ihn zum Kanoniker der Kollegiatkirche St. Kassius nach Bonn berief, Der Mönch Rainer, der wiederholt die Angaben des Chronicon steigert und ausmalt, hat ihn phantasievoll zum Propst dieser Stiftskirche erhoben. (3) Für zahlreiche Kopien solcher Quellen bin ich dem Bibliothekar der Löwener Benediktinerabtei, Dr. J. G. Michiels OSB, zu großem Dank verpflichtet.
21 VO SS SA en Sn ‘ WU a A A SE DO La ae N nn Br 4 S Seid 3 Sa DAS MÜNSTER ZU BONN nach einem Stich von K. Meyer (1843). Zum Kanoniker der Kollegiatkirche St. Kassius wurde Reginhard vom Kölner Erzbischof (St.) Heribert berufen. Diese Stiftskirche ist nicht erhalten. Auf ihrem Grund wurde das Bonner Münster gebaut. (Foto: Stadtarchiv und Wissenschaftliche Stadtbibliothek Bonn) Von Konrad II. zum Bischof bestellt 1025 wurde Reginhard von Kaiser Konrad II. zum Bischof von Lüttich bestellt. Den Berichten der Chronisten von St.Laurentius, nach denen er zunächst für den vakanten Sitz von Verdun vorgesehen war, aber dann durch eine größere Geldzuwendung von Kaiser Konrad das Bistum Lüttich erhielt, kann Kurth keinen Glauben schenken, da sich diesbezügliche Hinweise weder bei Anselm noch in den Quellen von Verdun finden und überdies seit dem Tod des Bischofs Haimon von Verdun (21. April 1024) bis zum Tod des Bischofs Durand von Lüttich (25. Januar 1025) fast neun Monate verstrichen waren. Nach den Berichten der Chronisten von St. Laurentius, die nicht ohne Widersprüche sind, soll Reginhard eine Pilgerfahrt nach Rom unternommen haben, um dem Papst die Sünde der Simonie inmitten eines großen Gefolges öffentlich zu beichten. Nach drei Tagen Bedenkzeit soll der Papst Reginhard dann als Bischof von Lüttich bestätigt haben. Nach dem
22 Chronicon von St. Laurentius soll es Benedikt IX. gewesen sein, der 1033 Papst wurde, nach Rainer hingegen Johannes XIX. im Jahr 1030. Seelsorglicher Eifer Als gesichert sieht Kurth an, daß Reginhard, als Günstling des Kaisers und diesem ergeben, den Bestrebungen der monastischen Reformen, die von Cluny ihren Ausgang genommen hatten, nur wenig Sympathie entgegenbrachte und seine bischöflichen Rechte zu wahren wußte. Das hinderte ihn jedoch nicht, seine Lieblingsabtei St. Laurentius sowie andere Klöster und Stifte in hervorragender Weise auszustatten. E Y EA” A, 5. ze TERN WS N A De SE {IM y va { In mt 5 Se Ali BO 7 - —. a x Ss A Be St. Laurentius — Die Lieblingsabtei Reginhards, heute Militärhospital. Unser Bild zeigt den aus älterer Zeit erhaltenen Torbogen. (Foto: Abbe Louis Muller) Die 1483 und 1568 zerstörte und später wiederaufgebaute Abtei St. Laurentius wurde 1797 aufgehoben. Die neueren Gebäude dienen heute als Militärhospital (Höpital Militaire Saint-Laurent).
26 Für die Mission unter den Borussen und Pomoranen bestimmt, entwickelte sich Lubin (LThK? VI, 1168) zu einem der bedeutendsten Klöster des 968 entstandenen Missionsbistums Posen, das ursprünglich ganz Polen umfaßte. 1836 wurde das Kloster durch die preußische Regierung aufgehoben, drei Viertel der Gebäude wurden zerstört. 1923 wurde es von polnischen und tschechischen Mönchen der Prager Abtei Emaus wiederbelebt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden sämtliche Mönche, die nicht rechtzeitig geflohen waren, nach Dachau verschleppt und sind dort umgekommen. Seit einigen Jahren blüht das Kloster wieder auf. Eine Geschichte dieses überaus interessanten und bedeutsamen Klosters veröffentlichte Mateusz Skibniewski OSB: Opactwo Benedyktynöw w Lubiniu (1988). So hat Fürstbischof Reginhard von Lüttich durch die Förderung der Mönche von St. Jakob einen bedeutenden Beitrag für die Slawen- und Baltenmission geleistet. ok { ? Anläßlich des Pastoralbesuchs von Papst Johannes Paul II. in Lüttich am 19. Mai 1985 ließen in Belgien und im benachbarten Ausland lebende Polen durch den bekannten Steinmetzmeister Jose Bosard aus Rocourt eine Gedenkplatte zur Erinnerung an jene Mönche von St. Jakob fertigen, die ehedem die Missionsabtei Lubin gründeten. Der Gedenktext wird von dem Wappen des polnischen Papstes überragt. ( Foto: Archives paroissiales St-Jacques)
27 Die Kapelle Saint-Nicolas-aux-Mouches Als die Bewohner von Lüttich von einer Mückenplage heimgesucht wurden, nahmen sie ihre Zuflucht zum hl. Nikolaus und errichteten zum Dank für die Gebetserhörung neben der Kreuzkirche eine Kapelle, die Reginhard 1031 einweihte (Analecta Bollandiana XX, 430) und die den Namen „St. Nikolaus zu den Mücken“ (Saint-Nicolas-aux-Mouches) trägt. Das Gebäude diente in jüngster Zeit als Zufluchtsstätte für Obdachlose und entlassene Gefangene. p a Al DB De FE \ Wa SE . \ 5 EP FE % ; S MM / N 8 BE En + Ei N E | 1 € | RB N in 41 £ Sn Wu Da = = nn Die Kapelle „St. Nikolaus zu den Mücken“ ist eine der wenigen Erinnerungen an Reginhard, die es heute in Lüttich noch gibt. Vorn die Kapelle mit den beiden zugemauerten gotischen Fenstern. Im Hintergrund die Pfarrkirche Hl. Kreuz. (Foto: Abbe Jean Crochet) Bischof Reginhard hat sich durch seelsorglichen Eifer und tätige Nächstenliebe ausgezeichnet. Während der großen Hungersnot, die 1026 Scharen von Füchtlingen aus den Westgebieten nach Lüttich strömen ließ, hat er dreihundert von diesen Unglücklichen aus persönlichen Mitteln unterhalten und sie der Unterstützung seiner Diözesanen empfohlen.
28 Gegenüber gewissen Irrlehrern, die sich zum Manichäismus bekannten und von Cambrai nach Lüttich geflüchtet waren, ließ Reginhard Milde walten. In einem noch erhaltenen Schreiben macht der Bischof von Cambrai ihm diesbezüglich heftige Vorhaltungen. Reginhard ging jedoch mit der damaligen milderen Praxis den Häretikern gegenüber konform. Erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts predigten die Päpste wegen gewisser Exzesse Härte und Gewalt gegen die Sektierer. Während seiner Amtszeit hat Bischof Reinhard in Lüttich vier Diö- zesansynoden abgehalten. (Edouard de Moreau, S.J., Histoire de l’Eglise en Belgique des origines aux debuts du XIIe siecle, t. II [Bruxelles: L’Edition Universelle 1940] p. 28). Erste Maasbrücke — Pont-des-Arches Lüttich verdankt Reginhards Initiative seine erste Maasbrücke (Pont- des-Arches). Diese wurde im Jahre 1409 durch die Hochwasser führende Maas mitgerissen; ähnlich erging es der Nachfolgebrücke im Januar 1643. 1859 wurde die dritte Maasbrücke bei Kanalisierungsarbeiten der Maas abgebrochen, um an gleicher Stelle eine neue Brücke zu errichten. Die heutige fünfte Brücke wurde 1930 eingeweiht. Brückenbau galt im Mittelalter als ein gottgefälliges Werk: Brückenab- lässe, Brückenbrüder in Frankreich und Spanien (LThK2 MI, 711-712, mit ergiebigen Literaturhinweisen). Für 8 w. OS EN CM DEN Ya 8 FE v WEL SEN ı an EB KU 8 as K- MC EM En "A U En Br 3A kenn DL A N SE ZN Eine zeitgenössische Lithographie von G. Jasper aus den Kunstsammlungen der Universität Lütttich zeigt den Abbruch der Brücke im Jahre 1859,
29 Grablegung in St. Laurentius Reginhard starb am 5. Dezember 1037. Er wurde vor dem Hauptaltar der Abteikirche St. Laurentius beigesetzt. Seine Gruft trug die lateinische Inschrift: Flos, decus ecclesiae, presul, speculumque sophiae Hic Reginarde iaces, corpore iam cinis es. Nos quia frumenti satias pinguedine dulci, Pascua sint caeli centuplicata tibi. Te rapuit a tenebris mundi lux quinta Decembris; Splendeat in requie sol tibi iustitiae. Amen. Blume, Zierde der Kirche, Bischof, Spiegel der Weisheit, So liegst du hier, Reginhard, dem Körper nach bereits Staub. Da du uns mit kräftigem süßen Weizen gesättigt hast, Mögest du auf himmlischen Weiden hundertfache Vergeltung finden. Am 5. Dezember hat himmlisches Licht dich irdischer Finsternis entrückt, Mögest du ruhen in der strahlenden Sonne der Gerechtigkeit. Amen. Beim Erscheinen meines Beitrags in der Kirchenzeitung von Münster machte ein Historiker mich auf eine Grabplatte in den Museges d’Art et d’Histoire de Bruxelles aufmerksam. Mein Brüsseler Vetter Dr. iur. Jean- Paul Promper (+ 1994) hat die Platte in Augenschein genommen. Sie erinnert an einen 1604 hingerichteten Reginard.
f 30 Das Pilgerhospiz Reinartzhof Die alte Kaiserstadt Aachen war seit der Karolingerzeit Ziel von Pilgerfahrten aus dem gesamten Abendland, besonders wegen der Aachener „Heiligtumsfahrt“, die seit 1242 alle sieben Jahre eine Woche vor und nach dem Kirchweihtag des Aachener Münsters (17. Juli) stattfindet. Ungeachtet verkehrs- und siedlungsfeindlicher Heiden und Moore führten seit der Kelten- und Römerzeit verschiedene Straßen über das beiderseits der deutsch-belgischen Grenze gelegene Hohe Venn, den Nordwestteil des Rheinischen Schiefergebirges. Die von den Römern befestigte Via Mansuerisca ist die bekannteste und war im frühen Mittelalter die eigentliche Verkehrsader über die einsame Hochfläche des Venns. Im Hochmittelalter wurde diese Via jedoch an Bedeutung durch die von Trier nach Aachen über das Venn führende Straße übertroffen, von der ein Teil bis auf den heutigen Tag im Eupen-Monschauer Land als „Reinartzpfad““ bekannt ist. An gefahrvollen Wegen und Straßen wurden seit jeher Herbergen geschaffen, die allgemein Hospize genannt wurden, deren bekanntestes wohl das auf dem großen St. Bernhard ist (mit Bernardinerhunden als Lebensrettern). Ein solches Hospiz entstand im Venn an der Straße zwischen Trier und Aachen, die in beiden Richtungen von zahlreichen Pilgern begangen wurde. Bis 1801 gehörte Aachen zum Bistum Lüttich. Der hl. Reinhard war wegen seiner Fürsorge für Reisende und Flüchtlinge sowie als Brücken- und Straßenbauer bekannt. So wurde das Pilgerhospiz im Venn nach ihm „Reinartzhof“ genannt und unter seinen besonderen Schutz gestellt. In Aachener Urkunden des 14. Jahrhunderts werden für Reinartzhof (Pfarrei Rötgen) Begarden erwähnt, Gemeinschaften von Laienbrüdern, die damals in Deutschland und in den Niederlanden weit verbreitet waren. Ihr weiblicher Zweig, die Beginen, haben sich in Belgien in geringer Zahl in Beginenhöfen bis heute erhalten. In Aachen ging der Name Begarden später auf die Alexianer-Brüder über. Der nach diesen Brüdern benannte Alexianergraben heißt heute im Volksmund noch „Bejaarde- Jraaf‘‘. Im Bistum Münster wirken Alexianer-Brüder in Amelsbüren (Haus Kannen). Als 1435 die Herzöge von Jülich das Monschauer Gebiet in Besitz nahmen, wurde das von den Begarden in fleißiger Arbeit gerodete Land, nachdem sie es verlassen hatten, verpachtet, den Pächtern jedoch die Beherbergung von Pilgern sowie das Läuten der Wetterglocke zur Pflicht gemacht.
32 er MA ASS ZZ EL BEST SET SR EN 8 TANSANIA NN A N A A N AB OCT ARNO 0CS A Ki MeV VE PT AR x Yu VA We BR LAN NS Z BE SS \e& x RAR AD WR VS N 0 FEMR La SARA OS ie N CM RE 4 N DESSEN UN FEN ax A) Wr) 3 &N xx nA Er ZEN m GR 5 Ma VA Ta CE CAM ESEL \ OA RN] Abt a es MORE MA WR a FALSE A HN AL VE AA SZ [N VL NS N AN WER WA ZI ges 1, A A FEAT EMI =—R 1 DE A - En A £ So ähnlich kann man sich eine mittelalterliche Wallfahrt durch die Hohlwege des Hohen Venn vorstellen. (Aus V. Gielen, Das Kreuz der Verlobten, S. 47) A + a A De . pn x | PR ANST * | ME ER BE . PR an _ ba ; OS A 1 AO DL BL - 3-3" nr (a + 8 A 5 8 m £ SS Reinartzhof. Das Bild zeigt den vermutlich um 1860 erbauten sog. Oberhof. (Foto: Grenz-Echo)
33 Durch den Versailler Vertrag kam Reinartzhof zu Belgien und zur Gemeinde Eupen. Seitdem hat die belgische Verwaltung Wald- und Autostraßen angelegt. Die Geschichte von Reinartzhof endete 1961 mit der Anlage der neuen Eupener Talsperre, die als Trinkwasser-Reservoir keine landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer unmittelbaren Nähe dulden kann. Der Weiler Reinartzhof bestand aus insgesamt vier Höfen, die nach Enteignung bis 1966 geräumt und abgerissen sein sollten. Doch erst 1971 verließen die Bewohner des letzten Hofes ihr Heim. Bibliographie zu Reinartzhof: Reinartzhof und seine Geschichte, Heimatkalender Monschau 1961, 105- 109. V. Gielen, Das Kreuz der Verlobten. Venn und Wald erzählen. (Eupen 1973) S. 36-66. Carl Kamp, Das Hohe Venn (Eifelverein Düren, 4. Aufl. 1974) S. 162- 163, Grenz-Echo (Eupen, 6.2.1953; Nr. 94, 1961). Auf Anregung von Forstingenieur Michel Letocart errichteten Raerener Pfadfinder 1973 im Rennert — so wird Reinartzhof in der Mundart genannt — eine Kapelle, die am Pfingstmontag 1973 im Beisein der früheren Bewohner von Reinartzhof, der Familien Braun, Neycken, Crott, Heinen und Gillet, eingeweiht wurde und zu der seitdem alljährlich am Pfingstmontag Pilger aus den belgischen und den Aachener Grenzgemeinden wallfahren. A BE N a ETF Men #7 7 BSNC ANZ A AL De ww a VE NO SE, f VER AAN NE a Sa WE Die von Raerener Pfadfindern errichtete > aD ELLE A Marienkapelle auf Reinartzhof ESS SEnB EEE SEAEDES ERS SE DAS (Zeichnung:Peter Emonts-pohl. Aus V. Gielen, EEE > Das Kreuz der Verlobten, $. 63)
34 Hinweise Aufgrund der Verehrung, derer sich der hl. Reinhard im ostbelgischen Grenzraum erfreute, trugen auch Adelige diesen Namen, der in der Folge auch auf Liegenschaften und topographische Gegebenheiten überging und somit mittelbar auf den heiligen Bischof von Lüttich hindeutet. Reinhardstein FA de EEE PR ET, A Pa > NE gu Do ‚ a Ra # La / VE FEAR ww a NG na x + Sn i SE Def ee Cd = 2 DE A N e nn ; A A E FAN 3 L. DE 2 38 te ».+43 » = 5 A SW 4 E31 SS ee DR EEE en N SE EN N Fr 2, 2 Sn) A EEE > 7 ... a 5 & + Ps EL 3 ER A 3 <-M ZZ BE a . a SS DE I ze N A EM ne DA - WW MM - 0 4 % BL, - ® g$ 14 ZA + Wr” A SAN NER SE a ‘ A DE Ans In 40 ne? v7" 17 WER A 5 AAN es A <= FÜ VE BE Reinhard von Weismes erbaute 1354 dieses Schloß (in vorfranzösischer Zeit Besitz der Familie von Metternich), das seit 1965 in mehreren Etappen restauriert wurde und heute wieder bewohnt ist. Es wird von zahlreichen Touristen besucht und dient auch der Veranstaltung von Freilichtspielen, (Zeichnung: Soomers)
35 Reinartskehl Eduard Teichmann (Aachener Heimatgeschichte, hrsg, v. Albert Huyskens, Aachen, La Ruell’sche Accidenzdruckerei 1924, S. 274) erwähnt Reinartzkehl: „Im Jahre 1338 erhielt ein ungenannter Einsiedler, der im Wäldchen ‚bei Renardus‘ wohnte, von der Stadt Aachen Geld zur Ausbesserung der Wege. Vermutlich ist die Reinartzkehl, d.h. die Gegend diesseits des Gemmenicher Tunnels, gemeint.“ Dr. Heinrich Schiffers (Eremit am Hohen Venn, 6. Jg. [Monschau 1931] 117-122; 7. Jg. [1932] 119-120; Eupen-Malmedy-St. Vither Ztg. 3.5.1958, S. 6) hat jedoch nachgewiesen, daß das Gut Reinartskehl schon im 14. Jahrhundert unter diesem Namen vorkommt und die Eintragung in den Aachener Stadtrechnungen sich auf den Reinartzhof im Venn bezieht. Reinartskehl aber verdankt seinen Namen dem Erbauer und ersten Besitzer Reinhard von Gülpen. Der „Gemmenicher Tunnel“ entstand 1872 beim Bau der Eisen- bahnstrecke Welkenraedt — Bleyberg — Gemmenich — Aachen/ Templerbend. Durch Teilung des ursprünglichen Gutes Reinartskehl entstand in unmittelbarer Nähe ein zweiter Hof gleichen Namens. N a BIAZEAE 7 | Eee PA EB) EEE TEA GE S EEE TE PET für: SE EEE DE a EEE Beste [ - ve m , ff VE ES {a8 2 f BES EEE LEE LM A FE EEE Reinartskehl — Das Wohnhaus (Foto A. Bertha 1999)
36 Eine Kalksteinplatte am Gutseingang erinnert an einen Wiederaufbau im Jahre 1752. Damals war Reinartskehl Besitz oder — wie auf dem Erinnerungsstein zu lesen steht — „Sohlstatt‘“ (Salstatt, Hofstelle, Gehöft) des Aachener Armenhauses. Die Wirtschaftsgebäude tragen als Maueranker die Jahreszahl 1715. Be 5 EEE Ä Fa TS ONSSTAKT A U a - n en 7A ET > es S /® et Stein mit Inschrift auf Reinartskehl: „Herren H" Provisoren Aachischen Armen Hausses Sohlstatt Des Reinarts Kehlen Lehn-Guts. Renov. 1752 Julij 4“ (Foto A. Bertha) Reinhardswald Anläßlich meines Beitrages über Reinartzhof in der Bistumszeitung von Münster wurde ich von einem Münsteraner um eine Auskunft über den „im Krieg umkämpften Reinhards-Wald“ gebeten. Die Antwort mußte ich ihm schuldig bleiben. Bertha fragt, ob etwa die bewaldete Hochfläche „Reinhardswald‘““ im südwestlichen Weserbergland, zwischen Weser, Fulda und Diemel, nördlich von Kassel, gemeint ist. Vielleicht kann ein Leser dieser Neuauflage weiterhelfen ...
Die Bischöfe von Lüttich seit 7841 ONOMASTIKON CHRONOGRAPIIKON HIERARCHIAE GERMANICAE, VERZEICHNISSE DER DEUTSCHEN BISCHÖFE SEIT DEM JAHRE 800 NACH CHR. GEB. NEBST EINEM ANHANGE, DIE WÜRDENTRÄGER EINIGER ABTEIEN UND RITTERORDEN ENTHALTEND Vox AZ 2 0 . ERNST FRIEDRICH MOOYER. (A ol 3 Pina fd ii Cent sundenn U BR Yin AT ANA TG, fnfog 16 EYE, Bafen SE 00 ET fe WESEHI (IN 300 EXEMPLAREN ABGEZOGEN.) u OP en 3% is, ABLESEN EEE EB MINDEN, 4854, IM’ SELBSTVERLAGE DES VERFASSERS, (1) Die vom Autor nur bis 1795 gebotene Liste haben wir bis in die Gegenwart fortgeführt.
Likttich. Episcopatus Leodiensis. (Prov. Coloniensis.) Ciallia Christiana T, IM. (1725) edit. 1656. II. 639. — Dewez Histoire du Pays de Liege (2 Vols. 8. Bruxelles, 1822.) — + Qui gesta pontificum Tungreusium, Uraiceteusium et Leodiensium scripserunt auctorus praccipui ed. Chapaaville (Leodii. 1612 4. 1.111.) — + Fisen Nistorixe coclesiae Leodiensis (Leudii. 10%. ful.). — TL/’art de verifier les dates, Ed. nova,. XIV. (S. £ambertus.) | 784 | Gerbald f 300] an vor v6. Jau./ 810| Walkand | 832 | 8. Aprf. | 832 | Pirhard (Erhard) | 840, 840 | Hirkar | 855 2. Sept. (8 Franco 903 | 9. Jan. ; 903| Stephan 920} 19. Mal. 920 | Richard (Richer) ‘) (Abt von Prüm) 945 | 23. Jmi 920 | Hildewin, EN (Mailand) ents.| 922 945 | Hugo I. 947 | 11. April. | 947| Farabert (Abt von Prüm) } 953 | 2. 0et. 953 | Rather ME verjagt| 955 9538| Balderich I. | 959 | 18. wor. 960| Heraclius O71 | 27. vet. za. Apri | 972| Notger (aus Schwaben) 1008 | 10. apcit, vor4Bept. | 1008 | Balderieh II. Gf, v. Looz 1018} zo. Juit. [1018| Wolbodo 1021| zı. Aprir 1021| Durand 1025 | 23. Jun. 1025 | Reinhald, Reinhard 1038| s. Dec. 1039| Niedhard 1042 (16. 24. Aug. 1042| Waso 1048| 8. Jun. jmJui |1048| Dietwin v. Baiern 1075| 23. Juni. 1075| Heinrich I. Gf. v. Toul 1091 | 31. mat, (st. Aug.) | 1091| Otbert 1119| sı. Jan. z Sept. |1119| Friedrich Gf. v. Namür (+ 1121) 1120| 27 Mat. 1120 Sedisvakanz 1124 1121| Adalbero I. Gf. v. Löwen 1128| ı Jan. - 16. März |1128| Alexander I. (Gf. v. Jülich) ents, | 1134 1135| Adalbero II. Gf. v. Namür 1145| 7. März, ız. Mai |1145| Heinrich II. Gf. v. Limburg (v.d. Leyen)|1164| e.0«., vor1s. Mära/ 1165 | Alexander II. v. Orrde 1167| 9. Aug. Y 1167| Rudolf Hs. v. Züähringen vergiftet | 1191| 5. Aug. s.8ept. |12191| Albert I. Gf. v. Löwen - getödt. [1192] a4. Nov. 1192| Lothar Gf. v. Hochstaden res. | 1193 1193| Simon Hz. v. Limburg { ents. (1195 a8. Nov. [1194| Albert II. v. Kuyck 1200| 1. rebr. a. März |1200| Mugo II. v. Pierrepont 1229| 12. April. zu. Mai {1229| Job. v. Eppe, 1x. v. Rumigny Gf. v. Forines } 1238| 1. Mat. ! 1238’ Wilhelm Gf. v. Savoyen 1239
so. vet. |1240| Robert I, v. Torote (Lungres) 1246 |. ı6, ent 10. Oct. |1247| Heinrich III. Gf. v. Geldern ents. | 1274 ['s. Ja. - 1274 | Johann III; v., Enghien (Tournai) + | 1281| zu. Aug. sı. Oct. |1282| Johann IV. Gf.‘v. Flandern . .‘! + 1292| 14. 0eı. 1292| Guido Gf. v. Hennegau, Admin. 1296 1.'8ept. |1296! Hugo IM. v. Chälons (Bisanz) 1301 i (vora1.Fur.)/ 1301| Adolf I. Gf. v. Waldeck . > -|1302| 13. Deo. im Nov. |1303| Theobald Gf. v. Bar 13121 ı3. Mat. 4. April‘ |1313| Adolf 1I. Gf. v. der Mark z 1344| 3. Nov. 33. Febr. |1345| Engelbert Gf. v. der Mark (Köln) 1364 Inwch28.Feb. 14 Apr |1364| Jöhunn V. v. Arkel (Utr.) 6 1378| 1. Juli. 18. Jun. 1378| Arnold Gf. v. Moorn (Utr.) 1389| &. März. jm’3uli |1389| Johann VI. Mz. v. Baiern-Honnegau. res. | 1418 (mg. ati) 4. Mat |1418| Johann VII. v. Wallenrod (Riga) 14191 28. ati. 16.Jun. |1419| Johann VIM. v. Meinsberg res. | 1456 9. März |1456| Ludwig 1lz. v. Bourbon getödt. | 1482| so. Four. 30. Aug. (1482| Wilhelm Gf. v. d. Mark-Lümnsir Vonoyer | 1484 < 1. Sept. ee Johann Gf. v. d. Mark-Lümair, Prätendent | 1454 im;0cs. |1482| Johann IX. Gf. v. Moorn SE 1505| 15; Jan. 13. Dee. |1505| Eberhard Gf. v. d. Murk-Södan . - |1538[| 16. Pevr. 15. Juni |1538| Cornelius v. Berghen res, | 15-44 | 16. aug. 16. Aug. |1544| Georg v. Oesterreich S 1557| 4 Mai. 8. Nov. |1557| Robert II v.-Berghen (el. im Mai) res. | 1563| zz. Ju. 1563| Gerhard v. Groissbeck 1580| 2. Dee. sı.Jan. |1581 | ErnstHz. v. Baiern (Freis.Hild.Köln.Münst.) | 1612 | ı7. rev. 16. Märg |1612| Ferdinand Hz.-v. Baiern (Hild, Köln:) |1650| ıs. Sept. 19. Sopt; - | 1650 Maximilian Heinrich Hz, v. Baiern (Köln)| 1688| s. Juni. 17. Aug. |1688| Johann Ludwig v. Elderen % 1694| 1. Febr. zo.April - | 1694| Joseph Clemens Hz. v. Baiern (Köln) |1723| 1ı2. Nov. 7. Febr. |1724| Georg Ludwig v. Berghen f 1743| 4. Dee. gs. Jan. |1744| Johann Theodor Hz, v. Baiern (On Freis.) | 1763| v7. Jau. 20. Apr |1763| Karl Nicolaus Alexander Gf. v. 0 trewnont | 1771| 22. 0e1. 16. Jan. |1772| Franz Karl Gf. v. Velbruck % 1784| zo. Aprıı. a1. Jali 1784| Caesar Constantin Franz Gf,.v, Hoensbrouck | 1792 A 16. Aug. |1792| Franz Anton Gf, v. Mean u. Beaurieux | 1795| 3. ve. Ab 1795 Nach der durch das Konkordat mit Napoleon erzwungenen Abdankung blieb de M6an im Exil (zunächst in Trier, später — nach Besetzung Triers durch die Franzosen — in Erfurt) bis 1802 weiter Bischof von Lüttich, jedoch ohne den Fürstentitel. Er starb 1831 als Erzbischof von Mecheln. 1802-1808 Jean Ev. Zaepffel 1902-1927 Martin-Hub. Rutten 1829-1852 Corn. Rich. Ant. van Bommel 1927-1961 Louis-Jos. Kerkhofs 1852-1879 Th6odore Alexis de Montpellier 1961-1986 Guillaume-Marie van Zuylen 1879-1901 Victor Jos. Doutreloux 1986- Albert Houssiau
5 Rn nn Ä # %. ; LU | A | | R- A | „ A si A a V DA » id v UM A Ben A Bischof Reinhard Lettmann von Münster (1980- ) im Gespräch mit dem Verfasser (Foto: Böckmann, Kirche und Leben, Münster) Dieser Beitrag ist auch als Sonderdruck erhältlich (100 BEF, 5 DM, 2,48 € ). Bestellanschrift: Sekretariat der Göhltalvereinigung, Maxstraße 9, B-4721 Neu-Moresnet.
42 Der Fährmann Bei den großen Weiden am stillen Fluß wartet das Fährhaus rot geziegelt. Die Tür ist verriegelt. Wird einer kommen, den Klopfring heben? den eisernen schlagen, daß die kleinen Fenster . davon erbeben? Der alte Fährmann tritt auf die Schwelle, sieht auf das Glitzern im trägen Fluß und den dunklen Kahn an der seichten Stelle. "Die Brücke"-denkt er- "ein Wegstück weiter, ist neu und wie eine silberne Leiter über das Wasser gespannt von Rand zu Rand." Dann stakt er die Fähre mit hölzerner Stange lautlos hinüber- als stünde dort einer, der riefe:"Hol über!” Er wartet lange und gleitet erneut herüber, hinüber die bange Zeit... Beim Fährhaus schlägt er die Augen nieder, als wär es ihm plötzlich nicht mehr vertraut- - er bleibt im Boot, bis der Morgen graut. M. Th. Weinert
43 Preußisch- und Neutral-Moresnet im Adressbuch des Kreises Eupen ( 1902) von Firmin PAUQUET Im Adressbuch sind die Familienoberhäupter alphabetisch geordnet. Ich habe hier eine Umänderung nach Hausnummern durchgeführt. I. Preußisch Moresnet Nummer u. Ortsteil Einwohner Beruf Bildchen 002 Janssen Adolphe, Wwe Landwirtin 003 Xhonneux Albert Bahnwärter u. Landwirt 004 Broese Johann Gastwirt Gouder de Beauregard Peter Schlosser Küsgens Wilhelm Gastwirt 00 FO = 8 N 7 OA A PM CC“ 1 T 7 “ Ka PR 5 5 A ni E Zn m WE ARZT U A n Das Restaurant des Joh. Broese trug den nicht gerade rühmlichen Beinamen „der schwarze Löffel‘*‘.
44 004a Lingens Karl Rentner 005 Habes Carl Bahnwärter 006 Crombach Mathieu Landwirt Langohr Wilhelm ohne Gewerbe 007 Bouy 008 Born Peter Joseph Landwirt u Bäcker. Lecolle Franz Rentner Schmied 009 Sabelsberg Nicolaus, Wwe Hausfrau 010 Duykartz Martin Schuster . Klausener Jacob Bahnwärter Wertz Mathias Weichensteller 011 Corman Joseph Tagelöhner Groffy Michael Tagelöhner Mertens Nicolaus Tagelöhner 012 Huber Arnold Weber Simons Hubert Landwirt Ziegelhütte 014 Poth Leonard Weber 015 Rausch Adam Gastwirt 016 Bruch Reinhard u. Co Schleifmühle, Filzfabrik Kremer Engelbert Fuhrmann u. Kutscher 017 Scholtz Heinrich Zolleinnehmer 018 Poppe Adolph Grenzaufseher Völing August Grenzaufseher 019 Derwahl Johann Michael Turmwächter Hagelstein Johann Joseph Schmied u. Ehefrau Kleidermacherin 020 Wals Martin Hausknecht 021 Schlenter Hubert Gast- u. Landwirt 022 023 Francois Hubert Bäckergeselle Wertz Cornel Bäckermeister 024
45 a A BO aa 2 VE LE N 2 ee 8 PO 2 P A ET S A! 1} at Ar (7 Pla(a)tsegel in einer älteren Aufnahme. Der linke Hof wurde Ende der 70er Jahre abgerissen. HI SE E + Sn 1 x ® ZZ U MM —— 6 8 I EA A [NR N FM \ Der Hof "Plaat", an der Stelle des Hauses Käskorb Nr. 64, wurde Mitte der 70er Jahre abgerissen.
46 Platsegel 025 Magermans Heinrich Landwirt 026 Brandt Peter Landwirt 027 Laschet Leonard, Wwe Landwirtin Laschet Joseph Gemeindeförster Laschet Mathias Postschaffner 028+ 029 Mostert Jacob Landwirt Plaat 030 Zimmer Wilhelm Landwirt 031/033 } Käskorb 034 Rompen Johann Hubert Landwirt 035 Cloth Heinrich pens. Bahnwärter 036 Breuer Egidius Tagelöhner Roth Jacob Bergmann Kelmiserheide 037 Herff Eduard, Wwe ohne Gewerbe 038 Cüpper Mathias Landwirt 039/040 a BA BE A - za le sn ER v4 { iA 4 } Fa Dr Kh d is Se id FE Be E? EA a VE ES A| RA Das Gut "Kelmiser Heide" in Neu-Moresnet musste in den 80er Jahren einer Neubausiedlung weichen.
47 EA 3 aa) a 1} A W - N A HE. Der Käskorb mit Hof Pelzer, 1974 oder '75 041 Kockartz Johann Rottenarbeiter 042/044 045 Ahn Joseph, Wwe Haushälterin Frack Gerhard Landwirt 046 047 Deckers Hubert Landwirt Maxstrasse 047a Bruch Friedrich Fabrikdirektor Jansmühle 048 Heins Hubert Landwirt Hold Friedrich Mechaniker Kötgen Nicolaus Joseph Landwirt Stommen Theodor Fuhrmann 049 Gio Ignaz, Wwe Landwirtin 050 051 Hohmann Heinrich Bote 052 Markstein Max Ingenieur Spiesicke Richard berittener Gendarm 053 Molly Dr Wilhelm Sanitätsrat
48 Maxstrasse 053a Pelzer Hermann Wwe ohne Gewerbe Radermacher Mathias Tagelöhner 053b Stange Carl Aufseher u. Musiker 053c Würbach Wilhelm pens. Gendarm u. Landwirt Hasard 054 Reinartz Wilhelm Spinnmeister u. Gastwirt 054a Klinkenberg Johann Schreiner Rüssler Wilhelm Bergmann E 055 Kirschke Carl Grenzaufseher Kreitz Wilhelm Klempner u. Blech- warenhandllung 056 Kriescher Mathias Bergmann Brandt Johann Joseph pensioniert Crott Joseph Tagelöhner Grofy Jacob, Wwe ohne Gewerbe Schössler Barbara Tagelöhnerin N E zn = ii ke De DO ee |} | %* | HS a] 4 9 } E A IF 5] xx = E n 34) O A AL * Ag X Sic ® 4 3 HE — \ al | ; ® Pr W 1 Me 4 3 al } " 3 b a U A Auf Jansmühle wohnte Dr. Molly (Aufn. 1895)
49 (ana ER ; pP Mm "et. al 11 Die Gastwirtschaft Reinartz wurde später durch einen Saalbau erweitert. 057 Poth Mathias Weber u. Händler 057a Franssen Lambert Schreinermeister u. Gastwirt Westhofen Leonard, Wwe pens. Steiger 057a1 Bruch Rudolf Fabrikdirektor Wertz Hubert Fuhrunternehmer u. Mietkutscher 057b Müller Dr., Friedrich praktischer Arzt Jongh Johann Joseph Handelsgeschäftsmann 057b1 Bonni Peter Polizeidiener Dahlen Peter Schustermeister u. Schuhhandlung Herff Peter Tuchweber Pelzer Mathias Klempner 058 Taschbach Joh. Peter, Wwe ohne Gewerbe Emonts Leonard Pliesterer Kriescher Johann Bergmann Schlingensief Joseph Schneidermeister
51 D Va A L nn nn P w A s En CF - 7 { : 1 1 A Xi 4 } A k | A HE A bein 4} His AS Lb3ö3 nn AL hi | AM 180 Em A” WA mul bi A ‚5 : EHEN HE 13 W- + - + {9 ak K a s En zu nn v-_—. SO . Die sog. Herrenhäuser (Beamtenwohnungen) auf Hasard NA ES U) N A ER ZI Rn EN Be A ä ; EN On X 5 Ye € ‚A A ER Dr: 1° SR E — | EN ES | EN Aa ZH 1 a —— An} We 2 2 ER 2 022000 2 BU Sn DA Der im Jahre 1765 errichtete "Penning", Ecke Lütticher/ Casinostraße, verdankt 8 seinen Namen dem Schmied Johann Willem Anton Pennings.
52 Vera | dr A S 5X EEE BP DEE TEE TSERTESKLSERE EEE a BE + An der Brücke ("Geulbrücke"), früher ein Gasthaus 078 Demonthy Wilhelm, Tagelöhner Hagelstein Johann Tagelöhner 079 Breuer Mathias, Maurer Willems Hubert Tagelöhner 080 Hagelstein Winand, Wwe, ohne Gewerbe 082 Lintzen Joseph Landwirt Jägerspfahl 083 Schmetz Nicolaus pens. Tagelöhner Wechseler Johann Eisenbahnarbeiter 085-86 Haag Wintgens Nicolaus Fuhrmann Rotschen 087 Gouder de Beauregard Geschw.,Landwirte Hirtz 088 Hick Thomas Landwirt 090 Schoonbroodt Alex
53 Eschen 091 Klar Martin Hausierer Drieschgen 092 Havenith Gaspard Landwirt Schmalgraf 093 Blissenbach Hermann Bergmann 095 Willems Johann Landwirt Schnellenberg 096 Cormann Heinrich Ackerer 097 Ahn Ludwig Landwirt 098 Derichs Alois Ackerer Pelzershof 099 Poumay Hubert Landwirt Kelmisermühle 100 Nörrenberg Karbonisieranstalt Kelmis 101 Heuschen Peter, Wwe Landwirtin Niessen Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe 102 Heuschen Wilhelm, Wwe Landwirtin 105 Geron Mathias Landwirt 106 Koenigs Peter Joseph Bergmann 107 Niessen Peter Joseph Tagelöhner 108 Olivier Leonard Maurermeister Bemerkungen: Zu den 108 laufenden Nummern sind 11 Nummern mit a,b,... und 2 Nummern mit al... beizurechnen. Abzuziehen ist eine Nummer wegen Zusammenlegung (85 und 86). Insgesamt zählen wir also 121 Häuser. Es gibt ferner 21 unbewohnte Häuser und 2 öffentliche Gebäude: die evangelische Kirche und die Bürgermeisterei. Die Anzahl der bewohnten Häuser in Preußisch-Moresnet erreicht 97, das sind_7 weniger als bei der Durchführung der Nummerierung.
54 Die Verteilung nach Haushalten gibt folgendes Bild: 64 Häuser mit 1 Haushalt = 64 Haushalte 22 2 44 5 3 15 4 4 16 1 5 5 Insgesamt 144 Haushalte in 96 Häusern. d.. h. 1,50 Haushalt pro Haus. II. Neutral Moresnet. Heygraben 001 Heyeres Sebastian Ackerer . Scharis Peter Schreinermeister Scharis Wilhelm, Wwe ohne Gewerbe Landstraße 00la Lavalle Joseph Schenkwirt u. Tagelöhner Nyssen Peter Fabrikarbeiter 002 Laschet Heinrich, Wwe ohne Gewerbe geb. Radermacher Breuer Ferdinand Altkäufer u. Gemüsehändler 002a Vaassen Lambert Dachdeckermeister Hazard alte Schmiede 003 Antwerpen Louis Wirt Autmanns Paul Bergmann Meessen Johann Tagelöhner 004/007 Hazard 008 Beaufays Ludwig ohne Gewerbe Chantrain Johann Bohrmeister 009 Langohr Nicolaus Landwirt Mertens Josefina Haushälterin Voss Heinrich Land- u. Schenk- wirtschaft 010 Nellissen Peter, Wwe ohne Gewerbe 011 Collette Arnold Maschinist Rordorff Conrad Photograph
55 Zartenar Joseph Hülfweichensteller 012 Walraff Hubert Tagelöhner 013 Radermacher Hubert ” Spinner 013a Collyn Thomas Tagelöhner 013b Demonthy Hubert Bergmann 014 Stammen Joseph Schenkwirt 014a Pelzer Joseph Bergmann u. Ehefrau Modistin 015 Franssen Josephina Rentnerin Hilgers Heinrich, Wwe ohne Gewerbe 015a Hackens Anton Bäckermeister Luchte Friedrich Steinhauer 015b Bergerhoff Louis Decorations-Maler 016 Schmitz Peter Joseph Schenkwirt (Kirchstrasse) 458 c Horgnies Emil Lehrer Kirchstrasse 016a Dahlen Hubert, Wwe Schuhmacherei, Schuhgeschäft u. Schenkwirtschaft Göbbels Ludwig Anstreicher Kreitz Carl Spinner 016b Colette Joseph Bergmann Taschbach Nicolaus Joseph Maurer Huppermann Martin Schenkwirt 016c Franssen Geschwister Fabrikarbeiterinnen Palm Leonard Wirt u. Schreiner Schlingensief Pet. Jos., Wwe Hausfrau 016d Radermacher Leonard Schenkwirt u. Schreiner 017 (Kirche ?) 018 Frins Alexander Kaplan 019 Dominikaner-Schwestern Fober Joseph Fabrikarbeiter u. Kurzwarengeschäft 020 Hackens Maria Modistin Hackens Joseph Schenkwirt u. Küster
56 Reip Mathias, Wwe ohne Gewerbe Vanwersch Mathias Schreiner 020a Bauwens Joseph Scheiner u. Eigentümer Boltersdorf Heinrich Anstreicher Klausmann Sibille, Wwe ohne Gewerbe Steffany Peter, Wwe ohne Gewerbe 021 Barth Gottfried Apotheker Schnellenwind 022 Hennen Andreas Bergmann 022a Franzen Victor Spinner 023 Jeholet Geschwister Büglerinnen 024 Bonni Jacob, Wwe Hausfrau Knops Gerhard Tagelöhner 025 Door Philipp pens. Tagelöhner Rocks Leonard Tagelöhner Bock Peter Bäckermeister 026 Delbrassine Joseph Schreiner Rumpen Peter Joseph Rentner 027 Jongen Victor ohne Gewerbe Hennes Nicolaus Weber 029 Schneider Lorenz Friseur 029a Clintgens Heinrich Handelsmann Clintgens Hubert Bergmann 030 Coonen Johann, Wwe ohne Gewerbe Crott Peter Joseph Schneider Crott Johann Schuhmacher Niessen Hubert Schreiner Niessen Johann Tagelöhner 031 Nicol Jacob pens. Tagelöhner 032 Decroupet Gerhard Tagelöhner Drouven Lambert, Wwe ohne Gewerbe Hennen Andreas Bergmann 034 Laschet Joh. Joseph, Wwe ohne Gewerbe Laschet Hubert Fabrikarbeiter 035 Renericken Franz Schenkwirt u. Metzger Renericken Wilhelm, Wwe Landwirtin Schrymecker Bartholomäus Viehhändler u. Metzger 036 Hambücken Theodor Rentner
5% Hambücken Joseph Bäckermeister 037 Gülpen Wilhelm Schuster Mostert Leonard Schenkwirt u. Tagelöhner Schumacher Therese Näherin Vromen Andreas Tagelöhner 038 Cox Johann Tagelöhner Heutt Christian, Wwe Hausfrau 1 5 7 5 Altenberg. - Katholische Kirche und Kloster | Sr WE Keaelai & A 0 TE ur a : KA JE ] DENT Du ® |! U a NEE cl = E Kirche und Kloster s 039 Savelsberg Johann Maschinenputzer 040 Wertz Peter Joseph Tagelöhner 042 Niessen Nicolaus Totengräber 043 Beckers Stephan Tagelöhner Carabin Carl Tagelöhner Vervecken Barth Ehefrau Tagelöhnerin 044 Conrath Heinrich Laboratoriumsgehülfe 045 Wechseler Franz Tagelöhner 047 Dütz Nicolaus Tagelöhner Hausmann Peter Tagelöhner u. Kleinhändler
58 048 Jungbluth Leonard Tagelöhner Klein Leonard Schenkwirt u. Brennerei 049 Lavalle Mathias Tagelöhner Timmermann Wilhelm Tagelöhner 050 Stammen Nicolaus Wirt, Altkäufer u. Gemüsehändler 051 Stammen Heinrich Bergmann 052 Groffy Joseph Schuster Vons 053 Reip Joseph Bergmann | Reip Heinrich Fabrikarbeiter 054 Hilligsmann Heinrich Bergmann Schreul Hubert Tagelöhner 055 Timmermann Joh. Jos., Wwe Händlerin Schnellenwind 056 Kriegenar Heinrich, Wwe ohne Gewerbe Schroeder Peter, Wwe ohne Gewerbe 057 Schroeder Joseph Bergmann Mostert Johann Tagelöhner 058 Drouven Leonard Tagelöhner Müllenders Bernhard Fabrikarbeiter Nautz Gertrud Haushälterin 059 Defawes Wilhelm Bergmann Schöffers Simon, Wve ohne Gewerbe 060 Brandt Peter Fuhrmann Schmetz Heinrich, Wwe ohne Gewerbe 061 Drouven Andreas pens. Tagelöhner 062 Franssen Theodor Güterbodenarbeiter Timmermann Wilhelm Schlosser 063 Grofy Ludwig pens. Bergmann Groffy Mathias Tagelöhner Kockartz Nicolaus, Wwe ohne Gewerbe 064 Schrymecker Joseph Schreinermeister u. Metzgerei 065 Jungbluth Heinrich Schenkwirt u. Geschäftsmann
59 066 Karsch Cornel Schenkwirt 067 Schoonbroodt Hubert Fuhrmann 068 Kellner Johann ” Tagelöhner 069 Schales Ignaz, Wve Wirtin 070 Kellner Johann, Wwe ohne Gewerbe Pauly Leonard, Wve ohne Gewerbe 071 Schneider Fritz Friseur 072 Jacobs Adolph Metzger 073 Radermacher Laurenz Spinner Baltus Leonard Schustermeister Eichestock ? 074 Grosch Gerhard Bäckermeister Schnellenwind 076 Moyano Victor Schenkwirt Stickelmann Johann, Wwe ohne Gewerbe Thimstrasse Gruß aus Altenberg, Neutrai-Moresnet 1 Ü = E Timstrabe A Pe 3 Er m Fe 3 E BA a’ 33 { “ F FF 7 3 VE M Z “ 8 u 108 . * 18 2 Ca A E a u . } - 3 „118 SE Fe ar A. Ni. A E38 | Y a ALLE R;:f Die Thimstraße im GE Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts 077 Brück Ludwig Aufseher Rinkens Peter Conditor Horion Hubert, Wwe Obsthändlerin
60 079 Loupart Mathias, Wwe ohne Gewerbe 080 Lavalle Mathias Bergmann 081 Schmidt Amal. pens. Musiker 082 Malmendier Johann Tagelöhner 083 van Hauten Alois Unternehmer, Ziegeleibesitzer u. Schenkwirt Gouder de Beauregard Jos. Bäckermeister 084 van Hauten Dominikus Gemüsehändler Krickel Wilhelm Spinner 085 Walraff Hermann Fuhrmann . Chantrain Jacob Handelsmann Bott 086 Buchem Mathias Weber 088 Döme Johann Tagelöhner 089 Hartkopp Johann, Wwe ohne Gewerbe 089a Dieckerhoff Gerhard ohne Gewerbe Lavallee Hubert Fabrikarbeiter Herff Gregor Hülfsweichensteller Kujawa Albert Schreiner 090 Creusen Johann, Wwe ohne Gewerbe 091 Braun Joseph Bäckermeister Braun Peter, Wwe ohne Gewerbe 092 Hagelstein Joseph Bergmann u. Kurzwarengeschäft 093 Beaufays Joseph Bergmann 094 Burggraf Anna Catharina ohne Gewerbe 096 Breuer Nicolaus Schmelzer 098 Yserentant Joseph Maschinist Brandt Johann Joseph Maschinist 099 100 Hagelstein Johann Joseph Tagelöhner Collin Wilhelm Bergmann 101 Stammen Hubert Tagelöhner
61 Thimstrasse 102 Lavalle Cornel, Wwe ohne Gewerbe 103 Hartmann Johann ” pens. Lehrer 104 Hennes Joseph Weber Francois Mathias Metzger 104a Meessen Heinrich Maschinenheizer Heyeres Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe Kirchstrasse 104b Versie Wilhelm, Wvie ohne Gewerbe Schumacher Nicolaus Wirt u. Bäckermeister 105/106 Schrymecker Peter Handelsmann 107 Touwaide Toussaint Mechaniker Jongh Adolf Bäckermeister 108 Soiron Aldolph Wirt u. Metzger 109 Vanhauten Joh. Math., Wwe ohne Gewerbe Schumacher Adam Handelsmann, Klein- handel mit geist. Getränken Clebank Franz, Wwe ohne Gewerbe 110 Soeurs de Notre Dame Schulschwestern 111 Yunck Julius Lehrer Peusgen Jacob Schenkwirt Massenaux Maria Catharina Tagelöhnerin Hermenns Leon. gen. Heinr. Tuchfärber Bonn Joseph Zimmermann 112 Zinzen Franz senior Schreiner 3 Zinzen Franz Uhrmacher u. Uhrengeschäft 114 Radermacher Caspar Rentner Kreutz Joseph Weber 115 Xhonneux Geschwister Rentner Hazard 116 Moyano Leopold, Wwe Geschäftsfrau 117 Schlingensief Joseph Geschäftsmann, Kleinhandel mit geist. Getränken Brammertz Joh.Jos., Wwe ohne Gewerbe 117a Madot Victor Schmied 118 Grignard Peter Joseph Obersteiger
63 131 Schumacher Adam Bäckermeister u. Schenkwirt 132 Schnackers Elisabeth ” Kleinhändlerin 133 Desonne Max ohne Gewerbe Desonne€ Hubert Metzger 134 Demonthy Lambert Spinner Heuft Peter Maschinenputzer Hondskont 135 Songlet Peter Fuhrmann 136 Dornhard Wilhelm Schreiner Thimstrasse 138 Fryns Jacob, Wwe ohne Gewerbe Frings Mathias Schuhmacher Fischenich Heinrich Webermeister 138a Theelen Heinrich Tagelöhner Theelen Mathias Bergmann 139 Wertz Johann Commissionnär Thomas Theodor Kutscher 140 Timmerhans Carl Ingenieur-Direktor Schützenstr. 141 Giehlens Nicolaus Klempner u. Oekonom der St. Barbara u. Sebastianus Schützen- gesellschaft, Wirt 141a Barbi Georg Holzschneider Baerten Paul Tagelöhner Schmetz Jacob, Wwe ohne Gewerbe 142 Vliex Anton Wirt u. Holzhändler 143 Toussaint Johann ohne Gewerbe Klaas Gerlach Bergmann 144 Heyeres Johann Bergmann 145 Pomme Peter Tagelöhner Wermeister Peter Joseph Tagelöhner 145a Kohl Johann Tagelöhner Dückers Johann Schustermeister 146 Consten Heinrich Schmied 146a Marechal Johann Joseph Aufseher
64 146b Vanaschen Louis Tagelöhner Servatius Mathias ohne Gewerbe Hack Johann Bergmann 147 Ohn Wilhelm ohne Gewerbe Ohn Cornel Schuster Wauters Wilhelm Schlosser 148 Wertz Hubert Tagelöhner Hausmann Wilhelm Tagelöhner 149 Koch Adam, Wwe ohne Gewerbe Pütz Johann Tagelöhner Neustrasse ä 149a Schmetz Ludwig Tagelöhner Moebius Joseph Tagelöhner Bastin Wilhelm Tagelöhner 149b Zitz Hub. gen. Johann Tagelöhner Sommer Geschwister Fabrikarbeiter Radermacher Johann Pliesterer 149b1 Beyers Nicolaus Bergmann Klaas Martin Bergmann 149b2 Beckers Johann Bergmann Offermann Alois Schreiner Radermacher Hubert Jacob Eisenbahnarbeiter Christen Johann Mas ce hi ns t 149b/a Tatas Joseph Schmied 149c Wetzels Constant Tagelöhner Evertz Ferdinand Tagelöhner u. Wirt 149d Schmetz Hubert Bergmann Vanviersch Carl Tagelöhner 1 49e Wermeester Joh Jos. Hubert Schreiner 150 Schartmann Joseph, Wwe Wirtin Jerusalem Nicolaus Weber 151 Consten Joseph Schmied 152 Consten Carl Schmied Welter Johann Joseph, Wwe ohne Gewerbe 153 Radermacher Egidius Heizer Pelzer Johann Dachdecker 153a Pelzer Wilhelm Bergmann 154 Heuschen Servatius, Wwe ohne Gewerbe 155
65 Kapellstraße 156 Conrath Joseph Bergmann Romanns Arnold Bergmann 157 Keutgen Engelbert, Wwe ohne Gewerbe 158 Meesters Heinrich Packer Meier Christ, Ehefrau ohne Gewerbe 159 Wetzels Friedrich Tagelöhner 160 Neid Peter Schreiner u. Handelsmann 160a Groteclaes Joh. Jos. Hubert ohne Gewerbe Groteclaes Josephina Geschättsführerin des Altenberger Consums 161 Kofferschläger Friedr., Wwe ohne Gewerbe Luchte Friedrich Geschäftsführer 162 Flecken Franz Apotheker 162a PeltzerAntoinetta Händlerin Herne Johann Weber 162b Jünger Hubert Bäcker Hülster Emil Karoussellbesitzer 8 7 % f # { Ko 20 YEÖ res DO OO 8 % Fr 7 S bar DEI) AR nf EEE DUTY AG Ye ED 7 Dh Late 4 DEN BR Se 7 7? Gl gs a a a em SE a Gruss aus Neutral-Moresnet Altenberg A) Laer sn An ler BE sh Fer ef EAN PUR en BER Photographie und Yen von Fr. Zinzen, HEN / CAR Panorama von Kelmis um 1900
66 Hazard 163 Hack Mathias Gastwirt 164 Schmetz Carl, Wwe ohne Gewerbe 165 Carabin Leonard, Wwe ohne Gewerbe 166 Schoenauen Franz Tagelöhner Brandt Mathias Joseph ohne Gewerbe Bastin Friedrich Wilhelm Tagelöhner Reuters Wilhelm Postbote 167 Schoenauen Franz, ohne Gewerbe 168 Duysens Joseph Kutscher Collette Hubert Laboratoriums- gehülfe u .Musiker ) Schreiber Wilh., Wwe Geburtshelferin Kaldenbach 168a Janssen Laurenz Bäcker Janssen Hubert Bergmann 169 Niessen Heinrich, Wwee ohne Gewerbe 169a Schyns Johann Weber Pelzer Leonard Tagelöhner 169b Pauly Johann Fabrikarbeiter 170 Bruwier Peter Tagelöhner In Meckelenz Bernhard Weber 72 Hiligsmann Heinrich Fabrikarbeiter 173 Chantrain Gerhard Tagelöhner 174 Hiligsmann Johann Joseph Bergman 138 Locht Johann Tagelöhner Locht Johann, Wwe ohne Gewerbe 175a Radermacher Gebrüder Tagelöhner 176 Bühne Ernst pens. Tagelöhner O Radermacher Wilhelm Tagelöhner 178 Roßcaint Hubert Joseph Spinner Hazard 179 Kriegenar Johann Bergmann 180 Barth Lambert Schenkwirt 180a Lennertz Wilhelm Weber Baerten Joseph Tagelöhner
68 (am Kaldenbach) Kaldenbach 181 Johann Joseph ohne Gewerbe Hazard 182 Küpper Jacob Bergmann 183 184/185 Carabin Nicolaus Bergmann u. Wirt 186 Brüls Cornel Rentner 187 Schmetz Hubert Bürgermeister 188 Bergerhoff Jacques Hotelier Lindenstr. 189 Sebastian Hubert Fabrikarbeiter Lenders Nicolaus Wirt u. Tagelöhner 189a Carabin Stephan, Wwe ohne Gewerbe Mennicken Jacob Schlosser Poumay Heinrich Tagelöhner Radermacher Andreas Tagelöhner Houben Ferdinand Drechsler u. Schlosser Hautermann Joseph Spinnmeister 189a1 Werner Alfred Grubenschmied Schauff Mathias Tagelöhner 189b Strauch Joseph pens. Nachtwächter Hansen Cornel Maschinist Schell 190 Ahn Michael, Wwe ohne Gewerbe Debets Mathias Steinbrecher Kofferschläger Hubert, Wwe ohne Gewerbe Mostert Franz pens. Tagelöhner Grube 198 Lambert Jacob belg. Stationsvorsteher Bruch 194 Heuschen Wilhelm Tagelöhner 195 Bouchard Johann Tagelöhner Niessen Gerhard, Wwe ohne Gewerbe
70 Mühle 216 Zevaert Hubert, Wwe Müllerin Pfahl 217. Lorsie Heinrich Tagelöhner u. Wirt 219 Conrath Ludwig Schmelzer Hof 221 Bonni Joseph Schmelzer 222 Collin Stephan, Wwe ohne Gewerbe 223 Bodewyn Paul Bergmann Schyns Joseph, Wwe ohne Gewerbe ) ; 224 Schillings Heinrich pens. Bergmann u. Ackerer Kröschel 225 Emonts Heinrich Schmied 225a Beckers Peter Tagelöhner Kuckestein 226 Emonts Bernhard Schmied 227 Franck Stephan, Wwe ohne Gewerbe Franck Joseph Schreiner Vogelsang 228 Wetzels Arnold Tagelöhner 229 Pütz Joseph Tagelöhner Tielemanns Leopold Bergmann 230 Jocka Leonard Tagelöhner 231 Emontz Leonard Tagelöhner 232 Hunger Nicolaus, Wwe ohne Gewerbe 233 Sandmeier Rudolf Gärtner Koch 234 Noldus Theodor, Wwe Hausfrau 235 Ortmanns Peter Fuhrmann Hagelfür 236 Huppermann Mathias Schneidermeister 237 Niessen Joh. Joseph, Wwe ohne Gewerbe
71 Schmelz Jacob Tagelöhner 238 Wermeister Heinrich Tagelöhner 239 Schyns Andreas - Tagelöhner Schyns Lambert Tagelöhner 240 Baltus Leonard Tagelöhner 241 Breuer Johann, Wwe ohne Gewerbe 244 Kohl Franz Bergmann 245 Fagot Joseph Tagelöhner Huppermann Wilhelm, Wwe ohne Gewerbe Wintgens Nicolaus Schuster 246 Peters Hubert, Wwe ohne Gewerbe 247 Brauwers Hubert Tagelöhner 248 Schmetz Nicolaus Tagelöhner 249 Bettenhausen Ludwig Tagelöhner 250 Schyns Christian Tagelöhner 254 Scharis Edmund Tagelöhner 252 Mostert Paul, Wwe ohne Gewerbe 253 Brouwier Nicolaus Maurer 254 Mostert Joseph Maurer 255 Leisten Wilhelm Tagelöhner 256 Mostert Joseph Schreiner 257 Möckberg 258 Timmermann Joseph Bäckermeister u . Handelsmann mit geistigen Getränken 259 Schins Mathias Bergmann Puteshemel 260 Meessen Jacob Bergmann Schmetz Wilhelm Tagelöhner Steckenbiegler Mathias Schustermeister Vanaschen Joh. Hub., Wwe ohne Gewerbe 261 Verlings Jacob Hubert Tagelöhner Born Johann Joseph, Wwe ohne Gewerbe Krickelstein 262 Moebius Sebastian Invalid
72 263 Vandegard Johann Bergmann 264 Zimmer Hubert Spinner 265 Kofferschlaeger Nicolaus Tagelöhner 266 Vanaschen Jacob Tagelöhner 267 Laschet Joseph Fabrikarbeiter 268 Hackens Joseph Schmied Kaldenbach Caspar, Wwe ohne Gewerbe 269 Mostert Heinrich Tagelöhner Radermacher Cornel, Wwe Wirtin 270 Mangette Paul Tagelöhner 271 Huppermann Simon Bergmann 272 Wetzels Wilhelm Tagelöhner . 273 Steffens Nicolaus, Wwe ohne Gewerbe Pitz Joseph Maurer 274 Brouwier Nicolaus Tagelöhner 275 Döme Catharina Botin Nusch Wilhelm, Wwe ohne Gewerbe Verbert Franz Bergmann 276 Nyssen Nicolaus Bergmann 27T Franck Jacob Tagelöhner Franck Nicolaus Tagelöhner 278 Schillings Joseph Bergmann Z79 Kohl Gerhard Tagelöhner Hamel Leonard Fabrikarbeiter Bierberg Christoph Tagelöhner Schlack 280 Everts Heinrich Schmelzer 281 Krauss Philipp Invalid 282 Krützen Mathias, Wwe ohne Gewerbe Heide 283 Scharis Gerhard Ackerer 284 Welter Mathias Joseph Tagelöhner Hausmann Joh. Joseph Hub. Tagelöhner u. Landwirt Heide 285 Schyns Anton Tagelöhner
PB 286 Kofferschlaeger Barthol. Ackerer Hackens Stephan Tagelöhner u. Ackerer Kreusen Johann Tagelöhner Laschet Johann Bergmann 289 Wertz Johann Tagelöhner Kloster 290 Ahn Michael, Wwe ohne Gewerbe 291 Collin Ludwig Bergmann 292 * Breuer Nicolaus Bergmann Heide 293 Thaeter Egidius Tagelöhner u. Ackerer 294 Hackens Johann Ackerer 295 Born Jacob, ohne Gewerbe 296 Scharis Nicolaus, Wwe ohne Gewerbe 297 Tatas Theodor Maurer Gensterdriesch 299 Kofferschläger Jacob Tagelöhner 300 Schmetz Wilhelm pens. Tagelöhner 301 Savelsberg Alois Tagelöhner Bourlet Egidius pens. Schmied 302 Rader Paul Regenschirmflicker Hausmann Hubert Bergmann 302a Francois Wilhelm Handelsmann 303 Groffy Egid Fabrikarbeiter Massenaux Wilhelm Schreiner Bau 304 Rotheut Hubert Bergmann 305 Hendrix Joseph Maurer 306 Niessen Johann Peter ohne Gewerbe Ohn Theodor, Wwe ohne Gewerbe 307 Heuschen Hubert Oberhauer u. Landwirt 308 Thissen Johann, Wwe Landwirtin 309 Thielen Johann Peter Waldarbeiter
74 Dörnchen 310 Kreusen Wilhelm Tagelöhner 311 Niessen Joh. Joseph, Wwe ohne Gewerbe 312 Wermeester Joh. Pet., Wwe ohne Gewerbe 316 Everts Wilhelm pens. Schmelzer 317 Gielens Nicolaus pens. Bergmann 317a Klöcker Leonard, Wwe ohne Gewerbe 318 Consten Franz Maschinist 319 Cryns Heinrich pens. Tagelöhner Gehlen Carl Weber 320 Laschet Joseph Tagelöhner Schmetz Michael, Wwe Ackerin d 320a Zinzen Simon Geschättsfrau 321 Schyns Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe Bott 322 Langohr Mathias pens. Schmelzer 323 Rüssler Hermann Tagelöhner 324 Kohl Joseph Tagelöhner Müller Ludwig Weber Wermeister Joseph Pliesterer 327 Piters Wilhelm Fabrikarbeiter 327a Niessen Hubert Tagelöhner 328, Knaben August Rentner 329 Fryns Joseph Schlosser Groffy Julius Tagelöhner Vons Thaeter Hubert Schenkwirt 330 Meessen Nicolaus, Wwe ohne Gewerbe Meessen Fritz Schenkwirt 331 Gouder Franz Bergmann u. Landwirt 332 Grandjean Peter Weber 338 334 Emonts Wilh. Joseph, Wwe Eigentümerin Kläusener Johann Bergmann (Tannenbaum) Kläusener Johann Tagelöhner 335 Hermens Leonard Fabrikarbeiter
#5 336 Heuschen Servaz Hubert Zinkschmelzer 337 Pauly Nicolaus Stukateurmeister 338 Miessen Egidius - Tagelöhner Hoven Johann Leonard, Wwe Hausfrau Becker Adam Maurer 339 Chantrain Theodor Rentner Hausmann Theodor Händler 340 Wertz Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe 341 Pauly Hubert Bergmann 342 Breuer Joseph Tagelöhner Breuer Nicolaus ohne Gewerbe 343 Bauer Fritz, Wwe ohne Gewerbe Bonni Hubert gen. Jacob Fabrikarbeiter 345 Lütgens Johann Peter Handelsmann 346 Mattar Hbert Schuster 347 Nicol Johann Zinkschmelzer Voss Joseph Fabrikarbeiter 348 Breuer Lambert, Wwe ohne Gewerbe 348a Hambücken Johann Joseph pens. Tagelöhner Radermacher Friedrich Pliesterer 348b Broun Peter Fuhrmann Pauly Heinrich, Wwe ohne Gewerbe Schyns Hubert Spinner Wertz Leonard Tagelöhner 348c Verlings Wilhelm Tagelöhner Lamoureux Jacob Weber 349 Remi Johann Joseph, Wwe ohne Gewerbe Schreul Nicolaus ohne Gewerbe 350 Miessen Leonard Weber Schreul Heinrich Tagelöhner 350a Beckers Wilhelm Weber _Cahn 351 Pirson Hubert Maschinist 351a Heuschen Peter, Wwe ohne Gewerbe 352 Döme Nicolaus Tagelöhner 353 Müller Lambert Bergmann 354 Hennen Mathias, Wwe ohne Gewerbe 355 Müller Jacob Tagelöhner
76 Ü Fe A | % 28 . a DS Ba a Kb ‚A 2 “002 N“ RN) 5 x ‘u 3! R ® TE 1 55 DE WE 3 Der Hof Cloth auf Kahn (Cahn). Das Gelände wird heute von dem Verwaltungsgebäude und Garagen der Wohnungsbaugenossenschaft "Nos Cites" eingenommen. 356 Wetzels Hubert Spinner 358 Steffens Johann Landwirt 359 Steffens Wilhelm Rentner Steffens Heinrich Landwirt Braun Walraff Peter Eigentümer 362 Maeger Jacob Polizeidiener 362a Möbius Nicolaus Bergmann 363 Zimmer Joseph Spinner 364 Lemmens Heinrich Fabrikarbeiter 365 Fagot Ignaz Maurer Sandgrube 366 Cloot Nicolaus Tagelöhner Moebius Hubert Tagelöhner 367. Baerten Dyonis ohne Gewerbe 367a Carabin Wilhelm Bergmann 4 Pauly Jacob Bergmann
A Cloth 368 Liesens Johann, Wwe ohne Gewerbe 369 Leclerc Hubert, Wwe Landwirtin 370 Pauli Peter Joseph Landwirt 371 Dumbruch Michael Waldarbeiter 372 Lausberg Peter Tagelöhner 373 Debie Joseph Tagelöhner 374 Meessen Joseph Schmelzer 374a Oprei Hubert, Wwe ohne Gewerbe 375 Debey Heinrich Tagelöhner Meessen Egidius Tagelöhner 376 Cloth Elisabeth ohne Gewerbe 377a Emonts Mathias Tagelöhner 378 Collette Jacob Bergmann 379 Meessen Wilhelm Bergmann 380 Frings Lambert Bergmann 380a Gouder de Beauregard, Joh. Jos., Wwe ohne Gewerbe Peltzer 381 Voss Peter Schenkwirt Meessen Johann Spinner Schumacher Joseph Tagelöhner Ruhr 385 Nicol Franz Bergmann 386 Dahlen Joseph Bergmann Voss Conrad Landwirt 387 Consten Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe 388 Piters Johann Joseph Eisenbahnbeamter Wertz Hubert Wwe ohne Gewerbe 389 Bings Gerhard, Wwe ohne Gewerbe Bings Hermann Dachdecker 390 Wertz Mathieu Pliesterer 392 Wertz Hubertina Landwirtin 392a Wertz Mathieu, Wwe ohne Gewerbe 393 Radermacher Peter Tagelöhner 394 Pauly Jacob Landwirt Pauly Christian Schuhmacher 395 Laschet Peter Taglöhner
78 396 Brandt Joseph Bergmann 397 Bings Hubert Dachdecker Foxius Lorenz Tagelöhner Laschet Hubert Oberhauer 398 Lenders Christian, Wwe ohne Gewerbe Colyn Hubert Bahnarbeitert 399 Langohr Johann Martin Landwirt 400 Meessen Cornel Schmelzer Conrad Wilhelm Zinkschmelzer 401 Schyns Hubert Zinkschmelzer 401a Heuschen Johann Tagelöhner Steinkoul 402 Franck Hermann, Wwe ohne Gewerbe 403 Wertz Johann Bergmann 404 Breuer Nicolaus Wwe ohne Gewerbe 405 Meessen Wilhelm Weber Meessen Heinrich Tagelöhner 406 Dumbruch Stefan Bergmann 408 Lavalle Jacob Tagelöhner Lenders Heinrich Zinkschmelzer 409 Volders Johann Tagelöhner 410 Lenders Hubert Zinkschmelzer 411 Walraff Mathias Joseph Bergmann 412 Bulkaert Heinrich Maurer 413 Lavalle Johann Joseph Bergmann 414 Consten Leonard pens. Bergmann 415 Pütz Heinrich, Wwe ohne Gewerbe 416 Bonni Alois Zinkschmelzer 417 418 Kerff Paul Tagelöhner Wingartz Caspar Weber 419 Verlings Jacob Tagelöhner Müller Heinrich Maurer Comouth 420 Schmetz Joseph Landwirt 421 Niessen Joseph Tagelöhner 422 Kohl Joseph Rentner
09 423 Knott Nicolaus Tagelöhner 424 Schmetz Joseph Bergmann 425 Gromment Joseph Tagelöhner Lausberg Leonard Tagelöhner 426 Gouders Peter Joseph Tagelöhner „Soufflet 428 Nicol Heinrich Tagelöhner 429 Cloot Johann Bergmann Thekenbusch 431 Consten Nicolaus Joseph Bergmann 432 Schmetz Hubert Tagelöhner Vossölder 433 Bosch Paul, Wwe ohne Gewerbe 434 Neissen Heinrich Tagelöhner 434a Nyssen Lambert Tagelöhner 435 Autmanns Johann Tagelöhner 437 Lenders Wilhelm Tagelöhner 438 Lenders Hubert Tagelöhner 439 Huppermann Joseph Weber 440 Döme Peter Joseph Schreiner Laschet Nicolaus Tagelöhner 441 Coonen Leonard Zinkschmelzer 442 Brandt Hubert Tagelöhner Hagelstein Johann Tagelöhner Langohr Ludwig Zinkschmelzer 443/45 446 Roth Sebastian, Wwe ohne Gewerbe Brandenhövel 447 Lecocq Heinrich, Wwe Schenkwirtin 448 Colyn Mathias Landwirt 450 Keutgen Hubert Bergmann Paape Franz Eisenbahnangestellter 451 Emonts Winand Schmied Brennerei Herry
80 Rothe Bach 452 Kriescher Reiner Tagelöhner Wolfskoul 453 Hagelstein Johann Michael Bergmann Laschet Heinrich, Wwe ohne Gewerbe Schmetz Nicolaus Tagelöhner Kuckelkorn Heinrich Maurer 454 Müllender Nicolaus Joseph Tagelöhner 455 Bausler Heinrich Tagelöhner 45.6 Langohr Heinrich, Wwe ohne Gewerbe 457 Pothen Johann Bergmann . 457a Hagelstein Peter Tagelöhner 458 Cloth Heinrich Hubert *_ Tagelöhner Cloth Hubert, Wwe ohne Gewerbe Corman Leonard Tagelöhner Schyns Martin Tagelöhner 458a Nyssen Johann Joseph Schmelzer 458b Bartz Heinrich Tagelöhner Dethier Joseph Tagelöhner Tannenbaumstr. 458b1 Bemelmans Hubert Wirt Clingens Wilhelm Tagelöhner Drouven Joseph Tagelöhner Hermens Simon Maurer 458bla Hennes Hubert Weber Lovenberg Alphons Schreiner Pauli Anton Fabrikarbeiter 458b1b Despy Johann Paul Anstreicher Gouders Mathias Hubert Tagelöhner Schales Adam Schenkwirt 458b1c Malmendier Lambert Maschinist 458b1d Hausmann Stephan Bergmann 458b2 Rox Hubert Fuhrmann Savelsberg Nicolaus Tagelöhner 458c Stammen Joseph Bergmann Niessen Joseph Dachdecker Brixhe Nicolaus Joseph Tagelöhner
81 Ahn Hubert Zinkschmelzer u. Ehefrau Hebamme Beckers Peter Tagelöhner (Kirchstr.) Horgnies Emil Lehrer 458d Langola Heinrich Tagelöhner Stammen Leonard Tagelöhner 458e Brixhe Peter Joseph, Wwe ohne Gewerbe Vanaschen Wilhelm Joseph Maschinist 458f Soiron Hubert Bergmann 458g Schlembach Franz Metzger Peiffer Nicolaus Schreiner 458h Knops Carl, Wwe ohne Gewerbe 458i Niessen Jos. Schenkwirt 459 Rox Hubert, Wwe Landwirtin 459a Laschet Joseph Tagellöhner Laschet Johann Tagelöhner Conrad Peter Spinner Schönauen Victor Tagelöhner 459a1 459a2 Hermens Arnold, Wwe ohne Gewerbe Heuschen Wilhelm Tagelöhner Schmetz Mathias Bergmann Debey Joseph Tagelöhner 459a3 Meessen Nicolaus Spinner Berners Mathias Tagelöhner 459b Radermacher Joseph Schlosser Brixhe Heinrich Spinner Kerff Johann Walkmeister 459c Niessen Peter (Ehefrau) Hebamme Eichestock 460 Breuer Egidius Tagelöhner Frings Peter Maurer Hamers Joseph Tagelöhner Stammen Nicolaus Handelsmann 461 Königs Anna Mar. Barb., Wwe Händlerin 462 Verlings Caspar J. Pliesterer 463 Emonts Nicolaus Unternehmer u. Ziegeleibesitzer
82 Bonni Mathias, Wwe ohne Gewerbe Breuer Mathias Bergmann Kranhold Ferdinand ohne Gewerbe Schyns Wilhelm, Wwe ohne Gewerbe Thimister Laurenz Bergmann Zitz Martin, Wwe ohne Gewerbe 464 Schyns Wilhelm, Wwe ohne Gewerbe Kreuer Joseph Weber Horrion Anton pens. Bergmann Horrion Johann Schuster Schmetz Wilhelm Bergmann 465/466 ? Ö 467 Verlings Leonard Tagelöhner Bemerkung : Zu den 464 laufenden Hausnummern sind 70 Nummern mit a,b,.., 13 Nummern mit al, ..,bl,.. bzw. ala,...sowie das Haus 467 beizurechnen. Das lässt drei Bauperioden bzw. Nummerierungsperioden erkennen. Weshalb die Nummern 465-466 nicht erscheinen, bleibt fraglich. Anderseits sind Doppelhäuser zusammengelegt worden, also -3. Man zählt auch 46 unbewohnte, eventuell alte, abgebrochene Häuser, die abzuziehen sind. Insgesamt sind 500 bewohnte Häuser und die Kirche nummeriert. Das sind 36 mehr als bei der Durchführung der laufenden Nummerierung im Jahre 1871, wie aus den Bevölkerungsregistern zu entnehmen ist. Wieso das neue Haus des Lehrers Horgnies in der unteren Kirchstraße die Nummer 458c trägt, die normalerweise einem Hause in der Tannenbaumstraße zugehören musste, bleibt auch ein Rätsel. Es hätte zu der Reihe 016 gehören müssen. Beim Schreinermeister Schrymecker Joseph (Schnellenwind 64) ist der Wohnsitz nicht angegeben, so dass er in die Statistik nicht aufgenommen worden ist. Er betreibt auch eine Metzgerei, wird aber unter den Geschäfts- und Gewerbetreibenden nicht angegeben. Neben der eigentlichen alphabetischen Familienoberhäupterliste ist auch eine Aufstellung der Geschäfts- und Gewerbetreibenden beigefügt. Aus dieser Liste konnten einige Berufe zusätzlich in Klammern beigefügt werden. Diese Liste ermöglichte es auch, die Angaben über berufstätige Ehefrauen bzw. andere Familienangehörige (auch wieder in Klammern) mitzuteilen.
83 Die Brennerei des Herrn Herry ist nicht mit einer Nummer versehen worden. Nach anderen Quellen müsste es sich um die Brennerei handeln, in welcher der sogenannte „Ruebach Pik“ hergestellt wurde. Die Ziegeleien sind Feldziegeleien, wovon mindestens diejenige des Alois Van Hauten zwischen Dörnchen und Bott lag, wo später die Schule, das jetzige Athenäum, gebaut wurde. Die Verteilung der Haushalte gibt folgendes Bild: 335 Häuser mit 1 Haushalt : 335 119 2 238 32 3 96 13 4 52 1 5 5 1 6 6 Insgesamt 732 Haushalte _in 500 Häusern, d h_1,46 Haushalt pro Haus Die zwischen 1871 und 1900 gebauten Häuser verteilen sich hauptächlich auf folgende Straßen: Landstraße und Hazard (heute Lütticher Straße) 8 Kirchstraße 6 Schützenstraße 4 Neustraße (in 2 Bauperioden) 8 Lindenweg 3 Tannenbaumstraße (heute Moresneter Staße) 19 (in 3 Bauperioden) Das sind 48 von 83 neuen Häusern, die anderen 35 verteilen sich auf mehrere Ortsteile. (Dabei ist zu bemerken, dass Tannenbaumweg und Brandenhövelsweg erst nach 1882 als neue Verbindungsstraße nach Moresnet und Gemmenich ausgebaut wurden. Der Lindenweg befand sich ursprünglich auf dem Grund, der der „Vieille Montagne“ von der staatlichen Domänenverwaltung mit dem Bergwerk zugeteilt worden war. Dies wird durch den Urkatasterplan 1858-1860 bestätigt. Im Jahre 1873 hat die Neutral-Moresneter Gemeinde diese Tatsache auch anerkannt. Später, 1896 und 1913, kommt es zum Konflikt zwischen Gesellschaft und Gemeinde über den öffentlichen Charakter der Lindenstraße. Aus der Familienoberhäupterliste des Adressbuches ist es auch möglich, ein Bild über die sozio-wirtschaftliche Zusammensetzung der Bevölkerung zu gewinnen. Diese kann aber nur annähernd sein, da diese Liste keiner vollständigen Einwohnerliste entspricht. Wir stellen in folgender Tabelle die Liste nach Berufen sowohl für Preußisch- wie auch für Neutral- Moresnet auf.
87 Klerus 2 1 3 Klöster 2 - 2 Musiker zZ 1 3 Zusammen 39 VI- Nicht gewerbstätig Hausfrauen 8 3 11 Eigentümer 2 - 2 Rentner 11 3 14 Pensioniert 15 6 21 ohne Gewerbe 120 14 134 Zusammen 182 (meistens Witwen) Zusammenfassung: Nicht gewerbstätig 182 Landwirtschaft 83 8.51% Industrie : * Bergbau 144 + Textil 47 * Undifferenziert: 192 Zusammen 383 51,76% * Handwerk * Baufach 65 * Bekleidung 29 + Nahrung 33 * Getränke 60 Verschiedenes 24 Zusammen 211 28,51% Handel 36 4,86% Freie Berufe 8 andere 39 Gewerbstätig 740 80.46% Insgesamt erfasst 922 Nach Berufsliste NM PM Gesamt Unternehmer u. 2 0 2 Ziegeleibesitzer 0} i 3 Dachdecker 4 0 4
88 Schreiner 5 N 6 Schneider, Näherinnen, Kleidermacherinnnen 1 2 3 Schuster, Schuhmacher 11 3 14 Modistinnnen, Putzmacherinnnen 2 0 fi Friseure, Rasierer 3 0 3 Bäcker 12 E 15 Metzger 9 1 10 Brennereien 2 0 2 Gastwirtschaften 3 5 8 Schenkwirtschaften (als Nebenberuf) 46 0 46 Kleinhändler mit geistigen Getränken 4 0 4 | Hufschmiede 2 0 2 Blechwarenhandlungen 0 1 1 Photographen 1 0 1 Mietkutscher 0 1 1 Apotheker 2 0 2 Hebammen A 0 4 Bemerkungen Bei den oben errechneten Zahlen und Prozentsätzen ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der „Handwerker“ auch noch in der Industrie beschäftigt sind, ohne dass man diese Anzahl aus den Listen bestimmen kann. Das ist bestimmt der Fall bei Schmieden, Maurern, Schreinern, die bei der „Vieille Montagne“ arbeiten. Die Angaben der speziellen Liste der „Geschäfts- und Gewerbetreibenden“ gibt mit Sicherheit die von der Industrie unabhängigen Berufe an, 114 in Neutral- und 19 in Preußisch- Moresnet, zusammen 133, d. h. 17,97%. Unterschiede bei gewissen Berufen zwischen allgemeiner Liste und Berufsliste deuten darauf hin, dass diejenigen, die nur in der ersten erscheinen, keine Patentsteuer bezahlen und also keine Handwerker und keine Geschäftsleute sind. Sie arbeiten wahrscheinlich für andere. Interessant ist auch festzustellen, dass die Arbeiter nicht mehr ausschließlich bei der „Vieille Montagne“ beschäftigt sind. Zwei kleine Textilbetriebe, die Filztuchfabrik Bruch und die Carbonisieranstalt Nörrenberg, haben sich in ehemaligen Kupfermühlen niedergelassen, nämlich der Kelmisermühle am Hornbach, unweit des alten Dorfkerns an der Rochuskapelle und der Schleifmühle im Ortsteil Tülje am Tüljebach.
89 De Tüt Wat vör betrachte hej als Lääve, die kötte tiit, die os jejääve, könnt neks derbej, jee klee Seköndche, och jeng Menütt, än och jee Stöndche. 1 Bej jedder Oomzoch, däm de maks, wät dech e Schrömpke aafhehackt. Et helpe dech jeng Horoskope, ömmer wät e Stöckske aafjeroope. De Tüit verjeet, bestemmt die Lääve es noch neet eemool stue blääve; se tickt, es vlott, off Leed, off Jlöck, kriss jee Menüttche dova tröck. Och wän dech mänche Stond deet leed, se es verbej, dow kriss Bescheed. Wät dech och leed due wat de saats: "Wän mä verbej wür hüj dä Daach." Wät spieder dech neet dra jehange, dä es vör alle Tiit verjange. Och ding Tüt blitt ob eemool stue, doo brucks de jarneks dra te due. Wän oot dow wäts, än dees dra denke: "Wie koss ech mä de Tiit verschenke?" Da säss de wän et neks mie nötzt: "Hoj ech se bäeter mä jeschötzt!" Söees et off de schlöps off liesch, de Tiit jeet ömmer, ömmer wier. Dow denks deks: "Wat han ech vööl Tüt!" Has valsch jedaat, se jeet jo wier! Jemäete an de Ewegkeet, da deet dech spieder alles leed. Op eemool, da no Joddes Well, steet och ding Tiit vör ömmer stell. Jakob Langohr 1998
90 GRENZEN, GRABEN UND GEBIETE - Eine Wanderung durch den geschichtsträchtigen Preuswald - von Heinrich von Schwartzenberg Zum Aufsatz im Göhltal-Heft 62 von Februar 1998 wird nachfolgend eine Wanderung beschrieben, bei der viele ältere und neuere Grenzelemente berührt werden, und zwar 1. Reste des Melatengrabens des Aachener Reiches (etwa 1346), 2. der Innere Landgraben des Aachener Reiches (etwa 1424), 3. die Grenze des Aachener Reiches von 1431/1545, 4 4. die Königswaldgrenze von 1615, 5. die Ostgrenze von Neutral-Moresnet von 1816, 6. die belgisch-deutsche Grenze von 1920, 7. der Wachtturm des Aachener Reiches "Adamshäuschen” (1605), 8. der Wachtturm des Aachener Reiches "am Beeck" (1464), 9. ein Adler-Grenzstein des Aachener Reiches (etwa 1545), 10. mehrere Burgunder-Grenzsteine im Königswald (1615-1724), 11. zwei Nachbarholz-Steine (1740), 12. der Dreiherrenstein am Dreiländerpunkt (18./19. Jh.), 13. mehrere Grenzsteine von Neutral-Moresnet (nach 1816), 14. der "Blaue Stein" am Dreiländerpunkt (nach 1839, und zwar 1847 zunächst falsch, 1860 an die jetzige Stelle gesetzt), 15. eine gußeiserne Grenzsäule der belgisch-niederländischen Grenze von 1839 (Grenzsäulen 1843 in Auftrag gegeben), 16. ein jetziger Grenzstein der belgisch-deutschen Grenze (nach 1920). Ferner liegen zwei uralte Verkehrswege (Moresneter und Gemmenicher Gracht) sowie eine Hügelgräber-Nekropole an der Wanderstrecke. Die in eckigen Klammern stehenden Nummern finden sich auf der beigefügten Karte mit der Wanderroute (S, 103) wieder, Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz am Ende des Preusweges in Aachen [1] (Wanderroute siehe beigefügte Karte). Wer mit dem Bus anreist, kann mit der Linie 24 (Aachen-Kelmis) bis Haltestelle Hochgrundhaus an der Lütticher Straße [1a] fahren. Durch den herrlichen Von-Halfern-Park kommt man zu Fuß auch zum Parkplatz (etwa 1,3 km). (Kurze Wegebeschreibung: Eingangstor des Parkes, hinter den Gebäuden 1. Weg links, an der Wegekreuzung 2. Weg links, 1. Weg rechts,
91 dann ziemlich geradeaus etwa parallel zum Zaun des Parkes bis zum Ausgangstor am Preusweg.) Der Von-Halfern-Park wurde 1870 vom Besitzer des Gutes Hochgrundhaus, dem Burtscheider Fabrikanten Friedrich von Halfern, angelegt und 1891 im Stile eines englischen Landschaftsgartens erweitert. Die Wanderstrecke beträgt ca. 9 km und man braucht dafür etwa 3 - 3,5 Stunden. Auf entsprechende Kleidung und Schuhe wird hingewiesen. Man kann auch Teilabschnitte erwandern. Parkplätze am Dreiländerpunkt und am Dreiländerweg (am Beeck) können dabei dienlich sein. Vom unteren Teil des Parkplatzes kann gleich das erste Objekt be- sichtigt werden, und zwar das jetzige Forsthaus Adamshäuschen, das aus einem Wachtturm des Aachener Reiches entstanden ist, wie auch der noch unter einem Fenster zu sehende Stadtadler von 1605 beweist. (S. Abb. 1). Wachttürme dieser Art standen an den Grenzen des Aachener Reiches, das von etwa 1336 bis 1798 bestand. Sie dienten der Überwachung der Ausfallstraßen und waren an der Waldseite von den Förstern bewohnt, die auch die Aufgabe hatten, abends die Grindel (Schlagbäume oder Sperrketten) zu schließen und herannahende" Feinde"zu signalisieren. Nachdem wir uns das Forsthaus angeschaut haben, kann die eigentliche Wanderung am Ende des Preusweges beginnen. Am Kreuz am Ende des Preusweges benutzen wir den halbrechten Weg mit der weiß-roten Wanderweg-Markierung, der wir bis [2] (Friedrichwald) folgen. Unterwegs berühren wir einen Aussichtsplatz, von dem man einen herrlichen Ausblick auf Aachen und sein Hinterland hat. Leicht ansteigend erreichen wir [2], wo wir die weiß-rote Markierung verlassen. Der Friedrichwald hat seinen Namen nicht vom Vornamen Friedrich, sondern von der Einfriedung (Umzäunung), die dieser Wald um 1520 erfuhr. Die Aachener sicherten sich damit ihre Rechte gegenüber der Bank (Verwaltungsbezirk) Montzen, mit der sie wegen der Waldnutzung des öfteren in Streit lagen.
93 Bei [2] machen wir einen scharfen Knick nach rechts (1. Weg mit rotem Pfahl) und gehen etwa 700 m entlang der Wiese (mit herrlichem Fernblick), bis wir bei [3] auf den Inneren Landgraben stoßen (Treppe hoch), den wir an der Nordseite des Friedrichwaldes (zunächst ansteigend) begleiten. Der Innere Landgraben, der die Wiesen und Felder vom Aachener Wald trennte, war ein Teil des Aachener Sicherungssystems. Die Landgräben bestanden in der Regel aus zwei aufgeworfenen Wällen mit einem Graben dazwischen. Auf dem Hauptwall pflanzte man dichte Hecken aus Buchen oder Eichen. Diese wurden auf Mannshöhe gekappt, so daß die Zweige zur Seite wuchsen, sich verfilzten und so zu einem undurchdringlichen Dickicht wurden. Seit der Aufhebung des Aachener Reiches (1798) "kapptei" man nicht mehr, so daß die Bäume als Stockausschlag frei wuchsen und daher z. T. heute noch in bizarren Formen erhalten sind (s. Abb. 2). Nach einem Linksknick (an der großen Buche) erreichen wir nach ca. 300 m [4] (links steht ein roter Pfahl), wo es rechts runter zwischen zwei Wiesen und unter die Bahn durch nach Reinartskehl geht. Das Gut Reinartskehl war ein Lehnsgut des Aachener Marienstiftes und kam anscheinend den Aachener Armen zugute, wie eine Inschrift von 1752 neben dem Tor uns anzeigt. Hinter dem Gut Reinartskehl gehen wir nach links an den Stallungen vorbei durch einen schmalen Hohlweg bis [5], wo wir nach rechts den Geusenweg benutzen. Geusen nannte man die protestantischen niederländischen Freiheitskämpfer gegen die spanische Herrschaft seit 1566. Es wurde später die Bezeichnung für die Protestanten, die im spanisch beherrschten Limburg (und auch in Aachen und Burtscheid) zeitweise ihre Religion nicht ausüben durften und daher sonntags über den "Geusenweg" zum Gottesdienst nach Vaals zogen. Am Ende des Geusenweges erreichen wir bei [6] den Wachtturm am Beeck (s. Abb. 3), der dieselbe Funktion erfüllte, wie sie beim Wacht- turm Adamshäuschen beschrieben ist.
94 Nach links folgen wir dem Gemmenicher Weg bis [7] (Schild z. Dreiländerpunkt). Hier muß man sich entscheiden, entweder in einem Bogen einen bequemeren Umweg (rechts) zu machen oder über Stock und Stein der alten Gemmenicher Gracht zu folgen. CM. Y % - 1 \ 4 ki A. A A |. WM | Ken Fi | 7 a (4 vr Abb. 3: Wachtturm des Aachener Reiches am Beeck Grachten nennt man hier bei uns jene uralten Verkehrswege (vielleicht sogar aus der Bronzezeit), die durch ständiges Ausfahren und Ausspülen des Bodens sich immer tiefer in die Landschaft eingeschnitten haben. An der Gemmenicher Gracht findet man übrigens noch einen jener Steine, die die Grenze eines Nachbarholz-Bezirkes markierten. In einem Nachbarholz-Bezirk konnten die in der Nähe wohnenden Berechtigten das nötige Holz — vor allem Brennholz — unentgeltlich abholen. Allerdings, ganz so unentgeltlich war die Holzabgabe doch nicht, denn die "Nachbarn" waren oft verpflichtet, Fronfuhren zu leisten, die Förster zu unterstützen, Wege zu räumen und auszubessern usw. Nach der Waldordnung von 1760 blieben nur noch zwei Nachbarholz-Bezirke übrig, und zwar Vaalserquartier und Lütticher Straße/Revierweg/ Kreuzertal.
95 m AZ S£ + A z E . Pl A ; & a 2 n Abb. 4: Der Blaue Stein am Dreiländerpunkt Gleich, wie man sich entschieden hat, beide Wege (der bequemere und der Grachtweg) erreichen bei [8] den Dreiländerpunkt, der bis 1920 durch Neutral-Moresnet sogar Vierländerpunkt war. Hier überqueren wir die alte Grenze des Aachener Reiches (1431 = Nutzungsgrenze, ab etwa 1545 = Hoheitsgrenze), die ab 1920 auch belgisch-deutsche Landesgrenze wurde. Man kann hier noch einen kleinen Grenzwall erkennen, der an der heutigen Landesgrenze entlang verläuft. Am Dreiländerpunkt, wo auch Einkehrmöglichkeiten bestehen, gibt es folgende Grenzobjekte zu besichtigen: 1. Den Blauen Stein (s. Abb. 4). Er ist der eigentliche Dreiländerpunkt, wo die Grenzen von Belgien, Deutschland und den Niederlanden zusammenstoßen. 2. Den höchsten Punkt der Niederlande mit der gußeisernen belgisch- niederländischen Grenzsäule Nr. 1 von 1843, die eigentlich etwas weiter südlich stehen müßte (s. Abb. 5).
> E" EA & Sn pP NEN ; A . BB at BE; ‘ A A He RW „a Ga ES Mn 3 + 8 A RA Er ° mm“. 1 WE ges SE ES Sa ; Pe ZZ zz * = AD DA = SS U Da use BA Abb. 5: Belgisch-niederländische Grenzsäule Nr. 1 in der Nähe des Dreiländerpunktes ? w ZW r On & 7% A ® „Aa £ a3 Dim Abb. 6: Dreiherrenstein in der Nähe des Dreiländerpunktes
97 3. Einen Naturstein, der nach den Karten des 18. und frühen 19. Jh. als Dreiherrenstein angesprochen werden darf (Kottmann, AVZ 5.6.1992). Er liegt an der Gabelung zwischen Königsweg und Gemmenicher Weg (s. Abb. 6). 4. Ein aufgemauertes Steinmal (s. Abb. 7), das nicht weit vom vorgenannten Dreiherrenstein steht. Es könnte der nördlichste Punkt von Neutral-Moresnet gewesen sein. k nd 1 ER “ Ba IE AM Shan, 1 Plombieres | he Ce . (Gemmenich 3 Y - Abb. 7: Steinmal beim Dreiländerpunkt 5. Einen Nachbarholz-Stein vom Nachbarholz-Bezirk Vaalserquartier, der gegenüber dem belgischen Aussichtsturm steht (s. Abb. 8). Wir gehen zurück zum Gemmenicher Weg, wo uns eine Tafel den Weg zur Grenze von Neutral-Moresnet weist. Wir gehen in den Wald und benutzen den Weg links der Gracht, dem wir bis [9] folgen. Dieser hügelige Weg ist ein Teil der Ostgrenze von Neutral-Moresnet, auf dem wir noch mehrere Grenzsteine von Neutral-Moresnet entdecken (s. Abb. 9). Ursprünglich waren auf der Strecke von [8] bis [9] noch sechs "Moresnet-Steine" vorhanden.
99 Neutral-Moresnet entstand nach dem Wiener Kongreß von 1815, weil Preußen und die Niederlande sich nicht über ein Gebiet einigen konn- ten, in dem ein Galmeibergwerk lag. (Galmei-Erz wurde zur Messingherstellung von beiden dringend benötigt). Das Gebiet wurde für "vorläufig" neutral erklärt, bis es nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1920 zu Belgien kam. Bei [9] dürfen wir die Abbiegung nach links nicht verpassen. Dabei hilft uns ein kleines Gedenkkreuz, das an einem Baum steht, und auch der Stein XXXVII von Neutral-Moresnet. Von [9] bis [10] befinden wir uns auf der Königswaldgrenze mit den schönen "Burgunder-Grenzsteinen". Der Weg ist anfangs hügelig und geht später in einen Schotterweg über. Wir finden Burgunder-Grenzsteine mit dem "briquet", dem burgun- dischen "Andreaskreuz" und dem "Goldenen Vlies" (s. Abb. 10, 11 und 12). Ursprünglich waren auf der Strecke [9] bis [10] fünf solcher Steine vorhanden. Der Königswald entstand 1615 als Pufferzone zwischen Aachen und der Bank Montzen. Aachen drängte im 16. und 17. Jh. auf die Ausdehnung seiner Waldgebiete und hatte auch 1611 scheinbar Glück. Die Grenze sollte vom Dreiländerpunkt bis Durrenbaum (Nähe Grüne Eiche) um gut I km in die Gebiete der Banken Walhorn und Montzen vorverlegt werden. Montzen wehrte sich erfolgreich und erreichte, daß Aachen von seinem Gebiet nichts erhielt. Aber auch für Montzen war es nicht der große Gewinn, denn das umstrittene Gebiet kam als Pufferzone unter die herzogliche Obhut und wurde mit den schönen Burgunder- Grenzsteinen markiert. Die Steine heißen Burgunder-Steine, weil sie mit den Emblemen der Burgunder, die von den Habsburgern übernommen wurden, geziert sind. Beim Einsetzen dieser Steine (1615-1724) wurden vermutlich bereits 1611 von Aachen gesetzte Adler-Grenzsteine, von denen heute nur noch einige Stumpen zu sehen sind, zerstört. Hinter dem Stein mit dem Goldenen Vlies und der Jahreszahl 1615 stoßen wir bei [10] (bei einem braunen Pilgerkreuz) auf den Moresneter Bittweg, der auch heute noch von der Aachener Mittwochs-Prozession stark frequentiert wird. Wir gehen nach links in den Bittweg und folgen ihm bis [11]. Vom Königsweg bis [11] befinden wir uns in der Nähe einer Hügelgräber- Nekropole, die rechts im Wald liegt.
100 A ee A AN | PN 7 ZEN Wi 1. Te be dx ES 2 ge BEE BO x MESZ ARE be a zZ I PEN a EB By EHER Abb. 12: Burgunderstein, Typ "Goldenes Vlies" Diese Hügelgräber, von denen es viele im Preuswald gibt, stammen aus der Bronzezeit (1800-800 v. Chr.). Vom Königsweg bis [11] hat man rechts von unserem Weg etwa 30 solcher Hügelgräber entdeckt. Bei [11] erreichen wir wieder die alte Grenze des Aachener Reiches von 1431 bzw. 1545, die heute die Grenze zwischen Belgien und Deutschland bildet, was durch den alten Adler-Grenzstein (s. Abb. 14) und die neueren belgisch-deutschen Grenzsteine (s. Abb. 14) dokumentiert wird. Die Adler-Grenzsteine markierten hier die Aachener Hoheitsgrenze gegenüber dem Herzogtum Limburg. (Banken Montzen und Walhorn), das 1555 durch Teilung an Spanien kam. Durch den Frieden von Utrecht (1714) fielen die südlichen Niederlande mit dem Herzogtum Limburg an Österreich.
16. A EEE 7 au 8. . „u A 4 BB . R Sr a N a N Bon SDR an MS - SS A LO Sn BE A a N en FE NEE BA ARE N Be En N U ES 7 —_- EL A NR SA ES Abb. 13: Adler-Grenzstein und bizzarre Buchen am Äußeren Landgraben beim Bittweg a 8 + A an : (3 Sa ie E a a, ; DE X s - EA DD EN Abb. 14: Belgisch-deutscher Grenzstein in der Nähe des Bittweges
102 Das Aachener Reich grenzte also damals an Spanien bzw. Österreich. Der Adler, das Wappentier des Aachener Reiches, ist heute noch das Emblem der Stadt Aachen. Von den alten Adler-Grenzsteinen sind rund um Aachen noch etwa 20 vorhanden. Wir folgen dem Bittweg bis zum Karlshöher Hochweg [12], wo wir den dort vermuteten Melatengraben von etwa 1346 überqueren. (Links Reste?) Der Melatengraben (oder Metatengraben = Grenzgraben) verlief nach Prof. Liese von Heldruh (dort gibt es heute noch ein Flurstück mit der gleichen Bezeichnung) unregelmäßig in Richtung Hirzplei und war wohl der älteste Aachener Grenzgraben. Von [12] geht es weiter über den Bittweg, bis nach etwa 250 m links ein Seitenweg in diesen mündet. In diesen Seitenweg gehen wir ein paar Schritte hinein und folgen dann rechts auf einem Fußpfad der alten Moresneter Gracht, die uns wieder in Richtung Ausgangspunkt (Parkplatz [1)) führt. Danken möchte ich den Wanderfreunden Heinz Mertens, Walter Schäfer, Heinz Strang und Franz Völler, die mich auf manchen Wanderungen beim Erkunden begleitet haben.
105 Jahresrückblick 1999 fr von Herbert Lennertz Auch im verflossenen Jahr konnten unsere Mitglieder eine reichhaltige Angebotspalette der "Göhltalvereinigung" nutzen. Das Jahr begann mit der satzungsgemäßen Generalversammlung, die am 17. Jan. 1999 in Kelmis im Kulturzentrum "Select" stattfand und zu der die Mitglieder recht zahlreich erschienen waren. Nach Erledigung der üblichen Tagesordnungspunkte (Jahresbericht, Kassenbericht, Vorstandswahl ...) ließ ein Dia-Vortrag von A. Bertha die vorjährige Mehrtagesfahrt der Vereinigung nach München und Wien Revue passieren und rief die kulturellen Schwerpunkte derselben ins Gedächtnis zurück, wobei nicht nur München und Wien, sondern auch Regensburg und Würzburg manchen Kommentar verdienten. Am 25. März nahm uns Dr. Nik. Schmitz in einer beeindruckenden Dia- Schau mit auf eine Erkundung der Vulkaninsel Teneriffa, die in älteren Beschreibungen als "die schönste und die reichste" der kanarischen Inseln bezeichnet wird. Unterschiedliche Vegetationszonen und ausgeklügelte Bewässerungssysteme stellen die besonderen touristischen Reize dieser Insel dar, die dem Geologen auch viel über die Entstehung des Vulkanismus verrät. Ryckholt, südlich von Maastricht gelegen, ist in Kreisen von Geologen und Archäologen seit mehr als 100 Jahren ein Begriff, steht es doch für ein Musterbeispiel prähistorischen Bergbaus, den man hier schon vor ca. 5.700 Jahren betrieben hat. Feuersteine aus Ryckholt waren über Hunderte von Jahren "Exportware" und wurden bis ins Rheinland hinein gehandelt. Unter der Führung von Herrn Werner Felder, einem der Pioniere bei dem in den 60er Jahren durchgeführten Ausbau des alten Bergwerks im "Savelsbosch”" zu einem Besucherbergwerk, konnte die Gruppe aus dem Göhltal am 24. April sich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen im Neolithikum vertraut machen und anschließend in der Kalkgrube t'’Rooth bei Margrathen auf Fossiliensuche gehen. Die Organisation dieser Ausfahrt lag in den Händen unseres Vorstandsmitgliedes Herrn Jos. Kessel. In einer weiteren Dia-Schau führte uns Herr Herbert Nett (Düren) am 27. Mai die Landschaftsvielfalt der Eifel vor. Den vier Jahreszeiten folgend erlebten wir den Zauber von Eis und Schnee, Wolken und Sonne, Blumenfeldern und bäuerlicher Stille, wobei der Referent uns mitnahm ins luxemburgische Müllertal, zu den Eifeler Maaren, ins Tal der Wilden Endert, zu Burgruinen und archäologischen Sehenswürdigkeiten.
106 A NO & Abs Ad v Ann aA m FE E AN a A Sa ; Vor dem Grubeneingang in Ryckholt wurde dem steinzeitlichen Bergbau ein kleines Denkmal gesetzt. (Foto J. Kessel) "Rund um Hergenrath und Hauset" führte eine am 20. Juni von Herrn Hans Klein geleitete Wanderung, die die Teilnehmer auf die Schönheiten von Natur und Landschaft entlang der Grenze hinweisen wollte. Die Mehrtagesfahrt vom 13.-19.7.1999 stand unter der Leitung von H. Lennertz und führte nach Oberitalien, genauer gesagt: nach Cuneo, der Hauptstadt der gleichnamigen Piemontesischen Provinz, von wo aus das Weinland um Alba (Barolo, Barbaresco, Roero ...), die ligurische Küste bis Genua, Rapallo und Portofino sowie (westwärts) Monaco als Tagesausflugsziele angefahren wurden. Zwischenstationen waren auf der Hinfahrt Luzern und Turin, auf der Rückfahrt Lausanne und Bern. Diese Drei-Länder-Fahrt wird bei allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Aus Wut darüber, dass die Aachener durch den bekannten Trick mit dem Wolf ihn um die beim Dombau versprochene Seele des ersten Kirchenbesuchers geprellt hatten, wollte Luzifer die Stadt unter Sand begraben. Am Lousberg angekommen, gab der Leibhaftige sein Vorhaben auf und leerte seinen Sandsack. Lousberg, Salvatorberg, Wingert (-sberg): Den Talkessel der Soers beherrscht diese in napoleonischer Zeit als Parkanlage gestaltete Kuppe, an deren Fuß eine Bronzeplastik mit Luzifer und der "lusen" Marktfrau auf den sagenhaften Ursprung dieser Erhebung hindeutet.
107 Am 4. September führte uns Herr Dr. Nik. Schmitz rund um den Lousberg, gab eine Einführung in die Geologie und Morphologie des Aachener Kessels und zeigte anhand von Bauwerken, dass der Lousberg auch eine "kulturhistorische Vergangenheit" hat, die durch den Feuersteinabbau, die Salvatorkirche, die Bausteingewinnung, den Couvenschen Gartenpavillon, den Tranchot.-Obelisken, den Landschaftspark, die Belvedere-Ruinen und den Wasserturm mit angrenzender Freilichtbühne dokumentiert wird. "Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil abzubauen.” Diesen Ausspruch von Einstein liest man in der Eingangshalle zum Block 2 des Atomkraftwerkes Tihange a. d. Maas. Die Besuchergruppe aus dem Göhltal, die am 25. September unter der Leitung von Herbert Lennertz Tihange besichtigte, hatte gewiss auch, wie die meisten Zeitgenossen, ihre Bedenken gegen den Atomstrom (in Belgien sind das rund 60 %). So kann man verstehen, dass die Betreibergesellschaft Electrabel sich nicht nur bemüht, den Besuchern die Funktionsweise eines Druckwasserreaktors zu erklären, sonder auch und vor allem sie von der Sicherheit dieses Reaktortyps zu überzeugen. Der Werksbesichtigung folgte eine Stadtführung durch die "Maastochter" Huy, die mit ihren zahlreichen architektonischen Sehenswürdigkeiten (Stiftskirche, Rathaus, Stadtmuseum ...) einen Abstecher lohnt. Überall im Lande zwischen Mass und Rhein sind in den letzten Jahrzehnten die Spuren der Schwerindustrie (Kohlenförderung, Stahl- und Zinkproduktion) weniger geworden. Doch hat inzwischen eine Rückbesinnung eingesetzt, die zur Schaffung von zahlreichen Industriemuseen geführt hat und den Erhalt der Industrie-Architektur fordert. Grenzübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen auf diesem Gebiet tätigen Vereinigungen wird von den europäischen Gremien unterstützt. Am 10. Oktober 1999 fand eine erste größere gemeinsame Aktion in Form einer Besichtigungsfahrt zu verschiedenen Industrie-Objekten statt. Unsere Vereinigung hatte sich für die Besichtigung des alten limburgischen Steinkohlereviers entschlossen. Zwei Schwerpunkte hatte Herr Johan Kusters vom örtlichen Museumsförderverein für seine Führung gewählt: Eisden und Beringen, d. h. das westlichste und das östlichste Grubenrevier der limburgischen Kempen, in deren Zentrum Genk mit den Gruben Waterschei, Winterslag und Zwartberg lag. In Eisden bemühten sich die Museumsfreunde in der "Gartensiedlung" (Tuin-Wijk) erfolgreich um die Einrichtung einer Bergarbeiterwohnung, so wie sie sich in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts darstellte. Anhand von Wohnanlagen, Kantinen, Schulen, Pfarrkirche, Sporteinrichtungen etc. wird
108 ersichtlich, welche alles bestimmende Rolle die Bergwerksgesellschaft in Eisden gespielt hat. In Beringen zeigt sich dem Besucher ein noch beinahe intakter Grubenkomplex, der unter Denkmalschutz gestellt wurde und in den nächsten Jahren das Herzstück des "Minepolis"-Themenparks bilden soll. Das Museum veranschaulicht eingehend die geologischen und technischen Aspekte der Kohleförderung, die bis Ende der 80er Jahre das Leben in Beringen geprägt hat. Komplementär zu dieser Ausfahrt referierten am 5.11.1999 drei Vertreter von Industrie- und Grubenmuseen in der Euregio Maas-Rhein: Dr. M. Krause vom Rheinischen Industriemuseum in Euskirchen stellte den beinahe abgeschlossenen Umbau der "Tuchfabrik Müller” zum Textilmuseum vor, , S. Wenzler vom "Zinkhütter Hof" in Stolberg erläuterte Geschichte und Zweck des bemerkenswerten Stolberger Museums, das der metallverar- beitenden Industrie zweier ganz spezieller Sektoren, nämlich dem Stolberger Zink- und der Aachener Nadelindustrie, gewidmet ist. Schließlich gab Herr Jan Kohlbacher vom "Museum der Bergarbeiterwohnung" in Eisden einen Einblick in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des über Jahrzehnte durch den Steinkohlenbergbau geprägten limburgischen Kohlenbeckens. Anhand von Schautafeln konnten die Verwirklichungen illustriert werden. Das Wochenende vom 6.-7. November war einer Gemäldeausstellung von Frau Renate Magrean, Rötgen, vorbehalten, die einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen (Aquarelle und Ölbilder) erlaubte. Bilder einer 4500 km-Busreise durch Kuba, die größte der Karibikinseln, stellte Jos. Kessel im Göhltalmuseum am 9.12.99 vor. Den deprimierenden Ansichten verfallender Prachtvillen aus spanischer Zeit stehen herrliche Ferienanlagen für Dollar-Touristen gegenüber; Pracht und Niedergang sind nirgendwo so eng beieinander wie in der drei Millionenstadt Havanna, wo tagtäglich Häuser einstürzen. Die in Überblend-Technik gezeigten Bilder führten die Anwesenden von der Hauptstadt aus nach Westen in eine der schönsten Landschaften der Insel mit Tabakplantagen und einer überschwenglichen Vegetation und schließlich ostwärts bis Trinidad. Dabei verstand es Herr Kessel, anhand von Daten zur Wirtschaft das Alltagsleben der Bevölkerung, deren Improvisationskünste in den chronischen Mangelsituationen unerschöpflich scheinen, anschaulich darzustellen. Wenn ein Kugelschreiber alle Türen öffnet, gutbestückte Läden nur für Dollar-Besitzer und andere für die nur mit Pesos versehenen Käufer offenstehen, Zucker und andere Lebensmittel rationiert sind und auf Karten abgegeben werden, so fragt sich der verwöhnte West-Tourist doch unwillkürlich, ob das das Ziel der Kubanischen Revolution gewesen war. Teil 2 der Reise durch Kuba folgt am 16. März 2000.
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