Im Söhltal Landschaft im Grenzraum Nordostbelgiens ET DE = Mm A = A Fan EN BÄSSE LO = A Se]. A 2 Tal IB En ES A EN VA ae TA EBEN Zahn a HE IE ET ME = Ka ZU ER A I $ SE \# VA AN 9. N Fan. EEE MG m EN N SV RE“ af A a ME ZEITSCHRIFT DER VEREINIGUNG FÜR KULTUR, HEIMATKUNDE UND GESCHICHTE IM GÖHLTAL Nr 58 — Februar 1996
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Im Göhltal ZEITSCHRIFT DER VEREINIGUNG FÜR KULTUR, HEIMATKUNDE UND GESCHICHTE IM GÖHLTAL Nr 58 Februar 1996 Veröffentlicht mit der Unterstützung des Kulturamtes der deutschsprachigen Gemeinschaft
Vorsitzender: Herbert Lennertz, Stadionstraße 3, 4721 Neu-Moresnet. Sekretariat: Maxstraße 9, 4721 Neu-Moresnet, Tel. 087/65.75.04. Lektor: Alfred Bertha, Bahnhofstraße 33, 4728 Hergenrath. Kassierer: Alfred Bertha, Bahnhofstraße 33, 4728 Hergenrath. Postscheckkonto Nr. 000-0191053-60. Generale de Banque: 248-0068875-35 Konto NL: AMRO-BANK: 46.37.00.090 Vaals/L Konto BRD: Aachener Bank: 821 363 012 (BLZ 390 601 80) Die Beiträge verpflichten nur die Verfasser. Alle Rechte vorbehalten Entwurf des Titelblattes: Alfred Jansen, Moresnet-Kapelle. Druck.: Hubert Aldenhoff, Gemmenich.
3 Inhaltsverzeichnis Alfred Jansen, Zum Umschlagbild 5 Moresnet-Kapelle H. von Schwartzenberg, Adlersteine an der alten 8 Aachen Aachen-Walhorner Grenze Viktor Gielen, Rund um den Raerener Stuhl 18 Eupen Alfred Bertha, Die Konzession der 2 Hergenrath Vieille Montagne Erich Kockartz, De Haamerbröck 55 Hauset Albert Janclaes, Die St. Stephanus Pfarrkirche 56 Walhorn zu Walhorn, ein Bauplatz im Spiegel der Geschichte Jos. Langohr, Une &trange d&couverte 70 Gemmenich dans la cave d'une maison d'&cole ä Montzen Jakob Langohr, Et Käppke 74 Bildchen Marc Lennarts, Memoires d'un valet de ferme 76 Braine-le-Chäteau (premiöre partie) Louis Bindels, Ein Schmetterling 103 Kelmis Der Vorstand In Memoriam F. Steinbeck 105 Freddy Nijns, Jahresrückblick 1995 106 Walhorn
5 £ | | ziadoievsevellsdnk ; . ' an & blidgaldoemU maXX ‚nsens! 5smA SliogaM-1sn2510M- I 8 noils 19b as SnisterslbA ‚gtsdmsshewdog noy MH x $zası0 eos W-a9koeA nsddsA ' 81 1dın? 1908758 nsb mu baufl „9150 1000} I Au 5 si A ES 13b aciaessnoA sid ‚dia beiA SngsinoM allieiV diemmogısH 22 +" Hoö1dromasH sC - ‚Stso deal = tszusH Ye $ n de aioıdnet9 2unsdqel2 „12 sid 2slonel nadiA mi sielqus&-nis „modieW rs modieW & sidoidoza0 tab Isgeiqge OT Shevu028B safe sall Au Adoans.I ‚20l nozism Sau'b avso al znsb doiaemms I assınoM 6 9loo8b pr nn Ra EN = b- De 849982 19 ‚ılogne.T dot # Vorsitzender: Herbert Lambortz, Stndianeiraße 3, 4721 Neu-Momsdobliäl j Sekretariat: Maxsteäße 9, 4721 Neu-Mozesset, Tel. 087/65,75.04. ' | 3 Bahn hnfsaufe SA A708 Aisroenratl, En N am Post jkont6 Mir OBEN) USE -Sl-anisid I "Genf&ale de Banque: 248-0068875-25: KRONE: AMRO-DANKI ORTEN ‚2lobni4 2iual 4 ı Konto BRD: Aachener : 821 363 012 (BLZ 390 601 80) zimlsX $ I I Die ichten nur die Verfasser, I I & WE BA KT al. busız10V sd E Bagger! des Titelblatog fe Mate ee Kapelle, an vbberd 4 _ 7 Divek/: Hubert Aldenhoff, Gemmenich. Son F go 5 & % { A N a % I
5 Zum Umschlagbild von Alfred Jansen Wer Moresnet-Dorf in Richtung Montzen verläßt, sieht etwa 50 m vor der Göhlbrücke zur Rechten einen Gemeindeweg nordwärts abbiegen. Es ist dies der sehr alte "Herzogenweg", der Limburg mit Klosterrath/Rolduc verband. Folgen wir diesem Weg etwa 100 m und nehmen dann zur Rechten einen kleinen, hecken- gesäumten Privatweg. Vorbei geht's an einem Park mit altem Baum- bestand; es folgt ein gräßlicher simili-mittelalterlicher Wohnturm aus braunem Bruchstein mit neugotischen Stilelementen, den man im 19. Jh. errichtet hat. Schon stehen wir in einem gepflasterten Hof, zweiseitig von der Pächterwohnung, den Remisen, Pferde- und Viehställen be- grenzt. Gegenüber der Pächterwohnung liegt, durch Gitter abge- trennt, Schloß Bempt, von Wassergräben umgeben und über eine Steinbrücke zu erreichen. Seinen Namen verdankt Bempt dem Umstand, daß es in einer feuchten Niederung liegt. "Bempt" (Verkleinerungsform "Ben- nelt") bedeutet nämlich "feuchte Weide". Das wohlproportionierte Bauwerk ist ein dreiflügeliger Bruch- steinbau, dessen nur wenig nach Süden vorstehende Seitenflügel die den Hauptbau beiderseits flankierenden Ecktürme mit unter- schiedlichen barocken Hauben zum Teil verdecken. Bempt ist zweigeschossig; die nach Süden gerichtete Haupt- front hat fünf Achsen. Vier Stufen führen zum Eingang in der Mittelachse. Die Fensteröffnungen - gerade Stürze mit Keilstein - sind im Stil Louis XII. Die beiden Seitenflügel haben keinen Zugang von außen; der linke weist im Obergeschoß ein zugemauertes Kreuzsprossen- fenster auf. An der Westseite dieses Flügels sind noch die Konsolen einer früheren Latrine erhalten. Es scheint, daß das Schloß im 18. oder 19. Jh. durch einen Brand stark beschädigt worden ist; dies könnte eine Erklärung dafür sein, daß die Nordseite Ziegelmauerwerk aufweist. Die schiefergedeckten Walm- bzw. Krüppelwalmdächer wer- den von vier Kaminen überragt.
6 Bempt war vermutlich der Sitz einer der zahlreichen Grund- herrschaften Moresnets, deren Geschichte noch zu schreiben wäre ... Es ist unzweifelhaft, daß gegen Ende des 16. oder zu Beginn des 17. Jh. schon ein schloßartiger Bau in der Niederung des Bemptbaches bestand. Es war der Besitz des Michel Heyendal genannt "van den Bennelt", Ehegatte der Irma op den Hoff. Bempt ging durch Erbschaft an deren Sohn Nikolaus Heyendal, verhei- ratet mit Engelberte Crummel (Krümmel), Tochter des Hermann Crummel von Merols und der Katharina Hagen. Nächster Besitzer von Bempt wurde Heinrich Heyendal, Sohn der Eheleute Heyendal-Crummel, der jedoch jung verstarb. Die Sterberegister von Walhorn vermerken unter dem 27. Juni 1662, er sei - 29 Jahre alt - von einem Baum gefallen. Die Witwe Marga- rethe Franck, Tochter der Eheleute Jean Franck und Margarethe Reul, heiratete (1664) in zweiter Ehe Wilhelm Loslever, einen dem Alkohol ergebenen Mann, der seine Familie ruinierte und zum Verkauf von Schloß Bempt zwang. Wer das Schloß damals erworben hat, ist nicht ganz sicher. Vie- les spricht dafür, daß es der Lütticher Rechtsanwalt Nicolas (de) Hodiamont war, verheiratet mit Catherine Lemaitre. Sicher ist, daß Nicolas de Hodiamont (1659-1746) 1715 Besitzer von Bempt War. Nach dessen Tod kam das Schloß an seine Söhne Pierre-Jos. Emmanuel und Jean-Antoine de Hodiamont, Herren von Eupen. Das Schloß muß damals in einem schlechten baulichen Zustand gewesen sein. Die von Handwerkern im Jahre 1754 festgestellten Schäden waren 1762 noch nicht behoben und waren inzwischen infolge eines Erdbebens noch größer geworden. Pierre-Jos. Emmanuel de Hodiamont heiratete Marie-Jacobine de Bastin. Sein Bruder Jean-Antoine scheint ledig geblieben zu sein. Nach dem Tode der beiden kam Bempt an den Sohn des Erst- genannten, Nicolas-Jean de Hodiamont, und den gemeinsamen Neffen, Guillaume-E. J. de RE&simont, Sohn von M. Catherine de Hodiamont und Henri-Simon de REsimont. Es folgen als Besitzer Guillaume-Jean-A. J. de RE&simont, Sohn des Guillaume-E. J., und die beiden Töchter des Nicolas-Jean de Hodiamont, Charlotte und Sophie. Letztere (1794-1889) heiratete ihren Vetter Guillaume-Jean-A. J. de REsimont (1786-1863).
7 Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor: Alphonse (*1913), Constantin (*1905), Emma, verheiratet mit dem Baron Balthasar van Voorst tot Voorst, Victor (Geistlicher), Marie und Zenon. Der älteste Sohn, Alphonse, dem das Schloß durch provisori- schen Teilungsakt vom 30.8.1905 zugefallen war, hinterließ das Haus testamentarisch seinem Bruder Ze£non ( + 1916). Dieser wie- derum vermachte es seiner Nichte, der Baronin Sophie van Voorst tot Voorst, Ehefrau des Louis Glibert, deren Tochter Yvonne Glibert, verheiratet in erster Ehe mit Georges Bouillon und in zweiter mit Georges de Cavey, Bempt im Jahre 1935 erbte. Heute ist das kleine Landschloß im Besitz der Familie Armand Bouillon. 1) Aus G. Poswick, Les Delices du Duch€ de Limbourg, Verviers 1951, S. 241-246
8 Adlersteine an der alten Aachen-Walhorner Grenze - Ergänzung zum Aufsatz von W. Hollatz - (1) von Heinrich von Schwartzenberg Im Jahre 1930 schrieb Professor Liese, daß vor Jahren auf Ver- anlassung des Archivdirektors Dr. Pick vier Grenzsteine aus dem Aachener Wald geholt und im Hof des Suermondtmuseums unter- gebracht worden seien (2). ; Die vier Grenzsteine gehörten alle zum Grenzabschnitt Dürren- baum-Königsberg-Hirtzplei-Steinknipp-Dreikreuzertal-Lütticher Straße. Diese Grenze, die das Aachener Reich von der Limburger Bank Walhorn trennte, wurde u. a. bereits in einem Protokoll des Jahres 1431 erwähnt. Sie wird darin sinngemäß wie folgt beschrie- ben: "_... von dort zum Hebscheider Hof, und zwar zum Schornstein einer neuen Pforte, weil das alte Haus mit dem Schornstein, der früher Grenzpunkt war, abgebrannt ist, von dort zum Burtscheider Wald (Dürrenbaum) und von dort zum Bluwelsberch (Königsberg) und von dort zur Hirtzkuhle (Hirtzplei) bei einem Kreuz und ei- nem Eichenbaum, der Grenzpunkt ist, und weiter in Richtung Dreikreuzertal bis zu einem Stein unterhalb des Preuswaldes (Lütticher Straße), der die Bank Walhorn (von der Bank Sinnich- Völkerich, ab 1447 von der Bank Montzen) trennte." (3) Es ist schon merkwürdig, daß der Hebscheider Hof bei einer Aachener Grenze genannt wird, war er doch eigentlich der Grenz- punkt zwischen dem Herzogtum Limburg (Bank Walhorn), dem Herzogtum Jülich (Herrschaft Schönforst) und der Reichsabtei Kornelimünster. Aber bereits 1423 ist er bei der Nennung einer Aachener Nutzungsgrenze erwähnt, die bis an die Göhl weit in das Limburger Land hineinragte. Diese Grenze, die den Galmeiberg bei Kelmis umschloß, ließen sich die Aachener im Jahre 1423 durch Kaiser Sigismund detailliert bestätigen. Als jedoch Philipp der Gute von Burgund 1439 zur Heiligtums- fahrt in Aachen weilte, nahm er das Kelmiser Gebiet "mit Ge-
9 walt" an sich. Aachen hat versucht, sich dagegen zu wehren, in- dem es eine Art militärische Demonstration unternahm. Die Aachener Chronik berichtet darüber für das Jahr 1439 wie folgt: "Damals ritten die Herren von Aachen mit den Mannen im Reich voll gewappnet zu Pferd und zu Fuß auch dahin und lagerten ihr Volk an allen Enden, die sie dazu im Wald für nötig erachteten ..." Diese Aktion hat die burgundische Seite wohl mehr erheitert als erschreckt (4). So kam es, daß die Grenze wieder zurückverlegt wurde und daß zu diesem Zeitpunkt der "Dürrenbaum" der öst- lichste Grenzpunkt zwischen Aachen und Walhorn war. Eine Grenzmarkierung zwischen Walhorn, Schönforst und Kornelimünster blieb der Hebscheider Hof ohnehin. Die alte Grenze zwischen dem Aachener Reich und dem Her- zogtum Limburg (Bank Walhorn) wurde wahrscheinlich 1535 mit Aachener Adlersteinen versehen (=Hoheitsgrenze). Ihr weiterer Verlauf führte parallel zum Unteren Backertsweg durch den Preuswald bis Vaals (5). Im Jahre 1611 wurde die Aachener Grenze im Bereich der Bank Walhorn vorverlegt und mit einem Landgraben versehen, der noch gut zu erkennen ist und der heute die belgisch-deutsche Grenze bildet. In dem Gebietsstreifen zwischen den beiden Grenzen, in dem Aachen nur die Nutzungsrechte hatte, übte Limburg noch bis 1748 die Hoheitsrechte aus (6). Außer dem Hebscheider Hof sind von dem 1431 genannten Grenzabschnitt noch weitere Grenzmarkierungen bekannt, und zwar sieben Adlersteine, die nachfolgend beschrieben werden. Die tatsächlichen oder vermuteten Standorte sind aus der beigefügten Karte zu ersehen (s. Abb. 1). Drei dieser Adlersteine sind noch vorhanden, und ausgerechnet die vier Steine, die man retten woll- te, sind in den Wirren des Zweiten Weltkrieges im Aachener Suermondtmuseum verloren gegangen! 1. Hebscheider Hof Wie bereits erwähnt, bildete ein Schornstein des Hebscheider Hofes, der gewiß weithin sichtbar war, einen Grenzpunkt. Der Hebscheider Hof ist noch vorhanden (Grüne Eiche 45). Es sind Bauten des 16. und des 18. sowie Umbauten des 19. Jh. (s. Abb. 2).
11 Zu der ursprünglichen, ehemals wasserumwehrten Hofanlage des 16. Jh. gehören ein zweigeschossiges Wohnhaus mit dreigeschossigem Wohnturm (neuzeitlicher Gestaltung) in Bruch- steinausführung sowie Teile der Zinnenmauer. Die dreiflügeligen Wirtschaftsgebäude sind nach einem Brand von 1882 errichtet worden. Im Blausteinportal befinden sich im Keilstein die Jahres- zahl 1544 mit dem Familienwappen von Bock-von Goltstein und darüber, mit der Jahreszahl 1736, das Allianzwappen von Brachel- von Hompesch (7). NE KEANE N NEE (DS Ps EN << As ; es A Be / NK Es N [} ix a AS a ) N 4 a br AN £ Ra Aw Sy ‘ ; f 4 nn E Ze Abb. 2: Der Hebscheider Hof heute
12 2. Dürrenbaum Der Adlerstein des Grenzpunktes Dürrenbaum ist nicht mehr vorhanden. Er gehörte zu jenen vier Steinen, die im Suermondt- museum verloren gingen. Der Stein wird wie folgt beschrieben (8): "Maße: 114 cm - 42 cm - 33 cm, Adler schwach modelliert, je 6 Federn, ohne Medaillon, Kopf nach links. Dazu an einer Seiten- fläche ein Bäumchen mit Wurzeln, Zweigen und Früchten von 40 cm Höhe." Der Grenzpunkt Dürrenbaum, der 1423 auch Driescheit von Bortschiersbusch genannt worden ist (9), war eine markante Stel- le, an der die Gebiete des Aachener Reiches, der Reichsabtei Burtscheid, des Herzogtums Jülich und des Herzogtums Limburg (Bank Walhorn) zusammenstießen. 3. Königsberg Der Adlerstein auf dem Königsberg, der sich früher Bluwelsberg nannte, ist noch vorhanden (s. Abb. 3). In der näheren Umgebung findet sich ein weiterer Stein ohne Adler, der gewiß ein Vorgänger der Grenzmarkierung ist. Auch der Adlerstein vom Hirtzplei ist verloren. Liese beschreibt ihn wie folgt (10): "Höhe 78 cm, Tiefe 30 cm, mit älterem Adler (Kopf nach rechts)." Wie bereits erwähnt, war die erste Grenzmarkierung am Hirtzplei ein Eichenbaum bei einem Kreuz. Ein Hirtzplei war eine Stelle, die beim Waldweidegang den Hirten als Lagerplatz für die Mittagspause diente (11). Der Hirtzplei war in alter Zeit ein wichtiger "Verkehrs- knotenpunkt". Dort zweigten die Wege, heute z. T. noch als Grachten zu erkennen, nach Eupen, Raeren und Kornelimünster ab.
14 Auf der Copso-Karte von 1777 ist gegenüber Hirtzplei parallel zur "Katzenpützheid" eine Flurbezeichnung "Bildchensgrath" ein- getragen. War es der Grat- oder Grenzweg in Richtung Bildchen? 6. Steinknipp Der nächste Adlerstein, der in der Nähe des Steinknipps steht, ist noch vorhanden (s. Abb. 4). be A Bowgr;, RM SA S AS u SO, a ER BES 2 A ER BEA SACER En NEE a NN Cm SER EL LE 18 u BE A Se se = ne EN e # SLR A N { Sn WE A BA WE p® Dr Se N un A a )y ® AAN Sn Sa EN EP EEE A MR Ep” Abb. 4: Adlerstein auf dem Steinknipp Er steht etwa 300 m südöstlich vom früheren Pelzerturm. Der Steinknipp ist mit 358 m der höchste Punkt im Aachener Wald.
15 7. Revierweg Nach Prof. Liese stand ein nicht mehr vorhandener Adlerstein in der Nähe des Revierweges, dort, wo kurz vor einer dreifachen Tannenreihe ein alter Holzweg abzweigte (13). Die Beschaffenheit dieses Adlersteines hat in etwa der des Stei- nes auf dem Hirtzplei (s. u. 4) entsprochen. M. E. ist der Standort dieses Steines in der Nähe der Sieben- wege zu suchen. LE ab 4 Ed : 4 N ES Sn a ABB MN AT wi A A ö SO er < vn) . OS u WE PR 5 HE a SL BAAR ; BE ) Ei : ' OT AA br a4 —_ Var 3 N „Va A F & ae DC AM Aa JE tern "SA - @ a EN SS A U Abb. 5: Grenzstein an der Gaststätte Braun in Bildchen
16 8. Lütticher Straße (Gatsstätte Braun) Vor mehreren Jahren wurde bei Erdarbeiten unmittelbar bei der Gaststätte Braun in Bildchen ein Adlerstein freigelegt. Auf Veran- lassung des Stadtkonservators Königs wurde er als Dauerleihgabe im Vorgarten der Gaststätte aufgestellt (14), wo er heute noch zu sehen ist (s. Abb. 5). Er kann jener Stein in der Aachener Grenze gewesen sein, der die Banken Walhorn und Montzen von einander trennte. Nachbarholz (15) Die hier beschriebene Grenze ist mit großer Wahrscheinlich- keit zwischen Entenpfuhl und Siebenwege auch die Südgrenze eines Nachbarholz-Bezirks gewesen, stehen doch im Kreuzertal im Abstand von ca. 60 m auf einer Linie fünf Steine mit der Auf- schrift "Nachbarhultz" (16). Dieser Nachbarholz-Bezirk, in dem die benachbarten Anlieger der Aachener Heide Nutzungsrechte besaßen, war einer der zwei Bezirke, die nach der Waldreform von 1760 noch übrigblieben (17). Die Fläche war fast rechteckig, wobei die Nordgrenze vom In- neren Landgraben gebildet wurde (18). Die West- und die Ost- grenze waren fast mit der Lütticher Straße, bzw. mit dem heutigen Revierweg identisch (s. Abb. 1). Die Nachbarholzsteine im Kreuzertal tragen die Nummern 6, 7,8, 9 und 10 (19). Durch die Existenz dieser Steine kann man m. E. heute noch im Kreuzertal die alte Aachen-Walhorner Grenze genau bestimmen. Anmerkungen 1) Hollatz, Walter: Der Landgraben, in "Im Göhltal", Nr. 24/1978, S. 47 ££. 2) Liese, Jos.: Vom Aachener Stadtwald. Aachen, 1930, S. 8 (Dr. Rich. Pick war bis 1911 Aachener Archivdirektor). 3) Peltzer, Rud. Arthur, in ZAGV 33/1911, S. 72 ff. 4) Janssen, Wilh., in ZAGV 98/99, 1992/1993 5) Auf diesem Abschnitt befinden sich auch noch drei Adlersteine, und zwar am Moresneter Weg, am Schorenkopf (Nähe Wilhelminenturm) und in Vaals, Akerstr. 2 6) Gielen, Viktor: Zwischen Aachener Wald und Münsterwald, Eupen, 1975, S. 45 T) Landeskonservator Rheinland: Denkmälerverzeichnis 1.2, Aachen, S. 15 Mainz, Franz: Das alte Forst. Aachen, 1985, S. 64 ff.
17 (S. auch Zintzen, Herbert: Hebscheid. Ein historischer Hof in der Region Aachen. Aachen, 1994) 8) Liese, a. a. O., S. 8/9 9) Kaemmerer, Walter: Aachener Quellentexte, Aachen, 1980, S. 251 10) Liese, a. a. O., S.9 11) Gielen, a. a. O., S. 176 12) Liese, a. a. O., 5.8 13) Liese, a. a. O., (Nachtrag unter I.) 14) Königs, Hans: Vom Jakobstor zum Bildchen, Aachen 1973, S. 3 15) F. X. Schultheis hat in der Broschüre "Jahrhundertweg”" des Forstamtes Aachen (Aachen, 1982, S. 33-49) "Das Nachbarholz im Aachener Wald und seine geschichtliche Entwicklung" ausführlich beschrieben. 16) Die Schreibweise deutet auf ältere Steine hin, denn in der Waldkarte von 1760 steht bereits "Nachbarholz”. 17) Der andere Bezirk (Nr. 1) befand sich am Dreiländereck in Vaalserquartier. Hiervon sind noch vier Steine bekannt (an der Gracht des alten Gemmenicher Weges, am Dreiländereck in der Nähe des belgischen Aussichtsturmes, ein- gemauert in Eliashofen bzw. am Hof Neukeller). 18) In der Nähe des Eberburgweges steht am Inneren Landgraben noch ein Stein mit der Nummer 9. Er ist das Gegenstück zum Stein Nr. 9 aus dem Kreuzer- tal, so daß zu vermuten ist, daß das Gebiet zwischen Kreuzertal und Innerem Landgraben durch die Nachbarholzsteine gradlinig unterteilt war. 19) Danken möchte ich Herrn Dietmar Kottmann, Aachen, und Herrn Ernst Schif- fer, Aachen, für die Hinweise. Es ist das Verdienst von Herrn Ernst Schiffer, die schwer zu findenden Nachbarholzsteine Nr. 8, 9 und 10 entdeckt zu ha- ben. Bildnachweis Abb. 1: Grenzzeichnung vom Verfasser unter Verwendung einer Waldkarte von 1885 Abb. 3: Aus Kaemmerer: Aachener Quellentexte, Aachen 1980, Abb. 11 Abb. 2, 4 und 5: Fotos vom Verfasser
18 Rund um den Raerener Stuhl von Viktor Gielen Bedeutung des Vennheus - Der Raerener Stuhl: Hauptlieferant des Vennheus - Woher stammt der Name "Stuhl"? - Wie kam Raeren zu seinem Stuhl? - Der Oeslinger Weg verbindet Raeren mit sei- nem Stuhl - Die Vennfreunde setzen sich ein für den Stuhl. Vennheu Zwar hatte die Landwirtschaft in Raeren niemals die Bedeu- tung wie in den Nachbardörfern Eynatten und Walhorn; trotzdem kann man sagen, daß um 1900 neunzig Prozent der Raerener Vieh hielten, hauptsächlich in Nebenbeschäftigung. "Eine gute Kuh deckt Not und Armut zu": So dachten und sagten die Raerener. Und wenn sie auch nur eine oder zwei Kühe hatten, so reichte das doch, um ihnen Milch und Butter für den eigenen Haushalt zu sichern. d- Die große Anzahl von Vieh - Kühen und Schafen - brachte es mit sich, daß die im Dorf zur Verfügung stehenden Weiden und Wiesen nicht ausreichten, um die Tiere zu ernähren. Zwar wurde jede, auch die kleinste, Parzelle Grünland ausgenutzt und sogar am Wegrand blieb kein Grashalm stehen. Am Wegrand? Jawohl, am Wegrand. Das gab es damals, als unsere Dorfstraßen noch nicht geteert waren. Und doch stellte manch einer im Laufe des Sommers fest, daß der Heusöller bedenkliche Lücken aufwies. Besorgt fragte er sich: "Wie bringe ich mein Vieh durch den langen Winter?" Es gab einen rettenden Ausweg: das Vennheu. Das war zwar nicht so nahrhaft wie das duftende Wiesenheu, aber "in der Not frißt der Teufel Fliegen". So sagt das Sprichwort. Auch das min- derwertige, saure Vennheu wurde von den hungrigen Kühen und Schafen begierig gefressen. Besonders in heißen und trockenen Sommern wurden bei den öffentlichen Versteigerungen des Wald- und Venngrases unglaub- liche Summen geboten. So lesen wir in der Raerener Gemeinde- chronik des Jahres 1858:
19 "Wegen bedeutenden Futtermangels wurde das Gemeindewald- gras, das durchschnittlich 3- bis 400 Taler erbrachte, in diesem Jahre zu dem enormen Preis von 2235 Talern verkauft." Der Raerener Stuhl: Hauptlieferant des Vennheus Hauptsächlicher Lieferant des Vennheus war der Raerener Stuhl. Es handelt sich um einen ausgedehnten Wald- und Vennbezirk - 233 ha groß - in der Nähe des Eschbachs. Seit alters her fühlten sich die Raerener mit dieser schönen Landschaft verbunden; sie war für sie ein Stück Heimat. Vor dem letzten Vennbrand im Jahre 1947 erstreckte sich dort der Laubwald viel weiter nach Süden und lichtete sich allmählich zu einem ausgedehnten Venn, umsäumt von den dunklen Mauern langgestreckter Fichtenwälder. Hier herrschte das hohe Pfeifen- gras. "Piefestöichele" nannten es die Bauern (Peter Emonts-pohl). Hier, an diesem lauschigen Platz, zwei Wegstunden von Raeren entfernt, entfaltete sich an schönen Juli- und Augusttagen ein ge- schäftiges Treiben. Mit Pferd und Wagen rückten die glücklichen Besitzer eines Venngras-Loses an. Rauschend fuhr die Sense ins hohe Gras und legte Schwaden bei Schwaden. Dann begann das Heuen, bei dem so manche Schweißtropfen zu Boden fielen. Das Heu schichtete man zu bienenkorbähnlichen Haufen, die mit dem Rechen abgekämmt und als Regenschutz mit Fichtenästen abge- deckt wurden. Nach einigen Tagen schwankten die schwerbe- ladenen Fuhren zu Tal, begleitet von den glücklichen Heuern. Die Futternot, die Wintersnot war gebannt. Woher stammt der Name "Stuhl"? Mit "Stuhl" ist hier natürlich kein bequemes Sitzmöbel gemeint. Wie schon oben gesagt, handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebiet. Seine Grenzen sind der Eschbach und der Klappers- bach auf ihrem ganzen Lauf sowie die Weser bis zur Einmündung des Eschbachs. Jahrhundertelang gehörte der "Stuhlwald" dem königlichen Stuhl von Aachen, d. h. der Stadt Aachen. "Regni sedes principalis", d. h. Hauptsitz des Reiches: So singen die Aachener nicht ohne Stolz in dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Aachen- Hymnus.
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21 Wie kam Raeren zu seinem Stuhl? Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert trat Aachen seine Hoheits- rechte auf den Stuhlwald an das Herzogtum Limburg ab. Die Grün- de hierfür sind uns nicht bekannt. Das Waldgebiet des "Stuhl" ist heute aufgeteilt in zwei Distrikte durch eine Feuerschneise, die von Südwesten, vom Zusammen- fluß von Eschbach-Steinbach zum Querenstein führt. Im Nordwesten dieser Schneise liegt der "Stuhl seiner Maje- stät" (= Staatswald), im Südwesten der "Stuhl von Walhorn", wo die Einwohner der Bank Walhorn überkommene Rechte besaßen. Bis zum Jahre 1705 gehörten die Wälder im Bezirk Walhorn als Ganzes der gesamten Bank (Verwaltungsbezirk) Walhorn und unterstanden deren Verwaltung. Erst im Juli 1705 wurden sie un- ter die verschiedenen Dörfer aufgeteilt. Von diesem Zeitpunkt an ist der Walhorner Stuhl ein Raerener Stuhl. An der Grenze zwischen dem Gemeindewald der Bank Wal- hom - später Raerener Stuhl - und dem "Stuhl seiner Majestät" wurde im 18. Jh. ein Grenzstein gesetzt, der inzwischen verschwun- den ist. Dieser Grenzstein wurde Querenstein genannt. Der Oeslinger Weg verbindet Raeren mit dem Stuhl Ein einziger wichtiger Weg durchquert den Stuhl: der Oeslinger Weg. Von Aachen und Raeren herkommend, überquert er die Weser bei der heutigen Bellesforter Brücke. Daß hier einmal ein starker Wagen- und Karrenverkehr geherrscht hat, beweist die tief ausge- fahrene Gracht zwischen Vennkreuz und Weser. Fußgänger und wahrscheinlich auch Reiter nahmen jedoch den parallel verlau- fenden Weg durch die Birkschneise am Pilgerborn vorbei. Diesen Weg haben auch so viele Raerener genommen, wenn es hieß, die Waldkühe zum Stuhl zu treiben oder dort im September die köst- lichen Preiselbeeren zu ernten (1) . Die Vennfreunde ("Amis de la Fagne") setzen sich ein für den Stuhl Bekanntlich sind die 1935 von Antoine Freyens gegründeten "Amis de la Fagne" (Vennfreunde) bemüht, das Venn in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten. Sie scheuen dabei vor keinen Mühen und Opfern zurück.
22 Auch der Raerener Stuhl, diese einmalig schöne Landschaft, hat es ihnen angetan. Nicht nur für die Raerener, auch für sie ist er ein Stück Heimat. Um ihn vor Aufforstung, besonders durch Fich- ten, zu bewahren, haben sie 1973 mit der Gemeindeverwaltung Raeren einen Vertrag abgeschlossen, durch den sich die Gemein- de Raeren gegen Zahlung eines Betrages von 500.000 F seitens der Vennfreunde verpflichtet hat, den Raerener Stuhl bis zum Jah- re 2003 in seinem ursprünglichen Zustande zu erhalten. Den Vennfreunden gebührt Dank und Anerkennung. Literatur de Walque, Jean: Le Stoel, les €nigmes de son histoire et de ses avenues, Hautes Fagnes, Verviers, 1967, 2/ 3/ 4 od Emonts-pohl, Peter: "Vennheu" in Gielen, Viktor: Raeren und die Raerener im Wandel der Zeiten, Eupen 1967, S. 104 ff. Collard, R. u. Bronowski, V.: Guide du Plateau des Hautes Fagnes, Verviers 1977. (1) Die Existenz dieses Weges wird bestätigt in einem Schrei- ben der Forstleute Peter Felden, Otto und Bolland an die Behörde in Brüssel vom 7. September 1768 (Aktenstück Nr. 3323 der Rechnungskammer in Brüssel). Es heißt dort: "Dem Bericht dieser Leute zufolge (die es wiederum von ihren Vorfahren wissen) soll vor ungefähr 372 Jahren der Wald von Stoul der Stadt Aachen gehört haben, und es habe zu dieser Zeit eine Straße von Bütgenbach und Elsenborn über Reinhart ... und durch den Wald von Stoul nach Aachen geführt." (Zitiert von Gottfried Loup in "Die Geschichte der Vennstraße", Eupen 199%, S. 17).
23 Die Konzession der "Vieille Montagne" von Alfred Bertha "Multis", multinationale Unternehmen, weltweit operierende Konzerne mit oft schwer durchschaubarem Finanzgebaren, sind zwar heute, im Zeitalter des schnellen Waren- Kapital- und Informationsflusses, zahlreicher denn je, doch geht das Phäno- men selber bis in die Zeit des Frühkapitalismus zurück. In Belgien hat das Moresneter Grubenfeld mit seinen Zink- aufbereitungsanlagen eine bedeutende Rolle in der Industrialisie- rung des Landes gespielt, doch schon sehr früh war "Moresnet" nur ein Stein im großen Mosaik des Firmenimperiums der A. G. Vieille Montagne. Noch vor der Gründung dieser Aktiengesellschaft (1837) hatte Dominique Mosselman, der die Altenberger Konzession Dony'’s übernommen hatte, in Frankreich, in Hom und Houx, zwei kleine Walzwerke betrieben. 1837 konnte die Vieille Montagne ein wei- teres Walzwerk in Bray erwerben. In der Gründungsurkunde der Gesellschaft war eine Ausdehnung in Richtung Frankreich und England ausdrücklich vorgesehen. Diese von Anfang an multinationale Ausrichtung der Vieille Montagne führte auch zu einer doppelten Besetzung der Führungs- position mit je einem Direktor in Paris und in Lüttich. Erst mit Louis-Alexandre Saint-Paul de Sincay, der 1855 die Direktion in Belgien und Frankreich übernahm und im folgenden Jahre Gene- raldirektor des Unternehmens wurde, kam die Leitung aller der Vieille Montagne gehörenden Betriebe in eine Hand. Im Laufe des 19. Jh. war die Gesellschaft unablässig bestrebt, ihr Imperium weiter auszubauen. Am 26. April 1854 erhielt sie durch königliche Kabinettsorder die Genehmigung des Grund- erwerbs in Preußen. Dies erlaubte ihr die Fusion mit der "Rhein- preußischen Actiengesellschaft", wodurch sie nicht nur auf die Gruben bei Bensberg und die Zinkhütten in Mülheim a. d. Ruhr, sondern auch auf das Walzwerk mit Blende-Rösthütte in Oberhausen Einfluß bekam. 1855 gelang der Vieille Montagne eine weitere Konsolidierung
24 in Frankreich, wo sie die Zinkweißhütte Levallois-Perret bei Pa- ris erwarb. Als es gelungen war, auch die bislang kaum verwertbare Blen- de, d. h. sulfidisches Zinkerz, zur Herstellung von Zink zu verar- beiten, erkannte die Vieille Montagne sehr schnell die sich damit bietenden Entwicklungsmöglichkeiten und erwarb 1857 ausge- dehnte Blendelager im Distrikt Ämmeberg in Schweden. Neue Produktionszentren entstanden in Südfrankreich -eine Zinkhütte in Viviez, ein Walzwerk in Penchot- , nachdem man 1871 im Mittelmeerraum bedeutende Zinkerzvorkommen entdeckt hatte. Auch im damals noch französischen Nordafrika, in Algeri- en und Tunesien, wurde die Gesellschaft aktiv. Genannt seienhier die Konzession von Hammam in Algerien und die Gruben von Djebba in Tunesien. 1883 kam die Vieille Montagne durch Kauf in den Besitz der Grubenfelder der "Soci&t& des Zincs Francais" in den Departe- ments Gard und Herault, 1887 folgte das Zinkwalzwerk von Hautmont, das den Norden und Osten Frankreichs mit Zinkblech versorgte. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jh. konnte die Gesellschaft ihre internationalen Tätigkeiten auch auf England ausdehnen. Aus einer um die Jahrhundertwende herausgegebenen Schrift ist zu ersehen, daß die Vieille Montagne damals in Belgien, Frank- reich, Nordafrika, Deutschland, Schweden, England, Italien (Bergamo und Sardinien) und Spanien tätig war. Dabei hatte alles so klein begonnen, und zwar damit, daß Kai- ser Napoleon vor nunmehr 190 Jahren, durch Dekret vom 24. März 1806, die dem Lütticher Chemiker Jean-Jacques Daniel Dony überlassene Konzession des Altenberger Grubenfeldes bestätigte. Damit konnte der schon viele Jahrhunderte am "Altenberg" be- triebene Bergbau einen neuen Aufschwung nehmen. Dony zahlte eine jährliche Pacht von 40.500 F sowie eine je nach Fördertiefe auf 1/20 (bis 28 m), 1/60 (von 28 bis 50 m) oder 1/100 (tiefer als 50 m) des Wertes der geförderten Erze festgelegte Abgabe. Der Konzessionär war verpflichtet, die im Lastenheft beschrie- benen Arbeiten und Reparaturen in der festgesetzten Frist durch- zuführen. (Auf das Lastenheft und das Inventarverzeichnis gehen wir weiter unten ein). Die Höhe der Kaution betrug 80.000 F. Als Garantie stellte Dony
PREFECTURE DU DEPARTEMENT DE LF’OURTE N A - CE u VE Veit SD Rab Ping if 3 ER A Jar di al Ve San 7A SE Vi 12598 [lapolion, WR AZ IEN Drmnea ls an A a En E j Sa k Rapper bu Miniebe Lina. Sul 20 7 Ad da Ba VerrtsTzw m. 33 gi SB Sal tl lH A Lil PLA 8 8 Ä ; CC 5 EHE IM ines de Ga lwrul ua De la VIE U TEL bt EL Wlan resimn A GÜTER Leite da Deipresi bean Relafe5z 5 Lies de Ger DIESE /B Aber An frifeeh du Dir abnenle Lburl Andale % faz= Sail Il Vedd ent ai DE feirreiza Ld— ER EEE DT pda Yasdle Valnhennin Mall 0 AA De eye de 22 fe el ZT du (BneilDes WB, Mubzfonseil D Pan Tersie Louis AV ons Deere 3 Zee leise qui Soil PS ESLZE Gef hu Ddes Üben denf far Das Dekret Napoleons vom 24.3.1806
26 seinen in den Kantonen Mehan, Bassine und Chardeneau (Dep. Sambre et Meuse) gelegenen Besitz genannt "Bois de Bossu" mit einer Fläche von annähernd 64 ha. Das dem Dony überlassene Konzessionsgebiet wird im Kaiser- lichen Dekret vom 30. ventöse Jahr 13 (= 20. März 1805) wie folgt begrenzt: 1. Im Osten durch die Gemeinde Billgen (=Bildchen), an der Straße von Lüttich nach Aachen, dann südwärts dem Graben nach, der die Grenze des Roer-Departements bildet, bis zu dem Wald- weg, an einem Grenzstein mit Adler, dem Grenzgraben zwischen Hauset und Hergenrath nach, der Weg über den Roten Bach, der Weg von Hauset zur Göhlbrücke, in der Nähe des Berges Kaiskertstein (=Vestert), der Weg von Bonsefeld (=Botzefeld), der Weg von Hauset zur Eynattener Mühle, über die Göhl dem Weg "Langeweck" (der heutigen Langstraße) nach, am Orte gen. Strautz (=Stangs?), und der Weg am Orte gen. Lange-Meuse (=Langmüs) an einem Grenzstein mit der Aufschrift "Walhorn" vorbei, dann weiter bis zum Brunnen von Yckerstradt (=Akerstraet/Aachener Str.), die Kapelle von Merols, der Weg Rospotte (=Raerenpfad) bis Kettenis. 2. Im Süden der Weg Hunstraet, das Schloß Weims und die Kirche von Kettenis zur Linken liegen lassend, bis zum Weg von Kettenis nach Baelen, dem man nach Südwesten folgt, die Eupener Straße überqueren und weiter dem Weg nach Baelen folgen, die- sen Ort durchqueren, an den Kalköfen vorbei, dann den Pfaden nach Dolhem (=Dolhain) folgend bis zu dem Bach dieses Ortes, der Weg vom Brunnen bis zur Mühle Ruiff. 3. Im Westen der Weg von Limburg nach Maastricht, durch den Wald von Gremhaud (=Grunhaut), um die Weide der Kohlengrube gen. Pincelle herum, und dem genannten Weg folgend bis zur Barriere von Bel-Oeil, sodann die große Straße von Lüttich nach Aachen bis zur Bachstraße (=Birken), die nach Mutzen (=Montzen) führt, dann diese Straße. 4. Im Norden über die Wege "Brandz" und Bring" auf Moresnet zu, über die Göhl in Moresnet, dem Weg folgend von Buschlouser (=Buschhausen) nach Billgen bis zur Kreuzung der Wege von
27 Gemmenich und Aachen, sodann der "Beisweig" (=Bittweg) ge- nannte Weg, den Holsberg rechts liegen lassend, bis zur Kreuzung des "Weges der Reformierten" und der großen Straße von Lüttich nach Aachen, diese Straße bis Billgen, dem Ausgangspunkt. Wenn die Franzosen auch offensichtlich einige Schwierigkei- ten mit den Orts-und Flurbezeichnungen hatten, so können wir doch anhand dieser Angaben die Grenzen des 1805 bezeichneten Konzessionsfeldes schon in den großen Linien verfolgen. Ein genaueres Bild bietet uns allerdings eine Konzessionskarte (ohne Jahresangabe), gedruckt bei Wilhelm Greve in Berlin. Die eingezeichneten Eisenbahnstrecken von Gemmenich-Bleyberg- Welkenraedt und Moresnet-Kelmis zeigen, daß die Karte nach 1870 entstanden ist. Das Druckbild deutet auf die Zeit um 1890-1900. Vorlage war allem Anschein nach (französische Bezeichnungen) eine belgische Konzessionskarte. Beginnen wir also unseren "Rundgang" am Bildchen, an der Einmündung der Hergenrather Straße. Beinahe im rechten Win- kel zu dieser folgt man nach Südosten dem Landgraben. Die Be- schreibung sagt "le foss€ formant la limite du dE£partement de la Roer". Hier haben wir die alte Grenze zwischen dem Aachener Reich und dem Herzogtum Limburg. Die deutsch-belgische Grenze folgt seit den Grenzkorrekturen nach dem Ersten Weltkrieg dieser alten Grenze. Nur auf dem ersten Teilstück ist es durch eine 1921 vorgenommene Grenzverschiebung (bestätigt durch das Schluß- protokoll der Grenzfestsetzungskommission in Aachen, am 6. Nov. 1922) zu dem heutigen ungradlinigen Verlauf gekommen. Dieses erste Teilstück der alten Grenze läuft durch ein sumpfi- ges Gelände, das von der Eisenbahnlinie Aachen-Lüttich durch- schnitten wird. Beim Grenzstein DB 980, unmittelbar neben der Eisenbahn- strecke, hinter "Grünthal", stoßen wir auf die heutige Landesgrenze (den "Landgraben") mit den Jahrhunderte alten Buchen, deren oft bizarre Wuchsformen uns über weite Strecken bis zum "Grenz- stein mit Adler", der heute noch auf der deutschen Seite des Land- grabens steht, begleiten. Ihm gegenüber, auf der anderen Seite des Grabens, sehen wir den neuen Grenzstein DB 969. Hier befinden wir uns an der Landesgrenze, die weiter nach Köpfchen verläuft, und an der Gemeindegrenze Hergenrath-Hauset. Daß in früherer
30 WO EEE WEN x FA * 4 A DU UNO | 4 * Fa NN 4 A al A 8 nr De Ka Sn KIN 5 7 ® a ä ;4 P SM A { I, ViSUR Ss A 5 WR I n Ed A S A ß & Sn 7 a HE EEE Zn SD a, + ER Fa a 4 A SE BEN dl S A a Ö 8 . x N $ > Zr 5 % 5 D-B-Grenzstein 969 und Adlerstein Hier biegen wir links ab in Richtung Dorfzentrum bis zur Kirche und nehmen dort zur Linken den Weg nach Botzefeld bis zur Ecke "Buschhaus". Der früher an dem alten Hof Buschhaus vorbei- und weiter über die Eynattener Mühle nach Eynatten führende Weg - die alte Aachener Straße- ist nur noch im unteren Teil, vom Trans- portunternehmen Vincent an, befahrbar. Er mündet am Bornweiher. Das Dorfzentrum Eynattens bleibt außerhalb des Konzessions- feldes. Am Vlattenhaus vorbei kommen wir zur "Stangs". Von hier führt die Grenze uns über den Johberg nach Langmüs und weiter südwärts über die Langmüsgasse zur Brigida-Kapelle auf Merols. Dort biegen wir links ab und folgen der Merolser Straße am Gut "Große Weide" vorbei bis kurz vor "Gut Schim- merich" jenseits der heutigen Landstraße Eupen-Aachen.
PO A VE SE BO Du A Sr a SD VE ES DD Ss Wim a 8 A Sp MR SEEN 7 N 7 CO Ca Z En ZZ 5 8 Rn KO CE Ye EEE as 0 (in Sm. BL a HNO 2 zz 4} N DA 3 A Mn A 5} SA Jar A A, A U A Wer“ Pl I - aa | Das & A A a NN WS U RN N Die Eynattener Mühle, an der früheren Aachener Straße gelegen | u A A & i A Ps Re On A En E- a SE / < ” A Da a ‚MW A ) — A RA 0 ann Me N A 0 277° Bildstock auf Langmüs. Bis 1900 Die Brigidakapelle auf Merols, ein hat an diesem Wegeknotenpunkt schmucker Bau aus dem Jahre eine Margarethenkapelle 1749. Ein Vorgängerbau stammte gestanden, die bei der aus der Mitte des 16. Jh. Der Vergrößerung des Anwesens _ Neubau von 1749 wurde 1876 Lambertz weggeräumt wurde. vergrößert.
33 I mm I S BO 7 15 za 3 KM Ki DE N . } Gut Schimmerich Hier biegt die Grenze spitzwinklig über "Raerenpfad" (Rospott!) nach Südwesten ab, um über Liberm€, den Feldweg und den Lindenberg die Landstraße Eupen-Aachen gegenüber der Weimser Straße zu erreichen. Die französische Beschreibung der Südgrenze des Konzessions- feldes beginnt bei der "Huntstraet", der heutigen Weimser Straße, und führt uns zur "Straße von Kettenis nach Baelen", d. h. der heutigen Hochstraße, der wir bis zur Einmündung in die Herbesthaler Straße (am GB) folgen. Wir überqueren diese Verbindungsstraße von Eupen zum Weißen Haus und kommen zur ehemaligen preußisch-belgischen Landesgrenze am "Garn- stock", am Grenzstein DB 184. Bis unterhalb Overoth bildet nun die heutige Landstraße Eupen- Verviers die Grenze. Während nun die genannte Landstraße in schnurgerader Linie bis auf die Höhe von Baelen verläuft, liegt die Konzessionsgrenze nur wenig davon entfernt und fast parallel dazu. Sie bewegt sich auf das Dorfzentrum von Baelen zu, durch- schneidet den Ort und stößt kurz vor Forge wieder auf die Land- straße Eupen-Verviers. Hinter Forge und bis Dolhain nimmt die Grenze wieder ihren Lauf parallel zur Straße. Die Beschreibung aus der Franzosenzeit spricht von "sentiers", d. h. Pfaden, die nach Dolhain führten.
37 Moresnet gekoppelt war, sorgten die anderen von der Vieille Montagne erschlossenen Vorkommen in Hauset (Fossey), Lontzen, Preußisch-Moresnet (Schmalgraf) oder Mützhagen (am Weißen Haus) dafür, daß auch nach Erschöpfung der Erzlager im neutra- len Moresnet die Arbeiten daselbst weitergehen konnten. Erst 1950 wurden die Tore definitiv geschlossen und Kelmis begann seine Umstrukturierung vom Bergarbeiterdorf zum Geschäfts-und Dienstleistungszentrum. Die Konzessionsvergabe war von Seiten der französischen Re- gierung mit vielen Auflagen verbunden und der erste Konzessionär, der Lütticher Chemiker J. J. Daniel Dony, dem es gelungen war, aus Zinkerz metallisches Zink herzustellen, hatte wohl die Schwie- rigkeiten der Markterschließung für das neue Produkt unterschätzt. Im folgenden bringen wir das Lastenheft. Das Lastenheft Die Klauseln und Vertragsbedingungen der auf einen Zeitraum von 50 Jahren begrenzten Konzessionsvergabe finden sich de- tailliert aufgelistet in einem 29 Punkte umfassenden Lastenheft, aus dem man auch manche Schlüsse auf den verwahrlosten Zu- stand der Kelmiser Grubenanlagen zu Beginn des 19. Jh. ziehen kann. Die französische Republik hatte ihr Staatsunternehmen of- fensichtlich an den Rand des Ruins gebracht. Nun mußte die Privat- initiative den Betrieb wieder flott machen. Die uns vorliegende Fassung des Lastenheftes ist in französi- scher Sprache abgefaßt und lautet in freier Übersetzung: 1. Die Konzession der Galmeigruben des Alten Berges wird auf eine Dauer von fünfzig Jahren dem Meistbietenden vergeben. Die Angebote müssen unter versiegeltem Umschlag spätestens einen Monat nach Veröffentlichung des Lastenheftes eingegan- gen sein. 2. Die Grenzen des Konzessionsfeldes sind durch Artikel 2 des Dekretes vom 30. ventöse Jahr 13 umschrieben.
38 3. Sofort nach Beendigung der vorgeschriebenen Arbeiten wird die Grubenverwaltung nach Vorlage eines Berichtes des Ober- ingenieurs Lenoir einen Abbauplan ausarbeiten, der dem Innenmi- nister vorgelegt wird und von der Regierung bestätigt werden muß. 4. Der den Pumpenschacht überdeckende Bau soll aus leichtem Fachwerk und Ziegeln neu errichtet werden. 5. Die Pumpenstiefel, Zylinder, Wasserkästen und Kolben- stangen ("tirons") sind zu erneuern, 6. Die Zu- und Ableitungskanäle sind zu nivellieren. ; 7. Längs der Kanäle werden ungefähr 1600 1fd. Meter Erdwälle angelegt und diese an den Kanälen, die das Wasser von Terlinden und Eyneburg herbeiführen, mit Rasen abgedeckt. Beiderseits dieser Kanäle werden die Bäume, deren Wurzel- werk die Böschung aushöhlt und Füchsen Raum bietet, was zu Wasserverlusten führt, auf eine Breite von 2 m entfernt. 8. Sowohl für die Zu- wie für die Abwässer sind ungefähr 500 m Kanäle in Stein wiederherzustellen, desgleichen das von der öster- reichischen Regierung begonnene Wehr, wovon noch ein Teil des Holzes sich an der Baustelle befindet. 9. Die Abflußkanäle zur Göhl sind wiederherzustellen. 10. Das Wasserrad, das die Pumpen antreibt, wird angehoben, so daß es nicht mehr in das Becken des Abflußgerinnes reicht, wo die Wässer im entgegengesetzten Sinn des Rades fließen. 11. Es werden sechs Baracken über den Förderschächten und über den Waschanlagen gebaut. 12. Alle inneren Abflußrinnen werden repariert. 13. Die Erdwälle der offenen Hallen müssen gut unterhalten werden, um Füchse abzuhalten, die das Wasser in das Innere ein- dringen lassen würden.
39 14. Die Gebäulichkeiten des Kalziniergeländes sind zu reparie- ren und mit Ziegeln zu decken. Die überdachten Vorratslager für kalzinierten Galmei, Kohle und Holz sind wiederzuerrichten. 15. Die Konzessionäre lassen auf eigene Kosten Karten des Konzessionsfeldes anfertigen sowie Pläne und Querschnitte aller unterirdischen Anlagen mit der Angabe, wie dieselben im Ver- hältnis zu den oberirdischen liegen. Sie übergeben der Gruben- verwaltung ein Exemplar und lassen ihr jedes Jahr den Plan der weiteren unterirdischen Anlagen zukommen. 16. Alle in den Artikeln 4-14 vorgesehenen Bauten und Repa- raturen sind innerhalb von 2 Jahren nach dem Datum des Konzessionsdekretes auszuführen. 17. Die Konzessionäre werden Eigentümer des Roherzes und des kalzinierten Galmeis sowie aller übrigen Vorräte jeder Art, worüber durch Experten in Gegenwart des Grubeningenieurs ein Inventar angelegt! und eine Schätzung vorgenommen wird. Die Zahlung dieser Gegenstände findet in vier Vierteljahresraten im ersten Jahre der Konzession statt. Die Einzahlungen werden in die Kasse des Einnehmers der staatlichen Liegenschaften in Eupen getätigt. . 18. Die Konzessionäre sind verpflichtet, das Bergwerks- Etablissement mit Galmei der verschiedenen Qualitäten sowohl für den Außenhandel wie für die französischen Fabriken in aus- reichender Menge zu beliefern. 19. Der Höchstverkaufspreis für die 100 Myriagramm (= 1 Ton- ne) Galmei wird auf -130 F für die 1. Qualität -108 F für die 2. Qualität und -52 F für die 3. Qualität festgesetzt. 20. Der Galmei erster Qualität darf nur in gut bereiften und versiegelten Fässern transportiert und geliefert werden.
40 21. Die Konzessionäre sind verpflichtet, in passenden Öfen die vom Grubenrat zur Reduzierung von Galmei zu Metall (Zink) für notwendig erachteten Versuche durchzuführen. 22. Die jährlich an den Staat abzuführende Gebühr beträgt 1/20 des Bruttoproduktes der Förderung bis 28 m Tiefe, 1/60 bis 50 m und 1/100 bei größeren Tiefen. 23. Die Angebote sind innerhalb eines Monats nach Bekannt- gabe zu richten an den Präfekten des Ourthe-Departements; sie werden nur berücksichtigt, wenn sie eine jährliche Pachtsumme von 40.000 F übersteigen. ; 24. Die Konzessionäre sind zur Stellung einer Kaution in Form von Immobilien im Wert von 80.000 F verpflichtet. 25. Falls die Konzessionäre sich nach Ablauf der Konzession oder vorzeitig freiwillig zurückziehen, so sind sie gehalten, alle durch vorliegendes Lastenheft vorgeschriebenen Gebäulichkeiten und unterirdischen Anlagen in gutem Zustand zurückzulassen, desgl. die Bauten und Arbeiten, die sie ausgeführt oder begonnen hätten. Der Wert der dann vorhandenen Roh- und kalzinierten Erze sowie der Vorräte (Holz, Kohle...) ist ihnen in diesem Fall nach Abschätzung durch Experten von den neuen Konzessionären zu erstatten. 26. Innerhalb von 2 Jahren nach Inkrafttreten der Konzession wird in dreifacher Ausfertigung eine neue Bestandsaufnahme der Gebäulichkeiten, Schächte, Kanäle, Pumpen und der anderen zum Betrieb nützlichen Gegenstände vorgenommen. Zu dem Zeitpunkt müssen die Bauten und Reparaturen beendet sein. Eine Abschrift des Inventariums wird beim Präfekten des Ourthe-Departements und beim Grubenrat (Conseil des Mines) hinterlegt. 27. Ein Grubeningenieur überwacht die Ausführung der unter- irdischen Arbeiten sowie die angeordneten Bauten und Instand- setzungen. Das dafür zu zahlende Entgelt geht zu Lasten der Konzessionäre. Der Innenminister entscheidet darüber auf Vor- schlag‘ der Grubenverwaltung.
41 28. Die Konzession geht bei Nichtausführung der auferlegten Bedingungen verloren. In diesem Fall besitzen die Konzessionäre keinerlei Anspruch auf Entschädigung für die begonnenen Arbei- ten oder das gewonnene Erz. 29. Gegenwärtiges Lastenheft wird unverzüglich dem Präfekten des Ourthe-Departements zugestellt, um das Kaiserliche Dekret vom 30. ventöse Jahr 13 bzgl. der Galmeigrubenkonzession zur Ausführung zu bringen. Genehmigt Der Minister des Inneren gez. Champagny Für gleichlautende Abschrift Der Generalsekretär d. Ourthe-Departements gez. Aubert Für gleichförmige Abschrift Düren, den 12. Januar 1831 Der Kgl. Oberbergrat Kistemann Quellen Staatsarchiv Eupen, Kreis Eupen, Nr. 264 1) Wir bringen dieses Inventar im Anschluß an das Lastenheft.
42 "Calamine de la vieille montagne du Limbourg" Nachdem die Franzosen zehn Jahre lang die Kelmiser Zinkerz- grube als Staatsbetrieb geführt und wohl festgestellt hatten, daß die Gewinne hinter den Erwartungen zurückblieben, entschied sich Napoleon 1805 zur Vergabe der Grubenkonzession unter strengen Auflagen an den Meistbietenden. Am 26 frimaire Jahr 14 (17.12.1805) erhielt der Lütticher Che- miker Jean Jacques Daniel Dony den Zuschlag. Gegen eine jährli- che Pachtsumme von 40.500 F erlangte er die alleinigen Schürf- rechte in einem 8.500 ha großen Konzessionsfeld, das reiche Aus- beute versprach. . Der Präfekt des Ourthe-Departements beauftragte daraufhin den Moresneter Bürgermeister Arnold von Lasaulx am 2. nivöse Jahr 14 ( 23.12.1805), den Herrn Dony als Eigentümer der Grube des Altenberges einzusetzen. Zusammen mit dem Grubenoberingenieur Henri Lenoir, dem Direktor des Kelmiser Betriebes Jacques Wadeleux und dem ge- nannten Dony begab sich von Lasaulx am 9 nivöse Jahr 14 (30. Dez. 1805) zur Bestandsaufnahme auf das Gelände, wo sie, wie in Artikel 17 des Lastenheftes vorgesehen, folgendes Inventar an- legten: 1° - Ein großes Haus bestehend aus zwei Flügeln, mit Hof, Gar- ten, Dependenzen, Ackerland und Wiesen, das Mobilar des Hauses sowie die Fördergeräte und alles, was sich im Möbel- aufbewahrungsraum fand: * eine Uhr in ihrem Holzkasten; * eine Glocke, die zum Herbeirufen der Arbeiter dient und die in einem Turm über dem Toreingang hängt; * eine alte Bettlade; * ein Schrank für die Archive; * drei Altarbilder in der Kapelle, ein Kruzifix, ein Meßbuch, ein Altartuch, fünf Bänke und ein Kissen; * ein Schrank im Haus des Wiegers, worin Papier aufbewahrt wird; * zwölf "Löffel" zum Bohren mit einer einzigen Halterung und Griff aus Holz in T-Form ("Stangenbohrer"); * eine Gießform für Blei; * drei kleine gußeiserne Pfannen mit Blechtülle;
43 * sieben eiserne Hebel; * 22 Hämmer; * 65 viereckige Hacken, genannt "Hoven" (=Haue, Hacke), um das Erz abzubauen; * 171 eiserne Keile; * 9 kleine Hämmer für das Rösten; * 17 flache Hacken; * 38 eiserne Schaufeln oder Spaten; * 12 hölzerne Schubkarren; * 2 Winden mit Kurbeln ohne Seile; * 10 Siebe, davon 2 mit Kupferdrähten; * 3 Förderkörbe, gen. "Tinne", aus Holz; ° 2 große Waagen mit hölzernen Waagschalen und eine andere mit eisernem Waagebalken; * 2 Eisenhaken, die zum Kalzinieren dienen; * 2 große eiserne Kohlenschaufeln; * 3 eiserne Rechen; * 1 breite Haue, um den Rasen zu schälen; * 2 Banaster, um die Kohle zu messen (Anm.: der "Banaster" ist ein Kiste von 82,6 cm Seitenlänge und 41,3 cm Höhe.) * 2 Leitern aus Rundholz; * 2 Hobelbänke; * 15 Strohmatten und Bündel; * 49 kleine runde Körbe aus Weide; * 1 Korb mit ungefähr 15 kg Alteisen gefüllt; * 3 Kuhhaar-Matratzen, 4 schlechte Wolldecken, 11 alte Bett- laken, 2 Kissen, 4 schlechte Bettladen im Wachlokal beim Lagerraum für gerösteten Galmei; * 1 einfacher "Crin"; * 1 Haken, um die „Kadaver“ wegzuziehen; * 2 gußeiserne Feuerböcke; * 1 dickes Kabel; + 2 gußeiserne Kessel; * 2 große Sägen zum Sägen in Längsrichtung; + 4 Serien Dezimalgewichte aus Guß; * 1 sehr alter Schreibtisch aus Eichenholz.
44 * 2° - Acht Förderschächte mit ihren Leitern, Winden mit Eisen- kurbeln, Seilen in gutem Zustand und den als Schutz dienen- den Oberbauten; * 3° - Zwei Schächte für die hydraulischen Maschinen, Win- den mit Eisenkurbeln und Seilen in gutem Zustand, die als Schutzdach dienenden Oberbauten sind verfallen; 4° - Wasserrad, hin-und hergehende Kurbelstange, Feldgestänge ("varlets chais&s") für die Pumpen in gutem Zu- stand; * 5° - Fünf Pumpensätze ("repetitions de pompe") bestehend ; aus Eisen- und Holzröhren; * 6° - Ein Lattenzaun, um das Brennholzlager abzuschließen; * 7° - Ein strohgedecktes, dreigeteiltes Gebäude in schlechtem Zustand, in dem der Galmei erster, zweiter und dritter Quali- tät sowie die Kohle aufbewahrt werden; * 8° - Ein ziegelgedeckter Schuppen zum Rösten des Galmeis; dieser Schuppen fällt in sich zusammen. * 9°.- Zwei strohgedeckte auseinanderliegende Hütten, die eine für den Schmied, die andere, kleinere, als Unterstand für die Arbeiter. Vorräte * 10° - Zimmerholz: zehn Balken von drei Meter Länge und 10 x 15 cm Dicke; * 49 Hölzer von 4 m Länge und 8 x 10 cm Dicke; * 11 Balken von 5 bis 6 m Länge und 30 x 40 cm Dicke; * 11° - 2 3/4 Festmeter Brennholz; * 12° - 2 Kannen Öl; * 13°-3 Kilo - Kienholz | - Kohle
45 Galmeivorräte — roher Galmei, * erster Qualität: 74.889 Myriagramm (=748.890 kg) * zweiter Qualität: 40 Myriagramm (= 400 kg) — kalzinierter Galmei * erster Qualität: 29.152 Myriagramm (=291.520 kg) * zweiter Qualität: 18.501 Myriagramm (=185.010 kg) * dritter Qualität: 20 Myriagramm (=200 kg) * Dieses sind der Zustand und das Inventar der Gebäude, der Einrichtung und der Vorräte, so wie sie am heutigen Tag vom Herrn Jean Jacques Daniel Dony übernommen worden sind, der sich das Recht vorbehält, zu den angegebenen Vorräten Anmerkungen zu machen, da deren Ein- und Abschätzung mehr Zeit erfordert. Mit dem Einverständnis der Unterzeichner werden diese Schätzungen also auf den 5. Januar 1806, um 9 Uhr morgens, verschoben. * Folglich und kraft des erwähnten Erlasses des Präfekten des Ourthe-Departements vom 2. nivöse ist der Herr Jean Jacques Daniel Dony zum Eigentümer des genannten Etablissements erklärt worden. * Ausgestellt in dreifacher Abschrift im Hause des Direktors der Galmeigrubenanlagen des Alten Berges an besagtem Jahr und Tag und unterschrieben durch Lenoir, J. J. Dony, P. J. Wadeleux und den Bürgermeister A. Lasaulx. * Vorstehende Inventarliste wurde nach eingehender Überprü- fung durch Ingenieur Lenoir und Bürgermeister Lasaulx am 10. Februar 1806 vervollständigt und um folgende Gegen- stände erweitert: 1. Ein gußeisernes Gewicht von 100 Brabanter Pfund; 2. Sechs Hämmer; 3. drei Hacken; 4. zwei Schränke im Haus; 5. Ein Meßgewand und andere Priestergewänder für die Messe; 6. Zwei Schaufeln; 7. Zwei Zimmertüren mit ihren Schlössern; 8. Eine Kamingarnitur in Eisen; 9. Zwei eisenberingte Fässer; 10. Vierundvierzig Gabeln; 11. Zwei Rechen;
46 12. Neun Arbeitersitze für das Sortieren der kalzinierten Stoffe; 13. Eine Holzmaschine mit einer Bohrbank; 14. Ein Spitzamboß für Schlosser, 15. Ein Amboß in schlechtem Zustand; 16. Ein Blasebalg für Schmiede; 17. Sechs Bänke; 18. Ein Kabel für den Kran; 19. Verschiedene Modelle und Formen für Werkzeuge; 20. Ein Schüreisen (es befindet sich augenblicklich in der Küche); 21. Eine Kamingarnitur aus Holz; 22. Ein Schreibtisch; } 23. Zwei Bürostühle; 24. Drei Tische. (aa ak ak a aaa ao OR RE Als die vorstehende Liste angefertigt wurde, arbeitete man am "Altenberg" noch nach vorindustrieller Art. Da noch keine Schmelzöfen bestanden, beschränkte sich die Aufbereitung des Erzes auf die Kalzinierung, das Rösten. Der Röstvorgang fand noch im Freien und mit Holzkohlen statt. Erst 1816 wurden die ersten zwei mit Steinkohle befeuerte und nach Art der Kalkbrenn- öfen funktionierende Röstöfen gebaut, von denen allerdings zu- mindest in den ersten Jahren nur einer in Betrieb war. Aus älteren Beschreibungen (Dr. Brown, Freiherr von Pöllnitz) wissen wir, daß in der Altenberger Grube das Erz im Tagebau abgebaut werden konnte. Die unter Nr. 2 erwähnten acht Förderschächte, wie auch die im Lastenheft erwähnten "unterirdi- schen Anlagen" sind aber ein deutlicher Beleg dafür, daß schon im frühen 19. Jh. ( und davor) auch unter Tage gearbeitet wurde. Dies wird auch bestätigt durch eine vermutlich gegen Ende der österreichischen Zeit angefertigte Karte des Altenberger Gruben- feldes. Diese "carte des galeries souteraines avec l'emplacement des bures des trois corps de pompe" zeigt etwa ein Dutzend Förderschächte sowie eine Vielzahl in alle Richtungen laufende Stollen. Nachdem der Königliche Oberberghauptmann Gerhard am 1. September 1818 im Auftrag des Bergamtes Düren die Altenberger
47 Grube bereist hatte, schrieb er u. a. in seinem Bericht, die Gewin- nung geschehe jetzt über Tage durch einen regelmäßigen Pingen- Bau oder Bruch-Bau ... Im Winter würden die unterirdischen Baue belegt. Diese bestünden aus einer Menge, steigend und fallend, nach allen Richtungen getriebenen Strecken und Weitungen ...(1) Somit hätten wir bei milder Witterung Tage- und im Winter Unter- tagebau. Auf dem Grubengelände befand sich auch das zweiflügelige Gebäude der Grubenleitung, wo früher der königliche Kontrol- leur seinen Wohnsitz gehabt hatte. Die beiden Flügel verband ein mit einer Glocke versehener Torbau. In dem Haus ist vor allem die Kapelle erwähnenswert, die dort zur Bequemlichkeit der Grubenleitung eingerichtet worden war. Schon 1662 wurde dem Weiler Kelmis ein Vikar zugestanden, der täglich dort die hl. Messe lesen sollte. Die Kriegswirren führten jedoch dazu, daß erst ab 1668 ein aus den Bergwerkseinnnahmen besoldeter Vikar in Kelmis seinen Dienst antreten konnte. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. dienie die Kapelle im königlichen Haus allen Bewohnern des Ortes als Raum für die Gottesdienste. Der geröstete und auf den Abtransport wartende Galmei wurde ebenfalls in dem Gebäude der Grubenleitung aufbewahrt und bewacht. In dem Wachlokal standen vier schlechte Bettladen, was vielleicht einen Hinweis auf die Stärke der Wachmannschaft gibt. Die in der Liste angeführten Arbeitsgeräte wie Haue, Schau- feln, Rechen, Eisenhaken, Keile etc. wurden in der Werksschmiede hergestellt, so wie dies schon 1681 in einem Inspektionsbericht vermerkt wird (2). Die Lektüre des Inventars bestätigt den schon durch die Be- stimmungen des Lastenheftes entstandenen Eindruck, daß wenig für den Unterhalt des Bergwerks getan worden war. Ein hartes Stück Arbeit erwartete Dony. Die Früchte seiner Arbeit sollte die- ser Pionier der Zinkustrie jedoch nicht selber ernten. Anmerkungen 1) Beckers, Hub., Der Zustand der Galmei-Grube Altenberg i. J. 1818, in "Im Göhltal", Nr. 26, 2-79, S. 5-11 2) Pauquet, F., L’Exploitation de la Vieille Montagne au XVII ° si&cle, Publ. de la Soc. d'Histoire et d'’Arch&ologie du Plateau de Herve, 2° Serie, 1970, S. 25.
48 Anhang POLL DL VLLT On an num av u u MEMORIAL ADMINISTRATIE DU DEPARTEMENT DE L’OURTE. Du 25 Thermidor an 13. N“. 278. DECRET IMPERIAL Conceffion des Mines de Calamine de 1a Vieille-Montagne. PREMIERE AFFICHE. Decres imperial relatif & Ia Concefion des Mines de Culamine dites de la Vieille-Montagng. Au palais des Tuileries , le 30 ventöfe an 13. N arorton ,‚ EMPEREUR DES FRANCAIS, Sur le rapport du Miniftre de lInterieur , vu le rapport de l’ingenicur en chef Lenoir ; L’avis du Prefet du de&partement de |’Onrte, en date du 14 fru@didor an X, & celui du confeil des mines ; Le confeil d’&rat entendu , decrete ; | Art. 1*, Les mines de calamine dites de Ia Vicille-Montagne, feront concedees inceffamment. JI. Les limites feront &rablies , 1°. A Veft, par les communes de Billgen , fur la route de Litge A Aix-la-Chapelle , & en fuivant , vers le midi, le foffe formant Ja limite du departemenr de Ja Roer , juß{ju’an chemin du bois , & une borne marqude d'un aigle , (uivanc le fofle des limites de IIaufert & Hengenrath , }e chemin tras Tome VI. Ee
49 (416) verfant le ruiffeau Rouge, le chemin de Haufet & Guelbruck, pres la monıagne de KaikertÄiein, Ie chemin dir Bonfefeld; le chemin de Haufert au moulin d’Eimalten , traverfant la Geule & (uivant le chemin de Langeweck, au lizu dit Strautz, & celui au lieu dit Langue-Meufe, paffanı pres d’une borne mar- quee Walhorn , continuant jufgqu’a }a fontaine d’Ykerfiradt, 1a chapelle de Murols, le chemin de Rofpotte jutqu’a Kerrnis ; 2°. Au füud, par Je chemin de Hunfiraet , laiffant & gauche‘ le chäteau de Wems & l’eglife de Ketrnis ju(quau chemin de Kettnis 4 Balen, que l’on fuit vers le (ud-oueft , traver- fant la route d’Eupen, & continuant la route ä& Balen , t7a- verfant le village en cotoyant les fours 4 chaux &% fuivant les fentiers de Dolhem jufqu’au ruiffeau de ce lien , le chemin de la fontaine au moulin Ruijff; 53°. A V’oueft , par le chemin de Limbourg & Maftricht» traverfant les bois Gremhand, tournant le pre de la houil- Niere dire Pincelle , & fuivant ledit chemin jufgqu'a la barriere de Bel-Eil , enfaite 1a grande route de Liege A Aix-la-Cha- pelle jufgu’au chemin du ruiffeau conduifanı. 4 Mutzen, & Jedit chemin; | 4°. Au nord, par les chemins appell&s Brandz & Bring für Morefner , traverfanı 1a Geule 4 Morefner, & fuivant le che- min de Bufchloufer-fur-Billgen jufqu’a la croifee des chemins de Guemenich & d’Aix-la-Chapelle , enfuite le chemin nomm& Beifweig, en laifant a droite 1& montagne de Holsberg , juf» qua la croif&e des chemins des reformes & de la grande roure de Liege ä Aix-la-Chapelle , Jadite route jufqu'a Billgen , point de depart, . JUN. Le Miniflre de lInt&rieur dreffera un cahier des char* ges de Ia conceffion , ou il &noncera les ouvrages d’art ne- cefaires & faire par les conceffionnaires , & les autres con- ditions de Ja conceflion. IV. Le cahier des charges fera publie & affiche dans le deparrement ol eft fituge 1a mine, & dans les departemens limitrophes , publie par extrait dans les papiers publics,
50 (417) V. Deux mois apres, le Prefer de 1’Ourte procedera , fur ies foumiffions qu’il aura recnes , & fauf l’approbation de Sa Majefld, fur le rapport du Miniftre de Interieur , a l’ad- jidication des mines ci-deffus limitces, cn prenant en con- {ideration, en m&me temps le prix offert pour la rerribution annveile au profit de l’etat , & la garantie & la refponfabilite qu’offriront les adjudicataires. VI. Toures les conteflations qui pourront s’elever fur l’ex€- cution de la conceflion & des claufes du cahier des charges, feront jugees par le confeil de prefeCtaure, fauf le recours an : confeil d’&tat en la forme ordinaire. VIL. Les Miniftres de lInrerieur & des Finances font char- ges de l’execution du prefent decrer. Signe NAPOLEON: Par l’Empereur , le fecretaire-d’etat, figne' Hugues-B, MARzT, Pour copie conforme, Le fecresaire-general de In prefeiure, AUBERT. Cabier des charges , claufes & conditions fous lefquelles fSeront conceddes pour cinquante anntes „ les Mines de ) Calamine de 1a Vieille-Montagne: ART. 1“, La conceflion des mines de calamine de la Vieille- Montague , fera accordee pour cinquanıe anndes, A l’enchere fous billets cacheres , fouicrits des encherifleurs, apres um mois de publication & afliches du cabier des charges. 1I. Les limites de cette conceflion font derermindes pas Varticle 2 du decrer du 50 ventöfe an 13, ci-deifus seimprim&. 1. IL fera arr&te un plan d’exploitation par l’adminiftras tion des mines , für Ic rapport de l’Ingenieur en chef Lenoir , ce plan fera prefente au Miniitre de l’Interieur & foumis A l’liomologation du gouvernement , auffitöt que les travaux prefcrits auront recu leur ex&cution. IV. Le bätiment fervant A recouvrir Je bure des pompes fera reconflruit cn charpente l6gere & en brique, Eca
51 (418) V. Le corps & cylindres de pompes;, les augets & les tirans feront refaits a neuf. VI. Il fera fait un nivellement general , tant des canaux affluens , que des eaux de d&gorgement. VII. Il fera fait environ 1600 möerres courants de ban- quettes en terre forte, bartue avec gafonnage , le long des canaux amenant les’eaux de Tulinden & d’Eindenbourg ; & les arbres dont les racines nuifent en donnant lieu a des renards qui entrainent la perte des eaux, feront arraches & Ja diftance de deux müetres du bord de ces canaux. VIIL. On reconftruira en pierre environ 5co metres de canaux murailles, tant pour les eaux affluentes que pour les eaux degorgeantes , ainfı que le d&verfoir qui avait &t& com- mence par le gouvernement autrichien & dont une partie des bois eft encore fur chamtier. Ä . IX. Les canaux de de&gorgement , ju(qu’a la riviere de Geule , feront repares. e X. La roue hydraulique fervant”de moteur aux pompes Tera relevee, afın quelle ne plonge plus dans le baflın da biez de degorgement , cu les eaux coulent en fens contraire du mouvement de la roue, 8 XI. Il fera conftruit fix baraques tant pour couvrir les bures d’extradtion que pour les lavoirs. . XII Tous les canaux d’&coulement interieur feront repares. XI. Le remblai des halles ouvertes fera tenu en bon &rat d’cntrerien , afın de prevenir les renards qui laißeraient &couler les eaux dans linterieur des travaux. XIV. Les bätimens de la place & calciner feront repares & recouverts en tuiles, & les magafins couverts , tant pour la calamine calcinee que pour les charbons & les bois, feront reconftruits. XV. Les concefflionnaires leveront & feront lever A leurs frais les cartes de la furface exterieure de leur conceflion, & les plans & coupes de tous Ics rravaux interieurs, avec V’indication de leur correfpondance avcc ceux de l’exterienr;
52 (419) ils en remettront un double & l’adminiftration des mines , & tous les ans ils Iui feront parvenir la fuite du plan de Jeurs travaux interieurs, XVI. Toutes les conftructions & r¶tions ordonn&es aux articles 4, 5,6, 7,8,9, 10, 11,12, 13 & 14, feront faites dans le cours de deux ans, ä partir de la date du decret de conceflion. XYVIL Il fera fait remife aux conceflionnaires , tant des calamines calcinees & brutes, que des approvifiu\nemens de toure efpece , d’apres inventaire & eftimation ä dire d’experts, & en prefence de Vingenieur des mines, & le payement de Ja valeur de ces objers aura lien en quatre termes , par por- tion &gale de trois mois en trois mois dans la premiere annee de la conceflion; les verfemens feront faits en la caiffe du receveur des domaines d’Eupen. XVII. Les conceflionnaires ferent tenus d’approvifionner l’etablifement de calamines dans les diverfes qualites pro- pres tant au commerce Etranger qu’aux fabriques fancaifes, dans une proportion affez forte pour fuffire aux befoins refpedlifs. t XIX. Ils ne pourront vendre les cent myriagrammes de calamine , favoir : 1a premiere qualite au-deffus de 150 fr, , la feconde 108 fr., & 1a troificme qualite 52 fr. XX. La calamine de premiere qualit& ne pourra &ire livree ni tranfportee que dans des tonneaux bien cerc!es & plombes, Y XXI. Les conceflionnaires feront tenus de faire, fur l’avis du confeil des mines , les Cpreuves qui feraient reconnues utiles, pour parvenir ä reduire, a V’aide des fourneaux ap- propries, la calamine A l’&rat metallique (zinc.) XXI. La redevance annuelle au profit de )’&rat, (era payee für le pied du vingritme du produit brut des matieres ex- traites, au-deffus de 23 metres de profondeur , du foixan- tieme jufqu’a so merres au-deflous, & du centi&me & une | plus grande profondeur. ; Ee3
53 (420) XXIIL Les encheres feronı adreflees au Prefer du d&par-. tement de !’Ourre , dans le cours du mis qui fuivra la pu- blication ; elles ne feront admifes que lorfqu'elles feront portdes au-delä d’une fomme annuelle de 40,000 fr. XXIV. Les conceflionnaires feront tenus de fournir bonne & valable caution en immeubles, de la valeur de 80,0c0o francs. XXY. Lorfque les conceffionnaires quitteront , foit A la fin de la conceflion , foit pour caufe dependante de leur vo- Jonte, ils feront tenus de laiffer en bon &rat toutes les conf- trudtions & rravaux interieurs qui font prefcrits par le pre- fent cahier des charges , & les confirudtions & autres trayaux qu'ils auront pu faire ou encommences, La valenr du mobilier des calamines brutes & calcinges., & les approvifionnemens , leur feraient dans ce cas rembourf&s par les nouveaux conceflionnaires, a dire d’experts.- . XXVI. Un nouvel &rat des lieux ou inventaire des bAti+ mens, puits, canaux, pompes & aurres objets uriles & Pex- ploiration en geEneral , fera fait triple. dans deux ans de Ventree en jouiffance, &poque ä& laquelle les conftructious & reparations doivent &tre terminses, & il en fera depof& une copie conforme a la prefecture de !’Ourte & au confeil des mines. XXWVIIL Un ingenieur des mines furveillera l’ex&curion des zravaux interieurs, conftructions & reparations ordonnedes, il recevra une indemnite€ qui fera fupportee par les con- ceffionnaires & arbitree, fur l’avig de V’adminiftration des mines , par le Miniftre de !l’interieur. XXVUL 11 y aura lien ä decheance des droits & la con» cefflion , pour raifon de l’inexecution des conditions impofees; &, dans ce cas , les conceifionnaires ne pourront pretendre ni a aucun rembourfement des ouvrages commenccs, ni de Vextraction faite des calamines. XXIX. Le prefent cahier des charges fera adreffe fans delai au Prefer de l’Ourte, pour affurer l’ex6curion du decres
54 (421) imperiat du 50 ventöfe an ı3z, relatif A Ja conceffion des mines de calamine. D APPROUVE : Le Miniffre de T’interieur , figne CHAMPAGNY, Pour copie conforme , 8 Ze fecretaire-general du departement de *’Ourte, AUBERT.- EEE DEE DELETE LEE ACTES DE LA PREFECTURE. ; — EEE B PREMIERE AFFICHE ' Pour la conceflion des Mines de la Vieille- Montagne. ExN exe&cution du decret imperial du zo ventöfe an 13, & en conformite de l’arr&t& du gouvernement du 19 ventöfe an ır, il fera procede par le Prefer, feant en confeil de prefedture , le mercredi 24 frudtidor an 13, & l’ouverrure des foumiflions qui pourraient &tre faites pour 1ä conceflion des mines de calamine de Ja Vieille«Montagne. Ces foumiffions porteront obligations dc fe conformer au cahier des charges , claufes & conditions approuve par fon excellence le Miniftre de llinterieur ; les enchitres pour &rre admifes devront exceder une fomme anmuelle de 40,C0o0 francs. » “Les foumiffions feront depofses cachettes au fecretariat de Ja prefedture avant le mardi 25 fructidor exclufivement. Dans les 24 heures apres Vexpiration dn delai ci-deffus fixe pour la reception des foumiffions , le Prefer, reuni au confeil de prefechure, ouvrira les foumiflions; il en fera donne ledure & forme un &rat dans lequel ne feront compris que les foumiflionnaires qui auront &t& reconnus poffüder les facultes necefaires & jouir d’un credit fur lequel la con- fiance du gouvernement puifle repofer, Ee4
55 De Haamerbröck von Erich Kockartz Jewaltisch wi e Onjetü-em sitt me se ad va witts, dat me bEijnoh 'ne Schudder kritt, wenn me va noh se sitt. De Haamerbröck €ß heij jemingt, dat €8 doch sonneklor, et Jöhldahl övverquert se janz, ad hondertvofzech Johr. Va ove ka 'me Hosend si-e änn b€ß Kapeller Bärch änn dronder schlängelt s£ch de Jöhl änn söckt s£&ch höre Wäch. Dreij Dörper komme h6€ij bej£h onder jen Haamerbröck, va Härjend änn va Hosend mi-e, va Wahle märr e Stöck. Zichduusend Zöch hant se passiert, jezoht wo-ete se nie, e Richtung Belje b&ß Ostende off nE£ht erömjekiert. Milleju-ene Mensche soße drop, et Hatz vohl Fröjd änn Jlöck, Werr ander vohre vutt va he&em änn ko-emte nie zeröck. Wenn su-en Bröck v'rzälle köß, kü-ent stondelank me hüre, wat Mensche hör hant aajedu-e, indem se se zerstürde. Vöhl jong Lüj vonte heij dr Du-ed, de Bröck dat wo-ed höhn Jraaf, se storve vör et Vaterland, d'r Frä hong dova aaf. Hüij steht se do wi 'ne Koloß, uuß Iser änn Betong, märr vöhr änn henge sitt me noch, wi fröhjer se do stong. De Hoptsach €ß, se steht noch do, d£ht Land änn Lüj v'rbenge, anstatt wi et ad zweimohl wor, dorch Kreech vöhl Leed ze brenge. Dat Mensche se zesame brengt, ejal va wu-e se sönnt, da hat de Haamerbröck bestemmt vör en jow Saach jed&nnt. Se söll, su-e wi se hüij do steht, e Mahnmal ömmer blieve. Va di do ove hEngt et aaf, wi di et wärrem drieve. (Dezember 1994)
56 Die St. Stephanus Pfarrkirche zu Walhorn, ein Bauplatz im Spiegel der Geschichte von Albert Janclaes Die altehrwürdige Pfarrkirche von Walhorn wurde in den bei- den letzten Jahren einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Dies war natürlich nicht die erste "Verjüngungskur" dieser Kir- che, von der in früheren Jahrhunderten - mit Ausnahme von Eupen und Lontzen - alle Pfarren des nachmaligen Kreises Eupen ab- hingen. . Bevor wir aber ausführlicher auf die ausgeführten Arbeiten ein- gehen, wollen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, denn es ist sicher nicht uninteressant, die jetzt abgeschlossenen Arbei- ten im Kontext der Renovierungen und Restaurierungen vergan- gener Jahrhunderte zu betrachten. Der alte romanische Vorgängerbau aus dem 12. Jh. erfuhr im 14. Jh. durch den Bau eines gotischen Chores eine erste große bau- liche Veränderung. Im 15. Jh. folgte ein Neubau des Langhauses, so daß nur der Turm von dem romanischen Bau erhalten blieb. In einem 1879 für die Eupener Zeitung geschriebenen und im "Göhltal" Nr. 31, S. 89 ff. abgedruckten Aufsatz gibt Pfarrer An- ton Mennicken eine baugeschichtliche Beschreibung der Walhorner Kirche, die im 15. Jh. dank dem Sinn und der Opferwilligkeit der Bewohner der Bank Walhorn zu einem "würdigen Tempel des Allerhöchsten" geworden war. "Leider", so schreibt der Pfarrer weiter, "hat der Unverstand der späteren Zeit diesen altehrwürdigen Kirchenbau derart entstellt, daß die charakteristischen Eigentüm- lichkeiten des monumentalen Bauwerks gänzlich vernichtet wor- den sind." Aus den geschichtlichen Erzählungen von Pastor Victor Gielen erfahren wir, daß infolge der Religionskriege die Kalvinisten im März 1636 auch in Walhorn eingedrungen waren und bis zum Herbst 1637 ihrem Zerstörungswahn in den Kirchen freien Lauf ließen. Schon vorher hatte der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) unsere Heimat an den Rand des Ruins gebracht und die Pest, der schwarze Tod, 1635-1636 viele Menschenleben gefordert.
57 Unter Wilhelm Voets, dem ersten in Walhorn residierenden Pfar- rer, wurden die entweihte Kirche und drei neue Altäre am 1. und 5. September 1639 durch den Lütticher Weihbischof neu ein- gesegnet bzw. geweiht. Durch den Krieg war die Pfarre sehr verarmt und es konnte zunächst nur das Notwendigste angeschafft werden. Doch der Friede sollte nicht lange währen, denn am 20. Mai 1668 fiel die Armee des Franzosenkönigs Ludwig XIV. in unser Land ein und plünderte abermals das Walhorner Gotteshaus. Zu allem Unglück brannte 1672 auch noch das alte Pfarrhaus bis auf die Grundmauern nieder. 1684 wurde Astenet völlig ausgeplündert und in Walhorn steckten die Franzosen vier Wohnhäuser in Brand. Um 1694 trieb im Walhorner und Eupener Land zudem eine die "eiserne Hand" genannte Ausgabee ihr Unwesen. Der spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) brachte weiteres Leid über unser Land. Als Pfarrer Wilhelm Caproens die Pfarre am 18. Mai 1688 über- nahm, hatte er wahrlich kein leichtes Erbe angetreten. Er starb am 11. Februar 1711 im Alter von 56 Jahren. Unter seinem Nachfolger Heinrich Henuse (1711-1737) wurde die dringend erforderliche Restaurierung des Gotteshauses in An- griff genommen und im Barockstil dem herrschenden Zeitgeist angepaßt. So brachten die Jahre 1723-1724 der Kirche großes Unheil. In unbegreiflicher Weise setzte man den Meißel an sämt- liche Kapitelle von Schiff und Chor, vernichtete sie und bewarf die Pfeiler mit Mörtel. Unter Pfarrer Henuses Nachfolger Johannes Van den Daele wurde 1750 das 79 Jahre zuvor zerstörte Pfarrhaus wiedererrichtet. 1769 fügte man gegen alle kirchlichen Regeln eine neue Sakristei mit hohem Mansarddach an die äußere östliche Chormauer an, wobei das östliche Chorfenster einfach vermauert wurde. 1788 übernahm Pastor Wilhem van der Heyden die Pfarre Wal- horn. Zwei Jahre später erfolgte eine Veränderung und Ver- unstaltung des Dachstuhles über dem Chore. Auch wurde der aus großen Grabplatten bestehende alte Bodenbelag, der ein wertvol- les Zeugnis zur Geschichte der "Bank Walhorn" darstellte, ent- fernt und durch einen neuen, schachbrettartigen Steinbelag ersetzt. Kanzel, Kommunionbank und Orgelbrüstung wurden 1792-93 und die Sitzbänke teils 1809, teils 1816 neu beschafft. Pfarrer van der Heyden war inzwischen, erst 55-jährig, i. J. 1794
58 gestorben. Bauliche Veränderungen der Pfarrkirche sind unter den folgenden Pfarrern Franz-Josef Klausener (1794-1825), Peter Mertens (1825-1826), Werner Maehren (1826-1840) und Johann Lecomte (1840-1863) keine zu verzeichnen. Erst mit Pfarrer Anton Mennicken (1863-1879) wurde wieder eine umfassende Restaurierung vorgenommen. Dieser kunstsinnige Geistliche wollte die "Verunstaltung" der ursprünglichen gotischen Hallenkirche weitgehend rückgängig machen. Die Gelegenheit schien sich ihm zu bieten im Zusammenhang mit der Instandset- zung der Fenster, wozu er sich bei Kanonikus Dr. Bock in Aachen fachkundigen Rat holte. Im Sommer des Jahres 1868 wurden sämtliche Fenster durch neue spitzbogige Öffnungen mit Stab- und Maßwerk aus franzö- sischem Sandstein ersetzt und gleichzeitig eine Verglasung aus starkem grünlichem Doppelglas in Karnies-Verbleiung mit ver- schiedenartig gezeichneten Mustern angebracht. Ein am 7. De- zember 1868 tobender Orkan verursachte bedeutende Schäden am Dach, die im folgenden Jahre behoben werden mußten. 1870 er- folgte der Umbau der Sakristei, die um mehrere Fuß unter dem Dachstuhl erniedrigt wurde und ein neues Satteldach erhielt, wo- durch das hundert Jahre zuvor vermauerte östliche Chorfenster wieder zum Vorschein kam und nach vollständiger Bloßlegung und Einsetzung des Stab- und Maßwerkes ein herrliches Gemälde aus gebranntem Glas aufnehmen konnte. Auch im Innern der Kirche erfolgten umfangreiche Bau- und Restaurierungsarbeiten. Im folgenden Jahr wurde mit der Beschaf- fung neuen Mobiliars begonnen; die 1793 nach Art eines Schwalbennestes unorganisch an einem Pfeiler befestigte Kanzel wurde verkauft und eine passendere in neugotischer Form ange- schafft. 1873 wurden die inzwischen morsch gewordene Haupteingangstür und das von vornherein in der Konstruktion verfehlte Portal ersetzt. Zum Schluß dieser umfangreichen Wiederherstellung der Kir- che in ihr ursprüngliches Aussehen wurde die Errichtung eines neuen Altares in Angriff genommen. Dabei kam eine massive stei- nerne Altarplatte mit gotischem Profil und der Jahreszahl 1504 zum Vorschein. Obwohl eine neue Altarplatte schon angefahren und zur Verwendung bereit lag, entschloß man sich vernünftiger- weise, dem altehrwürdigen Stein den Vorzug zu geben und baute
59 ihn in den neuen Altar ein. Die Chronik berichtet uns, daß alle diese unter Pfarrer Anton Mennicken ausgeführten Arbeiten eine tätige und ausdauernde Mithilfe von Seiten des damaligen Bürgermeisters Kerres erfuh- ren. Der Pfarrer selber hat für die Restaurierung seiner Kirche nicht nur unermüdlich Geld gesammelt, sondern auch bedeutende per- sönliche Mittel beigesteuert. Bei seinem Tode, am 17. Oktober 1879, waren -mit Ausnahme des Turmes und der äußeren und in- neren Restaurierung der Kapelle an der Südwestseite der Kirche- die geplanten Wiederherstellungsarbeiten abgeschlossen. In sei- nem Testament vermachte Pfarrer Mennicken seinem Nachfolger einen Betrag von 3.431,44 Mark mit der ausdrücklichen Bestim- mung, daß dieses Geld zur Vollendung der Restaurierung verwen- det werde. Während der Pfarrvakatur (noch dauerte der "Kulturkampf" an) unternahm der Kirchenvorstand unter dem Vorsitz des Bürgermei- sters Domenicus Kerres in den Jahren 1884-85 die Restaurierung des Turmes. Die alten Glocken, die schönsten und harmonisch- sten der ganzen Gegend, wurden neu aufgehängt und für 1.300 Mark wurde auch eine neue Turmuhr mit vier Zifferblättern ange- schafft. Die Amtszeit des 1887 nach Walhorn ernannten Pfarrers Johann Labeye dauerte krankheitsbedingt nur bis 1900. In diesen Jahren wurde die Taufkapelle umfassend restauriert und erhielt einen neuen Taufstein mit einem hölzernen, vergoldeten Deckel. Zwei Wochen nach der Einführung seines Nachfolgers, des Pfar- rers Arnold Pesch, wurden am 15. November 1901 neue Kreuz- wegstationen eingesegnet. Im Ersten Weltkrieg konnte Pfarrer Pesch beim Domkapitular Cohen ein günstiges Gutachten für den Erhalt des Walhorner Kirchengeläutes erwirken, das daraufhin nicht zu Kriegszwecken eingeschmolzen wurde. Pfarrer Josef Bayer (1920-32) war der letzte noch von Köln ernannte Walhorner Seelsorger. Die am 25. November 1923 in der Kirche eingeweihte Kriegergedächtnisstätte, ein Werk des Raerener Bildhauers Leonard Mennicken, sowie die am 13. Dezember 1928 in Betrieb genommene erste Warmluftheizung bleiben mit seinem Wirken in Walhorn verbunden. Der am 17. April 1932 feierlich eingeführte Nachfolger, Pfar- rer Peter Phlippen, weihte am 30. November des gleichen Jahres
60 den infolge eines Gelübdes von einem Walhorner Einwohner ge- stifteten kleinen Altar zu Ehren der Mutter Gottes von der Immer- währenden Hilfe (heute nicht mehr vorhanden), dessen Bild jetzt den Altar der Taufkapelle schmückt. Im Herbst und Winter 1937 wurde das inzwischen 100 Jahre alte Kirchendach erneuert; gleichzeitig verschwand auf der Ost- seite das kleine Türmchen, "Pfefferdose" genannt, dessen Stelle ein Dachreiter in gotischen Formen einnahm. Die 1867 eingesetzten Fenster waren ebenfalls inzwischen schadhaft geworden. Pfarrer Phlippen veranlaßte, daß sie durch schöne, bunte Glasfenster ersetzt wurden. Im gleichen Jahre fand die Marmorierung des Altares, des Portals und der unteren Kirche statt. Ferner wurden die Altarstufen in Marmor ausgeführt. Die Kosten betrugen 36.625 F. Am 25. November 1940 wurde die Neuausmalung der Kirche durch den Walhorner Malermeister Joseph Bastin in leuchtenden Farben und großzügiger Vergoldung in Angriff genommen und 1943 (man staune!) wurden der Altar, die Kommunionbank und die Kanzel neu polychromiert. Beim Einmarsch der Amerikaner, am 12. September 1944, wird Walhorn von deutscher Artillerie beschossen. Der Glockenturm wird seitlich aufgerissen und der Schieferbelag beschädigt. Das erst 1937 angeschaftte Norbertus-Fenster wird zerstört. Mit Pfarrer Viktor Gielen, der am 7. Juli 1957 in Walhorn ein- geführt wurde, erhielt die Pfarre einen geschichts- und hei- matkundlich interessierten Seelsorger, dessen großes Verdienst es ist, bei seinen Pfarrangehörigen das Interesse für die Vergangen- heit von "Mutterpfarre und Bank Walhorn" geweckt zu haben. Er ließ das Bruchstück des alten romanischen Taufsteines aus dem 12. Jh. und das gotische Sakramentshäuschen aus dem Jahre 1502, die seit der Restaurierung von 1723 unter freiem Himmel den Unbilden der Witterung ausgesetzt gewesen waren, in die Kirche zurückbringen und dort aufstellen. Pastor Ernst Alard (1965-1975) fiel die undankbare Aufgabe zu, die Kirche für die Liturgie im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils umzugestalten. Dem gewandelten Zeitgeist entsprechend wurde auch 1970 durch Malermeister Jos. Bastin ein schlichter Neuanstrich zum Preise von 700.000 F vorgenommen. Vom 1. November 1975 an lag die Verantwortung für die Pfarre
61 in den Händen des selbständig handelnden Kaplans Jos. Evertz, der zwar am 25. Oktober 1981 zum Pfarrer ernannt wurde, aber Walhorn bereits ein Jahr später verlassen mußte, um in Eupen die St. Josef-Pfarre zu übernehmen. Als Anfang März 1978 eine Erweiterung und Umgestaltung des Chorraumes vorgenommen und dabei die ersten Bankreihen so- wie der darunter befindliche Bretterboden entfernt wurden, ka- men einige historische Grabplatten zum Vorschein, darunter die der am 2. April 1737 verstorbenen Gudula Meessen. Diese für Heimat- und Geschichtsforscher sensationelle Wiederentdeckung fand in der regionalen Presse sowie im Heft Nr. 23 der Göhl- talvereingung ihre geschichtliche Würdigung. Vom 13. Juni 1982 bis zum 15. September 1983 fungierte der Eupener Kaplan Karl-Heinz Calles in Walhorn als Pfarrverwalter. In dieser Zeit wurden dringende Ausbesserungsarbeiten am Kirch- turm durchgeführt und der Kirchenfabrikrat äußerte zum ersten Male den Wunsch, die Walhorner Pfarrkirche unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Das Grenz-Echo berichtete am 15.7.1983 und am 3.4.1984 über die von der Fa. "Maison-nette" aus Jupille durch- geführten Arbeiten, die mit einem Betrag von 110.000 F ohne MWS zu Buche schlugen. Nachdem der Ketteniser Pfarrer Ernst Alard drei Jahre lang auch Walhorn seelsorglich betreut hatte, konnte am 14. September 1986 mit Francois Palm ein neuer Pfarrer eingeführt werden, der noch heute im Amt ist. Die nun abgeschlossene Restaurierung der Pfarrkirche konnte erst konkret ins Auge gefaßt werden, nachdem der Bau (gleich- zeitig mit dem Pfarrhaus und den alten Grabkreuzen) durch Erlaß der Exekutive der Deutschsprachigen Gemeinschaft vom 9.7.1987 unter Denkmalschutz gestellt worden war. Im folgenden Jahre rüstete sich Walhorn zur 1100-Jahrfeier der urkundlichen Ersterwähnung (888). Im Rahmen der Fest- vorbereitungen säuberte der Verkehrs- und Verschönerungsverein das Kirchturminnere und die Glocken von einer Zentimeter dik- ken Taubenkotschicht. Insgesamt wurden 500 L Vogelmist weg- geschafft! Eine sehenswerte sakrale Ausstellung zog viele hunderte Besu- cher an. Im Oktober 1988 fertigte der Eupener Architekt Karl Klinken-
62 berg ein genaues Aufmaß der Kirche an, welches als Grundlage der damals bevorstehenden, umfassenden und neuesten Restau- rierung dienen sollte. Am 28. März 1989 beschloß der Lontzener Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Lucien Godfroid einstimmig die geplante Restaurierung. Die Kostenschätzung belief sich auf rund 20 Millionen Franken, zuzüglich 5.290.740 F für die Restaurierung der Orgel. Aus der Feder des Eupener Organisten und Orgelfachmannes H.-G. Reinertz erschien in der Grenz-Echo-Ausgabe vom 17. Juli 1991 ein ausführlicher Bericht zur Geschichte und zum künstleri- schen Wert dieses hervorragenden Instrumentes. | 1809 hatte Walhorn eine ursprünglich 1792 für das Aachener Kapuzinerkloster gefertigte Orgel erworben, die bis 1847 erhal- ten blieb. Dann lieferten die Gebrüder Müller, Orgelbauer aus Reifferscheid, eine neue Orgel mit einer Gesamtzahl von 20 Stim- men. Dieselbe Firma baute das Instrument 1914 von einer me- Chanischen Schleifladenorgel zu einer pneumatischen um. Von den 725 Pfeifen des Hauptwerkes sind 467 historisches Material aus dem 19. Jh. Da die wesentlichen Teile wie Blasebalg, Prospektpfeifen, ein Großteil des Pfeifenmaterials, der gesamte Orgelprospekt, die Pfo- sten und Stollen des ursprünglichen Gehäuses von 1847 noch vor- handen sind, kam der Eupener Orgelspezialist nach eingehender Untersuchung zu der Erkenntnis, daß eine Restaurierung bzw. ein Rückbau auf Schleiflade mit mechanischer Spiel- und Registertraktur die einzig vertretbare Lösung sein konnte, "da dies nicht nur die Rettung des überaus wertvollen historischen Materi- als ermöglicht, sondern auch die ursprüngliche Symbiose zwischen Gehäuse und Klangstil wiederherstellt". Dies rechtfertigt auch die hohen Kosten von mehr als 5 Millionen Franken. Parallel zu diesen Ausgaben genehmigte der Lontzener Gemeinderat nach heftigen Diskussionen am 30. Juni 1993 die Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 4,7 Mio F zur Friedhofs- vergrößerung, durch die im folgenden Jahre 94 neue Grabstätten geschaffen wurden. In den Mittagsstunden des 24. Juni 1994 fuhren zum Schrek- ken der Walhorner mehrere Feuerwehrwagen mit Sirenengeheul die Pfarrkirche an. Aus dem Dach sah man Rauch entweichen.
63 Der Orgelventilator hatte sich überhitzt. Zum Glück konnte der Brand im. Keime erstickt werden. Inzwischen war die Kirchenrestaurierung in vollem Gange. Im März 1989 war das Projekt zur Begutachtung bei den zuständigen Genehmigungsstellen eingereicht worden. Mit Datum vom 29. November 1991 erteilte Minister Albert Li£nard die Genehmigung zur Durchführung der geplanten Arbeiten. Am 29. Juni 1992 er- folgten die Eröffnung der Angebote und die Auftragsvergabe. Die Kostenschätzung von November 1988 hatte bei 15.741.282 F (ohne MWS) gelegen. Das Auftragsvolumen von Juni 1992 lag bei 18.341.473 Franken und der vorläufige Endpreis der Restaurierungsarbeiten (Stand vom Juli 1995) liegt bei 19.745.000 F (ohne MWS). Die Finanzierung wird zu 79 % durch die Wallonische Region bzw. die Deutschsprachige Gemeinschaft und zu 1% durch die Provinz Lüttich abgedeckt. Die Gemeinde Lontzen trägt 80% der verbleibenden Kosten; Eupen und Raeren beteiligen sich mit 13 bzw. 7 % derselben. Nachstehend die zusammenfassende Beschreibung der einzel- nen Lastenhefte: Los 1: Dacharbeiten 110 Arbeitstage +28 Beauftragter Unternehmer: Fa. Welsch, Eupen ( Bedachung) und Fa. Signon, Eupen (Holzarbeiten/Subunternehmer) Arbeitsbeginn: 02.05.1994 Arbeitsende: 31.03.1995 Kostenschätzung: 7.015.736 F + MWS Angebotspreis: 5.547.635 F + MWS Endpreis: 7.235.411 F + MWS Beschreibung der Arbeiten (Auszug und Zusammenfassung) 1. Gerüstarbeiten, innen und außen, auch für die Lose 2 und 3 dienend. . 2. Schutzmaßnahmen, innen und außen, auch für die Lose 2 und 3 dienend, zum Schutz der Kirchenbesucher, des Gebäudes und der Außenanlagen (Pflanzen und Grabsteine). 3. Entfernung des bestehenden Schieferbelags und aller Zink- arbeiten.
64 4. Arbeiten an der Dach- und Turmfläche - Auswechseln von angefaultem Schalholz (vollständige Er- neuerung) - Abdecken der gesamten Dach- und Turmfläche mit Kordel- pappe - Eindecken der Dach- und Turmfläche (909 m2) mit grau- blauen Naturschieferplatten (20 x 30 cm), zu 98% bestehend aus Quarz und Aluminiumsilikaten, gemäß den Anerkennungskriterien der Kgl. Denkmalschutzkommission, genagelt mit 4 mm starken Edelstahlhaken, 2 Nägel pro Platte. Die First- und Gratausbildung in Bleistreifen von 15/10 mm Stärke. Anbringen von 160 Leiterhaken in Edelstahl, dunkel getönt. Anbringen von 100 m Schneegitter. Erneuerung aller bisher aus Zink bestehenden Rinnen, Regen- rohre, Maueranschlüsse, First-, Grat- und Kehlelemente durch 0,7 mm starkes Kupferblech (354 m) sowie Erneuerung der Rinnen- kasten. 5. Bekleidung des Heizungskamins mit Zinkblech, Einziehen eines Edelstahlrohres und Eindichtung des Kaminaufsatzes. 6. Erneuerung von Bauholz im Dach und im Turm. 7. Erneuerung der Holzböden und Dachgauben sowie Auswech- seln bedenklicher Sprossen an allen Turmleitern. 8. Überprüfung und Erneuerung des Blitzableiters. 9. Überprüfung und Sicherung der drei Dachkreuze. Entrosten und Anstrich. 10. Reinigung und technische Überprüfung der Turmuhr sowie Montage einer Zifferblattbeleuchtung (24 Volt) mit Dämmerungs- schalter und sehr dauerhaften Leuchtkörpern. 11. Gründliches Säubern des Turminnern und des Kirchen- gewölbes. Los 2: Mauerwerk 95 Arbeitstage Beauftragte Unternehmer: Fa. Convents, Eupen, Bauunterneh- mer; Fa. Scholl, Eupen, Anstreicherbetrieb Fa. Vonderhecken, Eynatten, Blausteine Arbeitsbeginn: 14.03.1994
65 Arbeitsende: 03.1995 (Stop wegen Pfarrhaustreppe) Kostenschätzung: 8.384.604 F + MWS Angebotspreis: 4.766.493 F + MWS Vorläufiger Endpreis: 8.216.000 F + MWS Beschreibung der Arbeiten (Auszug u. Zusammenfassung) 1. Gerüstarbeiten (s. Los 1). 2. Schutzmaßnahmen (s. Los 1). 3. Entfernung aller Grabsteine und Steinkreuze und sichere Lagerung derselben, Abbruch der Außentreppe zum Heizungs- keller und zur Sakristei sowie Abbruch von Mauerwerk, Säulen und Gittern an der Südost-Kirchenseite und sichere Lagerung zum späteren Neuaufbau. 4. Auskappen des gesamten Außenmauerwerkes. 5. Sandstrahlen dieser Flächen (2.005 m2). 6. Ersatz von beschädigtem Steinmaterial und Imprägnierung des Mauerwerkes. 7. Wiedererrichtung der Einzäunung an der Südostseite der Kir- che und der Außentreppen zur Sakristei und zum Heizungskeller. 8. Sanierungsarbeiten an den Fundamenten, Verlegen von Drainagerohren. 9. Erneuerung der Außenanlage: Pflasterung (276 m2), Kies- arbeiten (455 m2), Bepflanzung, Richten des Einlaufgitters und der Natursteinumrandung vor dem Hauptportal. 10. Eindichten aller Türen und Fenster und Säubern der Fenster- außenflächen (77,47 m2). 12. Instandsetzung der Pastorat-Außentreppe.(Noch nicht aus- geführt wegen der Diskussion, ob diese Treppe aus denkmalschützerischen Erwägungen erhalten werden soll oder nicht). Los 3: Elektro-, Anstreicher-, Stein- und Holzarbeiten 60 Arbeitstage Beauftragter Unternehmer: Fa. Convents, Eupen, Bauunterneh- mer Fa. Scholl, Eupen, Anstreicherbetrieb Fa. Kohl, Eupen, Elektro-Arbeiten Fa. Kniebs, Eupen, Schreinerei Fa. Vonderhecken, Eynatten, Blausteine
66 Arbeitsbeginn: 14.03.1994 Arbeitsende: noch unbekannt (wegen Pfarrhaus- treppe) Kostenschätzung: 2.793.053 F + MWS Angebotspreis: 4.020.016 F + MWS Vorläufiger Endpreis: 3.904.000 F (+ Nachtragsgenehmigung Innenlampen). Beschreibung der Arbeiten (Auszug u. Zusammenfassung) 1. Gerüstarbeiten im Kircheninnern (1.123 m2) und im Turm (125 m2). 2. Schutzmaßnahmen (s. Los 1). ; 3. Ausmalarbeiten: : - Säubern der Anstrichflächen (1.728 m2), Reparaturen am Putz, Grundierung, Anstrich, Farbdekorationen (200 m mal 2 bis 4 cm). 4. Arbeiten am Naturstein: Kleinere Reparaturen, Steinersatz, Lasierung von Natur- steinen, Auswechseln beschädigter Bodensteinquadern (35 x 35 cm). 5. Arbeiten an Marmorplatten und Fenstern: Reparaturen , Säubern und Polieren der Marmorflächen, Reinigen derBleiglasfenster, Ersetzen defekter Scheiben, Reinigen und Streichen der Metallsprossen. 6. Holzarbeiten: Bearbeitung aller Holzteile, Umbau des Altarpodestes, Erneuerung der Schallucken am Turm, Herrichten der Pastorats-Eingangstür. 7. Bearbeitung der Eisenteile am Gitter der Taufkapelle und der Kette des Triumphkreuzes sowie Anstrich in Anthra- zitschwarz. 8. Erneuerung aller Unterputz- und Aufputzstromanlagen (1,380 m): Ausweitung der E-Tafel, Montage einer Beleuchtungs- kontrolltafel mit schematischer Darstellung des Kirchen- innern an der Rückwand hinter dem Hauptaltar, Montage der Außenbeleuchtung; Anstrahlung der Kirche und Be- leuchtung der Kirchen- und Pfarrhausauszugänge. 9. Lieferung und Montage sämtlicher Beleuchtungskörper. 10. Vorbeugender Brandschutz durch Montage diverser feuer-
67 hemmenden Türen; Lieferung und Montage von di- versen Feuerlöschgeräten, Typ ABCD, mit 6 kg Pulver. 11. Anstrich der Vorderfront des Pfarrhauses einschließlich Gerüstmontage. Los 4: Heizungsanlage 40 Arbeitstage Bezug nehmend auf einen altersbedingten Überhitzungs- zwischenfall des Heizölbrennners der Walhorner Kirchen- heizungsanlage im Frühjahr 1988 und auf die gesetzlichen Richt- linien zur Vermeidung von Brandrisiken und Paniken in öffentli- chen Gebäuden vom 15. Mai 1967, empfiehlt der Kommandant der Lontzener Feuerwehr, Charles Ahn, mit Schreiben vom 15. März 1988 dringend die grundlegende Erneuerung dieser Hei- zungsanlage. Beauftragter Unternehmer: Fa. DETEM, Weismes, Heizungs- bauer Arbeitsbeginn: 05.04.1994 Arbeitsende: 04.05.1994 Kostenschätzung: 1.130.000 F + MWS Angebotspreis: 389.218 F + MWS Endpreis: 413.603 F + MWS Beschreibung der Arbeiten (Auszug u. Zusammenfassung) Lieferung und Montage 1. Einer Heizeinheit mit Warmlufterzeuger und Ölbrenner mit allem Zubehör; 2. Von Warmluftkanälen, Rückluftkanälen und Frischluftzufuhr; 3. Eines Heizöltanks (5.000 1) mit allen erforderlichen Anlagen und Anschlüssen; 4. Einer automatischen Regelanlage, Verdrahtung und Anschlüs- sen der Motoren; 5. Der Wärmeschutzanlage der Geräte und Kanäle; 6. Einer Schallschutzanlage; 7. Zweier Lagen Rostschutzfarbe auf allen Metallteilen. Vorgabe: Die Anlage muß in der Lage sein, bei-14°C Außen- temperatur die Kircheninnentemperatur innerhalb von 90 Minu- ten auf +15°C zu bringen.
69 4.11.1994 ausführlich über diese Entdeckung und bemerkte, daß noch nicht entschieden sei, ob diese Malerei erhalten oder mit reversibler Farbe überstrichen werden soll. Inzwischen hat man sich für die zweite Möglichkeit entschieden. Mit der spektakulären Montage des Kirchturmkreuzes und des Wetterhahnes mittels eines 160 Tonnen-Kranfahrzeugs der Firma Wertz aus Aachen konnte die 400 kg schwere Eisenkonstruktion an einem 65 Meter langen Ausleger an ihren angestammten Platz gehoben werden (s. Grenz-Echo vom 15.11.1994). Ein Sturm hat- te zwei Jahre zuvor, wie auch schon im Jahre 1972, Kreuz und Wetterhahn von der Spitze des Kirchturms heruntergerissen. Auch vor 20 Jahren hatte die Fa. Welsch für die Wiedererrichtung ver- antwortlich gezeichnet, allerdings war damals der Turm hierzu eingerüstet worden. Mit der Wiedererrichtung des Turmkreuzes war für alle Walhorner sichtbar, daß die Restaurierung der Pfarrkirche abge- schlossen war. Mit einem Dankamt und einem kurzen Festakt in der Kirche wurde am Samstag, dem 22. April 1995, der Abschluß der gelun- genen jüngsten Restaurierung der Pfarrkirche gebührend gefeiert.
70 Une etrange de&couverte dans la cave d'une maison d'&cole ä Montzen par Joseph Langohr Sur la Place du village (Place Communale) de Montzen, aux nume€ros 48-49, on remarque deux jolies maisons jumel&es. "Curieuse habitation double en briques blanchies et calcaire sous bäti&re de tuiles. Deux niveaux de quatre trav6es. Limitee par des chaines d'angles harpees et Elevee sur soubassement de moellons assis6s puis de grand appareil Equarri, facade perc&e d'une porteä , chaque extr£mit€e et de baies de linteau bombe€ ä cle. Deux lucarnes a croupe et €pi sur la toiture." (1) Au milieu de la facade se trouve une grande pierre calcaire portant le chronogramme suivant: "aMICVs pVbLICI et patrlae Istas aeDes strVXIt", ce qui signifie: "Un ami du peuple et de la patrie Edifia cette demeure" et nous donne le mill&sime 1781 (M=1000, D=500, C=100, L=50, X=10, V=5, ]=1). Dans les actes notari&s du 19e s., cette maison est appel&e "maison d'&cole". Elle se trouve ä quelques pas de l'6glise d&canale St Etienne. Ce monument en style baroque nous re&vele au-dessus de la porte d'entree lat&rale un autre chronogramme: "DeCIMatorIs eXpensIs et plae paroChlae zeLo resVrreX1", ce qui signifie: "Avec les moyens du d&cimateur et par l'ardeur de la fervente paroisse, je suis ressuscit&e" et nous renseigne que la reconstruction de l'eglise a eu lieu en 1781. Le d&cimateur qui fournit les moyens financiers n&cessaires Etait la Collegiale de Notre-Dame d'Aix-la- Chapelle qui, en contre-partie de 1a dime (2) qu'elle percevait ä .Montzen, &tait tenue de pourvoir ä l'entretien du choeur et de la nef de l'eglise (3).
a E38 T 885 X zZ. 23 a ® 4 a A N A ER ® 38) E A ı A E | # A | NN La ”maison d’&cole” ä Montzen Pe E 2 | KO SR SD Al Ö BEE Re 8 SS AR S 9 A SE > Hin 2 SS & U 222 2 . \ EL 2 . FRA HE AT AA "— —_—_—_— En 7 2 ra He | MB N A a Fonts baptismaux romans
72 Les deux chronogrammes indiquent donc le me&me mill&sime 1781. Il est probable que la "maison d'&cole" fut construite avec les mat&riaux de demolition provenant de la vieille €glise. Nous avons d&jä dit que la "maison d'&cole" est en fait une maison double. En poussant nos invistigations un peu plus loin, Tune de ces maisons, celle de gauche, va peut-&tre nous donner la r£ponse ä la question de savoir quel est le lien entre ]l'£glise et la "maison d'&cole". En effet, dans la cave se trouve, encastrEe dans le mur d'angle gauche, une vasque ronde en pierre calcaire qui semble &tre les anciens fonts baptismaux de l'eglise St Etienne. Comparons cette oeuvre d'art ä la partie de vasque encore existante ä l'£glise paroissiale de Walhorn, ä propos de laquelle Victor Gielen &crit: "Das Becken, von dem leider nur mehr die Hälfte erhalten ist, Jäßt erkennen, daß es ursprünglich als charakteristische Zeichen vier rundherum verteilte, vorspringende, starrblickende Menschen- köpfe trug und zwischen diesen zwei Kreismuster. Es gehört da- durch zu einer großen Gruppe romanischer Taufsteine an Nieder- und Mittelrhein, in Holland, Belgien, Luxemburg und Nord- frankreich. Diese stammten sämtlich oder zum größten Teil aus denselben belgischen Werkstätten, wahrscheinlich aus der zentral gelegenen Namürer Gegend, wo ein besonders guter Kalkstein zutage tritt und sich schon früh eine wirkliche Steinindustrie ent- wickelt hat." (4) Alors que les cuves baptismales de Walhorn et de Montzen mesurent toutes deux 32 cm de haut, celle de Walhorn prEsente un diamöetre de 102 cm, contre 70 cm pour celle de Montzen. Les "masques" de cette derni&re, un des El&ments du d&cor, ont 15 cm de haut, les cercles orn€s d'une croix prEsentent un diametre de 20 cm. Pour ce qui est de ces masques, figures humaines ä l'expression figee, ils n'ont pas seulement un but d&coratif. On sait que le pretre, lors de la benediction de l'eau devant servir au bapt&me, appelle les mauvais esprits ä quitter les lieux: ” Ordonne, Seigneur, que s'&loigne d’ici tout esprit impur. Qiue les forces du mal se tiennent ä distance et ne tentent pas de corrompre cette eau. Que cette creature sainte et limpide reste ä Vl'abri de toute atteinte et soit exempte de tout mal."
73 On sait aussi, que, anciennement, la coutume existait dans certaines r£gions, d'attacher des t&tes d'’animaux au-dessus de la porte d'entr&e de la maison ou de l'&table pour en repousser le mal, sous quelque forme que ce soit. Le parall&le est manifeste. D'autre part, le nombre "quatre" est charge de valeurs symboliques dans la tradition chretienne: on compte 4 fleuves du paradis, 4 grands prophöetes, 4 "grands" peres de l'Eglise ... Ce chef d'oeuvre de notre patrimoine culturel local, seul vestige connu de ]l'£glise romane primitive, se trouve heureusement bien prot&g€. S'il n'est pas visible publiquement, il reste n€anmoins ä T'abri de la destruction du temps et constitue un pr&cieux t&moin de notre histoire locale. Notes 1) Le Patrimoine Monumental de la Belgique, Wallonie, 12/3, p. 1122 2) A l'origine, le dixi&me des produits de la r&colte et de l'£levage 3)A. Bertha, Geschützte Denkmäler und Landschaften an Iter, Göhl und Gülpe, Kelmis, 1994, S. 92 4) V. Gielen, Die Mutterpfarre und Hochbank Walhorn, 3. Aufl. 1987, S. 53 Photos J. Langohr
74 Et Käppke von Jakob Langohr Ech hann e Käppke, datt steht mech joht, datt jäv ech ze Läve net mie vutt, vöere en Klepp, jett schotteche kariet, verschläete e witschke, änn och jett beschmiet. Ech hauw mech jesaaht: "Werp et net vutt, vöer Adäppel te drage es et ömmer noch joht." Ech woll jo e nöit, met twei Kuvve dropp, änn als Halt met e Remmke vöer der Hengerkopp. . Ech probiede at en janze lange Tied, mä ech woet datt oht Käppke jar net quiet. Worp et de Kull eraaf, die wor ant brenne, denn et sow jo och jenge andere mie venge. Duw robde enge: "Hann et Käppke geschnappt, bej dä Wenk hüj hauw et bow net geklappt." Due wor ech waal vrue, änn daht: "Wat e Jlöck, now hass de et Käppke at werem tröck." Jong no e Geschäff, hauw mech Waar agesiehe met dä Gedanke: da löts det lije. Va wäge et rüecke, daht ech mä waht, änn hauw et janz flott bej de Härenge gelaht. An der Ovend, et schellde, se brahte et mech tröck, denn ene Boom wor minge Naam ejedröckt. Duw woer ech waal vrue, änn daht: "Wat e Jlöck, now hass de et Käppke at werem tröck." Hauw mech ens örgens ejen Kerk gesatt, änn et neve mech op ene Kerkestohl gelaaht. Wie ech jong, sätt dä Köster, änn ech wor platt: Verjätt net et Käppke, söss wet der natt, ech hann er noch e paar Dutzend hej lijje, änn alle Dag weden et e Paar mie."
75 Duw wor ech waal vrue, änn daht: "Wat e Jlöck, now hass de et Käppke at werem tröck." Vanstovend, ech hauw et at e paar ejen Naas, duw dong ech och örjens mi Käppke aaf. Now wor et vutt, brukde net mie te denke, jong anderdags op der Nodosch e drenke. Der Wiet saht: "Bej de Vanstovensradau hauw bow enge die Käppke geklaut, en stell dech vöer, watt vöer e Jlöck, ech hauw et gesiehe, hej hass de et tröck." Duw wor ech waal vrue, änn daht: "Wat e Jlöck, now hass de et Käppke at werem tröck." Ene Park, dow loht ech et lijje op ene Bank, wor vrue änn daht: Et es vutt, Jottsgedank!" Anderdags duw schellde et va vöer, duw stonge de Gendarme ajen Döer änn sahte: "Janz vrösch hüj ejen Mörgenstonde, hant vöer et Käppke öch werem vonde. Ne Tüsch hat gesiehe änn os gesaht, wie der et hott op en Bank gelaht." Now ben ech esue vrue, now han ech et weer, änn jäf et janz bestemmt net mie häer. Ech drag et now wier, off Water off Vüer, denn e nöit es jo suwiesue völs te düer. (Juli 1995)
76 Memoires d'un valet de ferme' (Hubert LENNARTS, 1907-1985) presente&s par Marc LENNARTS Presentation du document Le texte dont la publication (partielle) est entam&e dans ce NumEe10 a Et€ redigE en 1972-1973. Son auteur, d&c&d& en 1985, l'a directement dactylographie, sans FEcrire ä la main au prealable. Ses sept enfants lui avaient offert une machine ä Ecrire ä l'occasion de son soixante-cinquie&me anniversaire. C'est ä eux que ces + "memoires" Etaient destines. Il leur a remis, de son vivant, un exemplaire ä chacun d'eux. Les sept copies ont Et€ obtenues gräce ä des carbones et il s’'est astreint a dactylographier deux fois le tout? Ce t&moignage comprend trente-quatre "parties" (ainsi intitulees et num&rot&es par l'auteur), tapges sans interligne sur autant de feuillets de format folio. La publication du document a n&cessit€ sa correction. La toilette du texte a concern€ l'orthographe et le style (mais, autant que possible, l'original a Et& respect&; jamais la correction n'a port& sur des El&ments de fait ou des interpretations, fussent-elles erron&es, de l'auteur). Hubert Lennarts a Ecrit ses souvenirs sans aucune pretention de quelque ordre qu'elle soit, et en Etant parfaitement conscient de ses limites. Dans le premier paragraphe du t&moignage, en s’adressant ä ses enfants, il demande d'ailleurs d'embl&e: "Je vous prie d'excuser mes fautes d'orthographe, car, Vous Savez par vos propres experiences ce que signifie aller ä l'&cole en periode de guerre". Ceci dit, le lecteur se rendra compte rapidement de tout l'int&ret de ces pages. Elles lui permettent notamment de cerner d'assez pres diff&rents aspects de la vie quotidienne d'une famille de milieu tre&s modeste dans la petite communaut€ rurale de Sippenaeken entre 1910 et 1930. Cette derni&re Etait, ä l'epoque (et peut-Etre
77 encore, dans une certaine mesure, aujourd'hui) assez isolee et mal desservie par les moyens de communication. Un dicton populaire n'affirmait-il pas, d'ailleurs fort a propos: "i sipenake is niks te bite noch te krake"*. On ne manquera pas d'etre frappe par la sensibilit€ et la justesse des observations faites par cet homme simple, amen€ comme tant d'autres de sa gEnEration ä entrer tre&s töt dans la vie professionnelle...dans des conditions fort diff&rentes de celles dont beneficieront les travailleurs apres la seconde guerre mondiale lorsque s'€laborera, peu ä peu, tout notre syst&me de s&curite sociale. Pour faciliter la lecture de son t&moignage, le texte corrig& en sera livre ä l'etat brut. Les appels de note renvoient aux commentaires critiques, aux explications complementaires et aux references bibliographiques Eventuelles regroupes ä la fin. Puisse le t&moignage de mon grand-pere aider ä garder vivace la m&moire de ceux et celles qui ont travaille la terre de nos campagnes sans la poss£der. Pendant plusieurs siecles, de l'ancien reEgime ä la veille du second conflit mondial, leur labeur a largement contribue ä la prosperite du pays de Herve. Une contree oü l'activite agricole a, comme ailleurs, c&d6€... du terrain ä d'autres secteurs Economiques. Jusqu'a rel&guer au rang de "petit metier de jadis" Ja dure besogne des femmes et des hommes qui lui donne&rent les bras dont elle avait besoin. Mes chers enfants, Pour vous remercier du joli cadeau que vous m'avez offert ä Voccasion de mon soixante-cinqui&me anniversaire, j'ai dE&cide d'&crire quelques faits dont je me souviens tr&s bien. Je vous prie d'excuser mes fautes d'orthographe, car, vous Ssavez par vos propres experiences ce que signifie aller a l'&cole en periode de guerre. Excusez aussi les fautes de frappe; la machine n'est pas encore habituge ä moi! Et moi, pas ä elle!
78 Je suis n€ ä Sippenaeken, le 8 janvier 1907, cinqui&me enfant d'une famille d'ouvrier‘. Mes parents Etaient proprietaires d'une petite maison situee le long de la route qui conduit ä Beusdael et ä Teuven®. Sippenaeken &tait alors un village de deux cents habitants, entour€ par les communes de Teuven, REmersdael, Hombourg, Montzen (Plombi@&res) et Gemmenich en territoire belge®. Le bourg jouxtait aussi la frontiere hollandaise (villages de Villen, Vaals et Epen). Maintenant, rions un peu. J'avais ä peine ouvert les yeux apres ma naissance, que je vis mon pere en costume bleu de travail. Yaurais bien fait demi tour, mais le magasin Etait d&jä ferme. . Puisque nous tions au mois de janvier, donc en plein hiver, il y avait de la neige ä hauteur de cheval; äquatre heures, les fen&tres Etaient deja givre&es. Heureusement que je ne suis pas gele! Avec les soins de maman et un bon feu, j'ai €Chapp€e ä ce triste sort. Je me souviens de la naissance de mon petit frere Eugene, n€ en 1912 et mort ä l'äge de vingt-six ans. Un beau matin, ce ne fut pas maman qui vint me chercher hors du lit, mais mon pere. On n'&tait gu&re habitu&s ä cela en semaine. II Etait tr&s souriant et heureux de me faire voir mon nouveau petit frere. Apres avoir pu exprimer brie&vement ma joie, je dus quitter ma m@&re, parce qu'une certaine Madame Thomissen (accoucheuse) se presenta afın de soigner bebe (pour ne pas dire soigner maman, car, de ce temps-lä, il fallait cacher tout aux enfants). J'ignorais €videmment ce qui se passait au juste et, sans doute ä cause de ma curiosit&, mon pere me prit en dessous de ses bras et descendit les escaliers, pretextant qu'il me fallait lui donner un coup de main pour preparer le diner. Comme je l'ai d&jä indique, mon pöere Etait proprietaire de la maison que nous occupions, une maison pas trop grande pour les parents et les sept enfants’. La demeure Etait construite de grosses pierres; l'&table annexe 6&tait faite de bois tress&s couverts de glaise. Un jour, papa decida de d&molir l'etable et l'&curie qui se trouvaient au fond du jardin, car c'etait du bois et de la glaise aussi. Les deux vieux bätiments allaient &tre remplac&s par une construction en briques. L’entrepreneur dEsigne fut le beau-frere de mon pere, mon oncle Alexandre de Dolhain. L'oncle arriva, accompagne€ de
79 quelques hommes, un lundi apres-midi. Ils commenc&rent tout de suite la d&molition. Parmi les spectateurs se trouvait naturellement ma möere; et, je me rappelle tres bien qu'un ouvrier lui a demande la diff&rence entre une femme et un essuie-mains. La r£ponse ä cette devinette, je l'ai connue plus tard. Maman, au lieu de repondre tout de suite, envoya d'abord son fils, qui est votre pere, au village pour aller chercher de la bi@re. & 7 ren vi 5 “ DO A A FE 5 Ad Ss 53 A N E 7 3 4 * N 7 27 DE ; | CN u 7 < ER = A ) Eu] ” \ 7A 1 Lig PS 3] = 7A da Les parents de l’auteur. Jacques Guillaume LENNARTS (* Teuven, 1870 + Sippenaeken, 1937) et Elisabeth Hubertine ORTHMANS (* Hombourg, 1870 + Sippenaeken, 1931). Ce clich€ date vraisemblablement de la fin des annees 1920.
80 Le bätiment devait &tre achev€ normalement en 1914, mais, helas, la guerre Eclata! Les travaux furent interrompus et repris plus tard. Nous pümes alors nous servir de l'6table et de la porcherie. DEUXIEME PARTIE Lorsque ma möre devait s'absenter, elle me mettait dans une petite ferme, chez deux vieux celibataires. L'un d'eux Etait paralyse des mains et des jambes et se prenommait Etienne. L’autre, plus valide, s'appelait Pierre Joseph*. Etienne fumait comme un Turc; j'£tais son garcon de courses pour aller chercher son tabac, pes€ et conditionn€ en sachets. Ses pipes en terre cuite cassaient a tout bout de champ ä cause de sa paralysie. Vous le voyez, dans mon enfance, j'Etais d&jä fort occupe! Je me rappelle bien, c'&tait une vieille ferme, oü le fumier se trouvait ä cinq ou six mötres de la porte d'entr£e. Au printemps, les bergeronnettes se promenaient dans la cour et sur le fumier, balancant leur longue queue. Je courais parfois apres elles, mais elles Etaient plus rapides que moi. Un jour, alors que le temps €tait splendide, nous &tions assis ä l'ombre dans la cour. Les petits Ooiseaux nous tenaient compagnie, et moi, comme toujours, je m'amusais ä essayer d'en attraper un. Monsieur Etienne me conseilla d'aller chercher du sel chez Micke (c'&tait la ni&ce des deux vieillards et en meme temps leur servante); cette derniere comprit tout de suite; j'en recus une poign&e, et me voilä parti derri&re les oiseaux pour leur mettre le sel sur la queue. Le succ&s ne fut pas grand, mais je m'amusais, et le pauvre vieux avec moi! Au mois de septembre, temps des noisettes, Monsieur Etienne se promenait le long des haies pour trouver des noisettes; il me montrait ces prEcieux fruits a l'aide de sa canne. En effet, j'Etais tellement presse d'en trouver que, dans ma precipitation, j'en loupais la plupart. Tout se passa bien jusqu'a l'äge de six ans, l'äge de fr£quenter V'&cole. A partir de ce moment lä, je n'eus presque plus le temps d'aller voir mon petit vieux qui devenait de jour en jour plus petit et courbe. Mes devoirs du soir ne me laissaient en effet plus le
81 temps d'effectuer les commissions habituelles. Etienne en &€tait tres decu. Mais croyez bien que personne ne pouvait quitter la maison avant d'avoir termine des devoirs. Maman y veillait! Printemps de 1914, un jour de repos. Alors que je joue en compagnie de mon ami dans les graviers le long de la route avec un peu d'eau puis&e dans un petit puit pr&s du talus, arrive Monsieur le Cure, qui me dit de me laver les mains et de rejoindre ma mö@re. Le K souhait du cur€ Etait que je remplace un acolyte devenu trop äge. Il n'&tait guere concevable d'opposer un refus äMonsieur le Cure, car il fallait faire comme mes freres, qui, eux aussi Etaient passe par lä. Ecolier de la premi&re annee, je n'Etais pas en mesure d'apprendre le latin, ni de le lire. Voila mon enfance presque terminee! A midi, et le soir, apres avoir achev€ mes devoirs, le confiteor et toutes les rEponses de la liturgie me furent inculquees peu ä peu par ma mö@re; ne demandez pas combien de temps cela dura! Au mois d'aoüt de cette m&me anne 1914 Eclate la guerre. Je me souviens tr&s bien: les Allemands en ligne de cinq ou six soldats passaient sans discontinuer. Parmi eux, il y en avait un qui me fit signe de le rejoindre, mais ma r£ponse fut un "non" cat&gorique, prEcisant: "je ne marche pas avec les Prussiens"®. D'autres soldats essayaient d'attraper de jeunes poules, sans doute pour faire un festin lors de la premi&re halte. Dans la soirge, alors que le plus gros des troupes Etait passe, ma soeur, mon petit fröre Eugene et moi fümes Evacu6&s vers la Hol- Jande, oü des parents de mon pere nous recurent avec une certaine nostalgie!®. Les Pays-Bas n'Etaient pas en guerre, mais le ravitaillement y Etait contingent€, probablement parce que les autorit&s de ce pays avaient trop vendu ä l'’Allemagne. En tout cas, ma pauvre möere GEtait oblig&e de se procurer du pain en fraude pour nous donner ä manger et, malgrE sa peine, nous tions contraints de manger de pain moisi. Ma möere avait aussi E€vacue un grand coffre contenant des linges et de l'£toffe que mon pere avait achet&s äl'usine 0ü il travaillait; c'&taient des restes et des pi&ces mal r&ussies qu'il pouvait acquerir a prix reduit. De retour ä Sippenaeken, lorsque le plus gros des troupes eut quitte le secteur, les classes, ou plutöt la classe commenca. Mais
82 cette fois ci, en allemand. Notre commune fut scindee en deux par une ligne de fils Electriques, afin d'empecher les jeunes gens belges de gagner les Pays-Bas, de s'y embarquer pour la Grande-Bretagne et de rejoindre l'arm&e belge en France. TROISIEME PARTIE Mon frere Alphonse &tait rest& en Hollande, de peur que les Allemands ne le ramassent pour le faire travailler chez eux. Il avait 18 ans au d£but de la guerre et Etait trop jeune pour s'engager dans T'arm6e. D’ailleurs, mon pere Etant de souche hollandaise, Alphonse devait d'abord demander la nationalit& belge. Puisque nous Etions en p£riode de guerre, cette d&marche n'Etait pas facile. Finalement, par le truchement du secretaire communal, il arriva 3 ses fins et put demander ä passer en Grande-Bretagne. Ses lettres Etaient expediees en Hollande, chez des parents, et lues par mon pere qui travaillait dans une ferme situge vraiment ä cheval sur la frontiere. Cette exploitation se trouvait sur le territoire de la commune de Teuven et se d&nommait Giveld. Mon p&re ne pouvait pas risquer d'apporter les lettres ä ma mö@re, parce qu'il fallait pour cela passer plusieurs postes allemands qui gardaient la frontiere, ainsi que les fils Electriques dont je vous ai parl& pr&ce&demment!!, Un jour, pour faire plaisir ä ma mö&re, et sans qu'elle ne le sache, il avait risqu€ le coup mais fut pris par les Allemands et amen€ au poste. La chance lui sourit: l'officier a qui il devait r&pondre de son acte Etait aussi pere d'un fils qui Etait au front. Apr&s avoir promis de ne plus recommencer, mon pere fut reläche le matin möeme et maman put lire la lettre. Apres son instruction en Grande-Bretagne, mon frere fut envoy€ en France et puis au front belge ä Ypres. Mais pour moi et ma soeur Bertha commencait une longue periode de prieres pour qu'Alphonse revienne sain et sauf. C'etaient des neuvaines l'une apres l'autre ä Notre-Dame du perpetuel Secours et des communions tous les jours. La journ&e debutait par les prieres, la messe que je devais servir et la sainte communion. Apres la neuvaine et apr&s avoir tir& mes souliers, je pouvais penser ä une maigre tartine. Pour aller en classe, on ötait les souliers et on
84 MR aa A 2 Lan DL Ol EL BA ; A mE SL "a VP 1 A il Am h amp En Je U Weste ruans A IL An De ES ETE77) van A A Ca AU A a | 5 Ja a 2 er SE A ji A TEE 133 4 %) 8 ac 351 6. 2 & e, =; A 3} A Sn A FE ZI Ha :# a EZ N SENT A se A LEE EN ER NO VEN SS 6 ER WINE ZEN AN a A N STEPHAN ET Le «rideau de fer» Erig€ par les Allemands le long de la fronti&re belgo- hollandaise. On reconnait, en arriere-plan, ä gauche, le chäteau de Beusdael. Ja bete en fraude jusque chez nous, mais que donner ä manger ä V'animal, alors que nous n'avions nous-memes droit qu'a deux tranches et demie de pain par jour et par personne? Voilä du travail pour ma soeur et pour moi! De la farine, il n'en fallait pas dans V'imme&diat, puisque la pauvre bete devait d'abord grandir. Que lui donner alors? Des Epluchures de pommes de terre? Elles Etaient fort rares aussi! Il fallut donc recourir aux grands moyens. Que faire? En r&coltant des orties et des chardons plats, coup6s et cuits avec l'eau de vaisselle (fort maigre aussi de ce temps-lä), on parvint ä le nourrir et ä avoir un cochon d'environ quarante ä cinquante kilos. Mais ensuite, il fallait de la farine. Comment s'en procurer? Mon ptre, toujours tr&s Eveill&, d&cida que les enfants (ma soeur et moi) pourraient aller glaner dans les champs du laboureur pour lequel il travaillait. Nous voilä donc partis un apr&s-midi pendant les vacances. On devait traverser un grand bois et nous marchions presqu'une heure avant d'arriver sur les lieux. Apr@s avoir travaille pendant plusieurs jours, nous Etions parvenus ä ramasser une quarantaine de kilos de grains. Mon pere, toujours aussi d&voue pour les siens, ramena le fruit de nos r&coltes ä la maison; cependant, on ne pouvait pas donner les grains au moulin pour les
85 moudre. Que faire? Le cochon ne peut consommer les grains non moulus. L’'ingEniosit& de mon pere Etait sans mesure. Nous avions chez Nous un vieux moulin ä cafE. Puisque le caf& nous manquait, autant moudre les grains de c&reales. A qui incomba la täche? Naturellement ä maman et ä moi. Il Etait impossible de travailler longtemps d'affilge, car le moulin devenait chaud et il fallait alors interrompre l'operation pour quelques heures. On parvint äavoir un cochon de nonante kilos, mais il fallait aussi tuer la bonne bäte. Ce qui n'etait encore rien! Il Etait n&cessaire aussi de la brüler pour faire disparaitre les poils, et comment, comment faire de telle sorte que les Allemands ne s'en apercoivent pas? Laissons le soin A papa de trouver la solution. Puisque l'&curie Etait voütee, il n'y eut aucun inconvenient ä y effectuer l'operation. Une fenetre donnant sur le jardin fut ouverte pour la fumee et ainsi, sans difficult&s de la part des Allemands, on a eu un peu de viande. Et puisque ca avait bien march€, pourquoi ne pas recommencer au printemps? Ce qui fut d&cide. Ainsi, mon temps d'enfance se passait sans que je n'aie le temps de jouer. Car, vous le verrez dans la suite, d'autres travaux s'ajoutaient pour remplir ma journee. QUATRIEME PARTIE Je vous ai dit que ce n'Etait pas tout; eh bien non, loin de 1ä! Je vous ai parle des orties et des chardons que nous devions couper dans les prairies. N'&tant pas fermiers, nous n'avions pas de prairies. Il fallait donc aller dans celles des fermiers. Certains voyaient ca d'un bon oeil; d'autres n'Etaient pas contents et nous chassaient de leurs propriet6s. Le reEcipient pour r&colter les chardons Etait une manne assez grande qui devait toujours Etre bien pleine. Car, il ne fallait pas que ma mö@re, qui Etait une forte personne, s'enfonce aux trois quarts dedans en y mettant les pieds. Le cas Eche£ant, on devait faire demi- tour, et poursuivre la r&colte. Apres avoir Et& coup€s en petits morceaux, les chardons &taient cuits. Avec du charbon? II n'y en
86 avait presque pas, et le petit demi mötre cube qu'on avait devait Etre mis de cöt€ pour !'hiver. Du gaz? Il n'y en avait pas. Quant a l'&lectricit€, elle n'existait pas (la seule lumi@re &tait celle du jour, et la lueur d'une bougie pour le soir). Restait le bois. Qui dit bois, dit aussi coupe. Mon pere y consacrait tous ses jours f&ri€s. II coupait des haies, si les fermiers le voulaient bien. Sinon, c'est dans le bois de Beusdael qui appartenait au comte d'Oultremont qu'il achetait le n&cessaire. Maman et moi, nous nous rendions le mercredi et le samedi apr&s-midi dans le bois pour faire des fagots et ranger les gros morceaux afin de pouvoir les transporter chez nous. Le transport Etait effectue par le fermier qui occupait mon pere pendant la guerre. Il fallait rentrer alors le bois pour qu'il söche et ensuite le couper ä la longueur voulue par ma mö&re. Un potager assez grand entourait la maison de trois cöt6s. Maman bechait. Papa plantait, le samedi soir ou le dimanche matin trös töt pour que les voisins ne s'apercoivent pas qu'il travaille le dimanche. L’arrachage des mauvaises herbes incombait aux enfants, comme l'entretien du sentier, qui devait toujours &tre convenablement nettoy&, surtout pour le samedi soir. Ne nous attardons pas sur la r&colte, dont ma m&re s'occupait pendant toute V'annee. Pour avoir un beau jardin, il fallait beaucoup de fumier. Vous allez dire que, puisqu'on habitait la campagne, il y avait forc&ment des fermiers et que, par cons&quent, il y avait du fumier. Detrompez-vous, car les fermiers n'avaient que ca pour faire pousser les herbes. Alors, que faire? Encore une fois, mon pere se tira d'affaire. Il Etait arriv€ ä se procurer quatre roues en acier plein, et donc tres lourdes. Il fabriqua une charrette pour que ma soeur et moi puissions ramasser le crottin des chevaux qui Etaient fort nombreux en ce temps, vu qu'il n'y avait presque pas de voitures. Ainsi, quand le temps le permettait, le mercredi et le samedi apr&s- midi, nous parcourions les routes pour cette besogne pas fort attrayante. Pourtant, la charrette devait &tre bien remplie, sinon le chätiment nous attendait. Et ce n'&tait pas le moindre mal. Parfois, il fallait nous r&soudre ä prendre les petits avec nous, ä savoir ma soeur Josephine et mon petit frere Eugene, dont je vous ai d&jä parl&. Trop petits pour comprendre que nous &tions assez faibles aussi, ils se faisaient conduire . Cela les amusait &videmment, mais
87 nous Etait pEnible a nous. Quand la charrette Etait vide de crottin, le jeu Etait encore supportable; par contre, charger le fumier et aussi les transporter, eux, reprEsentait un veritable fardeau. Dans les descentes, c'Etait encore faisable, mais dans les cötes, ce n'etait plus la m&me chose. Malgre notre fardeau, ils nous emb&taient, et si nous refusions de les conduire, ils restaient ä bouder sur le cöte de la route, sachant fort bien que nous ne pouvions pas rentrer Sans euX. Mon ptre n'€tait pas aussi s&v&re que maman, mais ce qui est vrai, c'est qu'il ne nous voyait que le dimanche. La seule gifle que j'aie recue de mon pere fut provoquee par ma soeur Josephine. Un dimanche, alors que nous €tions seuls avec papa, elle demanda la permission d'aller jouer ä l'exte£rieur. II faisait beau et il avait un peu gele€ durant la nuit; ma soeur, voulant jouer et glisser sur la glace qui se trouvait dans la rigole, tomba, et il Etait facile de s'imaginer dans quel &tat Etait sa robe apres la chute. Le coupable, ce fut moi, puisqu'il en fallait un. La garde des petits m'incombait et je recus la gifle peut-E&tre meritee. Dans les annees de guerre, nous avions aussi des lapins, qui la plupart du temps, Etaient nourris de de&chets de l&gumes. Et aussi un mouton noir, qui ne nous occasionnait pas trop de travail. Une fois qu'il avait de l'herbe en suffisance, nous ne devions plus nous en occuper. Et puis, il nous donnait ce precieux lait. Et de la laine, pour que maman puisse tricoter des chaussettes pour papa et des bas pour les enfants. CINQUIEME PARTIE Au cours de la guerre 14-18, durant l'hiver 1917, mon pere dut Etre opere€ d'une double hernie. Il fut hospitalis€ ä Maastricht, en Hollande. Franchir la fronti&re fut facile pour lui, car il travaillait, pour ainsi dire, sur la limite. Mais, pour aller lui rendre visite, une permission des Allemands &tait requise. Apres de multiples demandes, l'autorisation fut accordee pour ma möre et moi. L'hiver fut rigoureux cette annee 1ä; il y avait 50 a 60 cm de neige ä certains endroits. Maman et moi partimes un apr&s-midi vers Teuven, pour
88 arriver ä La Planck, oü se trouvait le bureau allemand. Nous fümes sEpar&s et nous dümes nous deshabiller; les Allemands fouille&rent alors tous nos vetements, et m&me les souliers. Finalement, nous pouvions continuer notre chemin pour gagner le poste hollandais, oü les agents n'Etaient pas si stricts. De 1a, la route nous conduisait ä Slenaeken, premier village de l'autre cöt€ de la fronti&re. Nous avions alors encore ä monter une cöte d'au moins trois kilometres avant d'arriver enfin chez nos parents (deux soeurs de papa). Ces derni&res Etaient surprises de nous voir, alors que leur fr&re Etait d&jä parti depuis deux heures. Nous restämes loger la nuit chez elles et, le matin, tr&s töt, apres un dejeüner, on reprit la route. Il y avait encore une quinzaine de kilomötres ä marcher. La couche de neige avait augment€ pendant la nuit, mais le chemin du retour * nous parut moins long, puisque nous allions en fait trouver chez nous, bien assis dans son fauteuil, celui qui aurait dü &tre ä l'höpital. Au poste hollandais, les agents furent cette fois passablement plus se6veres, bien qu'ils ne trouverent meme pas les quatre ou cinq chemises que j'avais sur le corps. Chez les Allemands, il n'en alla pas de meme; ils croyaient trouver des lettres ou des papiers de valeur; mais eux non plus ne firent pas de remarque ä propos de mes chemises. Etait-ce parce qu'il faisait froid ou parce qu'il y avait parmi eux un pere de famille conscient des horreurs du temps de guerre? Les formalit&s au poste allemand une fois terminees, nous pouvions partir vers Teuven et traverser le bois de Beusdael en gravissant une longue cöte. Sortis du bois, nous pouvions rapidement voir la tour de l'6glise de Sippenaeken, ce qui nous encourageait ä marcher plus vite encore. Nous trouvämes papa en bonne forme; mais peut-Etre avait-il commis une imprudence en revenant ä pied de Heyenrath ä Sippenaeken, ä travers la neige. Naturellement, par les petits chemins que nous ne connaissions pas. II fut vite retabli et reprit rapidement le travail, ayant ainsi ä nouveau l'occasion de recevoir les rares lettres que mon frere envoyait du front. Lundi de Pentecöte 1917..., jour de pri&re des quarante heures, avant les vepres!?,
89 Un violent orage se dessinait ä l'horizon, mais comme j'Etais acolyte, pas question de rester chez moi! L’orage s'approchait et devenait toujours plus violent, ä tel point que le pauvre vieux sacristain nous demanda de prier, car, disait-il, "je crois que c'est la fin du monde". Un ouragan d&versait des torrents de pluie et la foudre toucha la grande tour d'abord et poursuivit ses ravages en suivant le toit de l'£glise pour atteindre la petite tour, qui abritait une petite cloche, actionnee par les acolytes. Un cäble en acier reliait la cloche ä la sacristie, pourvu ä son extre&mite d'une poignee de protection en bois. La foudre suivit le cäble et brüla trois des sept acolytes presents; les quatre autres, dont j'£tais, et le sacristain, furent projet&s ä m&me le sol, dans le coin de la pi&ce, sans mal il est vrai. Il pleuvait tellement que le cur& ne pouvait gagner la sacristie; les vepres furent abr&ge&es considerablement. Les trois bless&s furent Evacu6s par leurs parents; les autres purent retourner eux-memes. Le plus grand malheur fut d'apprendre que trois jeunes gens qui voulaient passer en Hollande pour rejoindre l'armee belge, et qui croyaient que les Allemands auraient coupe le courant pendant l'orage, furent tu€s sans avoir pu combattre ceux qui Etaient la cause de leur mort. Le comte d'Oultremont, chätelain de Beusdael, fit Eriger un monument en mEmoire de tous ceux qui avaient trouv€ la mort dans le bois de Beusdael en voulant franchir les fils’®. Lors de linauguration, je faisais d&jä partie de la fanfare de Sippenaeken**; j'eus pour la premi@re fois contact avec le vin! Lorsque nous allämes chercher le comte, ainsi qu'a son retour, le vin coula ä flots. J'en bu trop. J'ignore comment je suis rentre et aussi que je suis pass€ devant chez moi. Ne vous demandez pas quel sort m'a €t€ r&serv€ le lendemain ä la maison et ä l'&cole, oü je dus rougir devant tous les &coliers. SIXIEME PARTIE Saint-Nicolas! Ah Saint-Nicolas! Savez-vous que c'est mon frere Alphonse qui nous fit le premier Saint-Nicolas apr@s &tre rentre de la guerre? Auparavant, ma mö@re fabriquait des poup&es, ä partir de d&chets de ve&tements, pour ma soeur Bertha et des petites Charrettes pour moi (construites avec une boite ä cigares et deux bobines de fil en guise de roues).
91 Je me rappelle d'un 6 d&cembre oü on vint ä manquer de petrole et oü nous dümes nous contenter d'une bougie pour faire les devoirs, ce qui nous g&nait beaucoup; en effet, jusqu'au coucher du soleil, la journ&e Etait consacree aux travaux manuels et la lampe ä petrole Etait n&cessaire pour faire les devoirs scolaires. Maman de&cida alors de se rendre en Hollande pour aller chercher du petrole; en son absence, nous devions rester bien sages, pour que le grand saint Nicolas n'ait rien a nous reprocher. Elle avait environ 20 minutes ä marcher avant d'atteindre le premier village hollandais et un magasin oü le pr&cieux liquide Etait en vente. Maman aürait dü &tre de retour apres une heure. Mais, elle s’absenta bien durant trois ou quatre heures. Il nous &tait strictement defendu de sortir dans le noir et, a fortiori, de laisser entrer qui que ce soit. Apres un certain temps, mere rentra, mais sans p£trole. Elle avait Et€ prise par les douaniers hollandais qui l'avaient priee de les suivre au poste, a Epen. Elle fut fouill&e par une femme qui d&cida de confisquer le litre de petrole, puis relächee. Une autre fois, maman voulut r&cup£&rer une belle piece d'&toffe qu'elle avait fait &vacuer au dEbut de la guerre; cette pi&ce Etait destinge äconfectionner un costume pour moi, qui devait faire ma premiere communion. Sa decision d'aller r&cuperer l'&toffe tourna ä la catastrophe. Elle fut änouveau pinc&e par les Hollandais et conduite au bureau. Elle ne pouvait pas se defendre ä cause de la Jlangue, m&me pas en citant des t&moins hollandais. Rien ä faire, elle avait fraude, et bien que l'&toffe Iui appartenait, elle fut confisquee. Lä voilä dans de beaux draps! C'est le cas de le dire! Elle Etait d£&munie d'une pi&ce non seulement fort rare, mais aussi tres coüteuse. Dans l'imm&diat, papa ne devait rien savoir de ce qui Etait arrive ä maman; il ne devait pas apprendre qu'elle prenait des risques inutiles. Mais, comment faire pour d&voiler quand möeme la chose? Le jour de ma premi&re communion arriva et c'est alors seulement qu'elle r&vela tout et avoua sa malchänce. C'&tait Je moment choisi par ma m@&re: pourquoi son mari se serait-il fäche äl'occasion d'un si beau jour, surtout que le dimanche ils se voyaient apröes une semaine d'absence de papa? Tout se passa donc fort bien. Peut &tre y eut-il, a notre insu, quelques explications qui, comme On sait, sont vites r&gl&es par les femmes.
92 Mon pere n'£tait pas seul pour subvenir aux besoins de sa femme et des quatre enfants restant ä la maison. Ma soeur ainee travaillait dans une ferme ä Teuven; on allait la voir de temps en temps, mais on devait traverser chaque fois le fameux bois de Beusdael; c'&tait une heure pour aller et une heure pour rentrer. Il y avait aussi mon frere Joseph qui, de l'autre cöt€ de la ligne des fils Electriques, travaillait €galement dans une ferme et r&ussissait de temps en temps ä faire parvenir son salaire ä maman. Que faire avec tout cet argent? On pouvait acheter des articles au marche noir ä ceux qui avaient plus de chance que ma möre et qui, pour ce trafic, Etaient parfois de möche avec les agents des deux cöt&s, moyennant de l'argent ou des marchandises. Car, ils en avaient autant besoin que nous. Ma mö6re ne restait pas inactive non plus. Elle tricotait pour les gens qui avaient la chance d'avoir de la laine. Elle effectuait aussi des travaux de couture pour ceux qui le desiraient et avaient confiance en elle. Il s'agissait surtout de raccommodages et de confection d'habits de travail. C'est ainsi qu'elle parvenait ä nouer les deux bouts. Au mois de novembre 1918, quelques jours apres l'armistice - c'Etait un dimanche -, apr&s avoir servi la messe de 10 h., en rentrant chez moi, je trouvai la r&compense pour toutes les prieres: mon frere Etait revenu sain et sauf de la guerre. NEanmoins, il avait Et€ hospitalise parce qu'il avait Et€ pris par les gaz et frapp€ de c&citE pendant six semaines. Sa premiere parole pour moi fut: "Ne tV’'approche pas trop de moi". Car, disait-il, ayant dormi dans la möeme paille que les Allemands, il avait des petites betes et ı'avait pas eu le temps de se changer, vu l'avance foudroyante des Belges, une fois que la ligne de front devint mobile. Alphonse &tait revenu ä pied de Liege, en deux Etapes. Le premier jour, jusqu'a Mouland, 0ü habitait son meilleur ami du front; le deuxi&me jour, toujours a pied, de Mouland ä Sippenaeken. Notre joie ne devait pas durer longtemps, car le lendemain de son arrivee chez nous, il devait rejoindre le 14&me de Ligne pour se
93 rendre en Allemagne. II Etait parti sans permission Ecrite de son commandant et avait peur d'&tre pris comme deserteur. Apres quelques mois d'occupation en Allemagne, il fut plac& en conge illimit€ et put ainsi faire le Saint Nicolas pour ceux qui avaient tant pri€ ä son intention. SEPTIEME PARTIE Un jour de vacances, au temps 0ü j'Etais toujours en äge de fr&quenter l'&cole...Un fermier avait E&t& d&rob€ de son autorisation de passer la frontiere, alors que la plupart de ses prairies Etaient sises en territoire hollandais. Il vint trouver ma möre pour que les enfants aillent dans ses prairies &tendre les bouses de vache. Naturellement, ma mö@re accepta, et nous voilä donc partis. Nous n'avions pas parcouru dix metres dans la premiere prairie qu'un poirier portant des poires assez müres attira notre attention. C'Etaient de bons presents'® et, comme nous n'avions pas grand chose ä nous mettre sous la dent, ma soeur Bertha me demanda de secouer l'arbre pour faire tomber des poires. J'etais un peu anxieux et lui demandai si elle n'irait pas rapporter ce fait 4 maman; lorsqu'elle eut jur& de ne rien dire, puisqu'elle en mangerait aussi, je me risquai ä faire le coup. Mais, au lieu d'avoir deux ou trois fruits pour chacun, nous en avions trop. Car, comme on ne pouvait pas les prendre chez nous, par crainte du fermier et de maman, on dut se r&soudre ä laisser trainer le reste dans l'herbe, pour les vaches; ce qui &tait en fait tr&s dangereux pour ces betes, dira le fermier. Figurez-vous! Maman &tait d&jä au courant de ce qui s'£tait passe avant que nous ne soyons rentr&s et ce fut une grande surprise pour nous. Le fermier lui avait dit qu'il ne nous en voulait pas pour les quelques poires que nous avions mang&es, mais ä cause du risque d'&tranglement des vaches. Ce qui comptait pour nous, c'Etait d'&tre delivres de cette sale besogne, et d’avoir eu quelque chose ä nous mettre sous la dent. Mais le prix que nous devions payer &tait lourd; surtout en ce qui me concerne: ma Soeur avait relate les faits ä sa mani@re et avait omis d'avouer que c'etait elle qui m'avait encourag€ ä commettre ce delit, provoque surtout par la faim. Apres Päques 1919, je fus envoy€ ä l'&cole des Freres ä Aubel, pour apprendre le francais. La premiere question que le frere
94 directeur me posa fut: "Connaissez-vous les fractions?" Suite ä ma reponse affirmative, il me sugge&ra de faire un test. Je n'en avais pas peur et fus f£licit€ par le directeur, qui ne connaissait pas mon instituteur pre&cedent, Monsieur CRAVATTE, de Sippenaeken. J'&tais admis dans sa classe, en septi&me anne. II Etait tr&s strict aussi, et il y avait moyen d'apprendre quelque chose chez lui. Mais quelle ne fut pas ma surprise de constater ä la rentr&e suivante qu'un nouveau directeur avait &t& nomme. II Etait trös diff£&rent de son predecesseur. Les El&ves aubelois, qui connaissaient d&jä ce frere, faisaient tout pour l'ennuyer, et par tous les moyens 3 leur disposition. Ils savaient bien, par exemple, , que le frere directeur aimait l'alcool; ce qui fut pour eux la plus grande joie. Mais, rien ä faire! Plus moyen d'apprendre quoi que ce soit. Il se fächait tout rouge et faisait plus de bruit que les €l&ves. Aussi, lorsque j'atteignis l'äge de quitter l'&cole, je demandai ä mon pö&re de la quitter effectivement, car c'&tait pour moi du temps perdu. Je trouvai vite un emploi. C'e&tait dans une chocolaterie ä Verviers, mais cela ne plaisait pas ä mon pere. C'est pourquoi, apre&s un mois de travail, je devais quitter cette usine, sous pretexte que la fabrique ne valait rien de bon pour moi, que je devenais trop päle et trop maigre. Ce qui, d'une certaine facon, &tait vrai. En effet, en plus des huit heures de travail, je devais effectuer chaque jour les trajets par routes et prairies pour arriver ä prendre le train. Cela me demandait cinquante minutes matin et soir. Mais, ]j'y €tais habitu€; j'avais autant de chemin ä faire pour me rendre en classe, et pour raccourcir le trajet, je n'hEsitais pas ä passer par les vieux chemins et les bois. Je me levais ä cinq heures du matin pour prendre le train vers six heures et demie. Mon pöre avait une autre place en vue pour moi, et malgre les conseils du commandant de la gendarmerie (celle-ci se trouvait alors ä deux pas de chez nous), qui m'incitait ä entrer au chemin de fer ou ä la poste, mon pere trouvait toujours le moyen d'&viter que je m'engage. Porteur de de£p&ches ou facteur, je serais toujours en route, et puis il fallait courir trop longtemps avant de pouvoir gagner sa vie. La seule solution: s'engager chez un fermier comme domestique'®. Papa avait d&jä une place en vue, dans une ferme “tenue par une veuve, ses trois filles et un fils, tous plus ägEs que
95 moi. L'exploitation Etait situge ä Ziersdal, pres de Beusdael”; les prairies longeaient le bois qui conduit a Teuven et ä la frontiere hollandaise. HUITIEME PARTIE Me voilä parti avec mon pere, pour m'engager. Quel marchandage! On se serait cru sur un marche aux bestiaux. Je dois dire et vous avouer que ce moment est grav€ dans ma mEmoire et difficile a oublier. Enfin le march€ fut conclu pour 115 francs par mois, aux conditions suivantes: Etre libre un dimanche par mois, et avoir la permission d'assister ä la r£petition de la fanfare chaque vendredi soir ä 20 heures. L'entr&e en service eut lieu le 3 novembre (jour de ma fete)'®. Ma chambre ä coucher se trouvait entre l'£&table des gEnisses, des chevaux, la porcherie et l'£&table des taureaux. Elle comprenait un bon lit et une vieille chaise, sur laquelle Etait d&pos€ le r&cipient d'eau pour la toilette. Le sol Etait couvert de pierres c&ramiques; les murs Etaient chaul&s. T'&tais r&veille& chaque matin au moyen d'une grosse cloche, actionn&e par la vieille dame depuis sa propre chambre, d'oü un cäble en acier Etait reli€ ä 1a cloche dans ma chambre. Je vous assure que ce n'£tait pas fort gai de s'&veiller et d'etre entoure par toutes ces betes qui, au moindre bruit, commencaient leurs chants pour r&clamer de la nourriture. La matin&e commencait par une promenade ä travers les prairies, dans l'obscurit&, pour aller chercher les vaches, qui auraient prefere rester couch6es plutöt que de se lever. Mais, le clairon avait sonne aussi pour elles, et ca, ä 4 h. du matin. Voici les travaux qui devaient Etre effectues avant de penser au petit d&jeüner: aller r&cuperer les vaches, parfois tr&s dispers&es, les rentrer ä l'6table, les traire ä la main, donner ä manger aux cochons, aux chevaux, aux taureaux, aux gEnisses et aux veaux. Puis, nettoyer les Ecuries et les Etables, faire entrer les vaches dans la prairie d&signee par le fils de la famille. D'une certaine facon, ce dernier Etait mon chef, bien que, somme toute, chaque membre de la famille jouait au chef et, en
97 Un jour, au lever, je souffrais d'un tour de reins. J'’avais mal au point qu'il m'Etait difficile de conduire une brouette vide. Quand la brouette Etait chargee, la douleur Etait vraiment tr&s intense. Il m'est arrive plusieurs fois de renverser la brouette, mais alors le travail Etait double. Deux des trois filles faisaient preuve de patience envers moi, mais la troisieme, ägEe de 22 ou 23 ans, rouspetait toujours; c'&tait pre&cise£ment elle pour qui il Etait difficile de se lever le matin. a m | — a If dh > RR. Era j { {* "> " 4 ze ? " KO PD Le 4.7 SZ HA EG # ; Pig } | 0 EEE SE a EEE SE sa La plaque gravee en hommage aux Sippenaekenois combattants de la grande guerre (elle se trouve en facade de l’&cole communale, place Saint Lambert). Alphonse Lennarts, frere ain€ de l’auteur, n€ en 1896 et, comme lui, de souche hollandaise, s’engagea comme volontaire dans l’arm&e beige. «Aprös son instruction en Grande-Bretagne, mon frere fut envoy€ en France et puis au front belge a Ypres. Mais pour moi et ma seur Bertha commencait une longue periode de prieres pour qu’Alphonse revienne sain et sauf...» (Photo: Frangoise DESCY)
98 Mon ptre travaillait a cette €poque pour un certain Huyzer, un Hollandais qui avait achet€ le chäteau de Beusdael avec les fermes et les bois. Ce matin-lä, papa Etait de passage. Il se rendait en fait ä son travail, dans le bois. J'en profitai pour lui raconter ce qui m'arrivait. Apres les encouragements habituels, il me promit d'apporter de l'ouate thermogene que je devais appliquer sur mon dos. Je devais attendre jusqu'au lendemain matin pour avoir le prEcieux colis, et attendre encore le soir, au coucher, pour appliquer V'ouate. Je l'humectai, un peu, un peu trop bien sür, puisque j'ignorais tout du mode d'emploi. En tout cas, j'ai souffert. C'Etait vraiment un supplice. Comme si j'&tais tombe€ dans un tas d'orties! Le lendemain matin, j'£tais gueri. Mais, dans mon lit, il y avait une grande tache jaune, caus&e par l'ouate, qui est jaune. Puisque j'etais gueri, plus question qu'on se moque de moi. Je travaillai comme les autres, et ils furents stupefaits de ce qui Etait arrive. Mais la plus jeune des filles avait fait mon lit le matin m&me, et avait vu la fameuse tache jaune. Cela fut pour les filles l'occasion de me traiter de gäteux, par surcroit. Apr&s avoir expliqu€ ce qui s'etait passe, je leur promis de demander chez moi un drap de lit neuf pour remplacer celui que j'avais abim€. Elles n'accept&rent naturellement pas. Heureusement que j'€tais r£tabli! Car, quelque temps aprö@s, les bovins eurent la fi&vre aphteuse. Quel travail! Il fallait mettre de la chaux ätoutes les portes d'entr&e des Ecuries et des Etables. Et quelle odeur! Les bEtes les plus atteintes Etaient incapables de manger elles-memes. Aussi, on leur ouvrait la gueule pour introduire le foin aussi loin que possible. Je me souviens qu'un jeune taureau, achet€ pour la reproduction, sauta sur un veau avant d'entrer dans l'etable, pour voir ce qui se passerait, et tomba raide mort avant d'avoir mis les pieds dans l'e&table. La vieille fermi&re aimait que je fume la pipe en sa prE&sence, et me procurait pour cela le tabac n&cessaire. Aprös une ann&e de service, je fus remercie. Elle avait de&cide de quitter la ferme, Etant donne€ que deux de ses filles allaient se marier et que, d&s lors, l'exploitation serait trop grande. . (& suivre)
99 NOTES 1 L’auteur n'a donn€ aucun titre a son texte. Celui que j'ai choisi appelle deux remarques: 1. Il est plagi€, mais je ne suis pas en mesure de preciser ä qui en revient la paternit&; 2. Hubert Lennarts n'a exerc€ le metier de valet deferme qu'au dEbut de sa vie professionnelle; or, ses "souvenirs" retracent toute son enfance et toute sa carritre. 2 Bien E&videmment, cela nous donne deux versions, parfois l6g&rement diff&rentes du m&me texte. Mais, le fond reste identique; seule la forme (la rEdaction des phrases) varie alors d'une version 3 !l'autre. De son vivant, mon grand-pere, ä qui je faisais part de tout l'int&r& que prEsentait, a mes yeux, le texte qu'il avait r£dige, m'a avou€ avoir pens€ que "cela pourrait int&resser un journaliste”. 3 Rapport€ par A. BOILEAU, Enquä&te dialectale sur la toponymie germanique du nord-est de la province de Li&ge, t. I: Introduction. Glossaires toponymiques, Liege, 1954, p. 181 (Publications du centre national de recherches dialectales de l'est de la Belgique, fascicule I). 4 Les parents de l'auteur, Jacques Guillaume LENNARTS et Elisabeth ORTHMANS, avaient contract€ mariage le 16 novembre 1893 ä Sippenaeken. De leur union naitront dix enfants (n&s a Sippenaeken entre septembre 1894 et novembre 1912). Trois d'entre eux (Helene, n&e en 1899; St£phanie, n&e en 1900 et Jean, n€ en 1902) mourront respectivement en 1902, 1904 et 1903. Lorsqu'il vit le jour en janvier 1907, Hubert LENNARTS est le cinqui&@me enfant encore vivant de la famille. 5 Cette maison, aujourd'hui demolie, Etait situge le long de la "Kodelstrot" (voir A. BOILEAU, op. cit., p. 183, notice 34). 6 Le chiffre de population cit& (200 habitants) est manifestement sous-estim€ (pour le debut du si&cle en tout cas). Lors du recensement de 1900, on de&nombrait ä Sippenaeken 304 habitants. En 1910, le village en GComptait 332. Il est vrai qu'ils ne seront plus que 198 lors du d&nombrement de 1970. Les Sippenaekenois portaient le sobriquet de "Fohsefreater", en bon allemand: Fuchsfresser, qui signifie: mangeurs de renards, parce qu'autrefois, lorsque le pays Etait peupl& de nombreux renards, les pauvres se nourrissaient de la chair de ces animaux (entendu sur les lieux)" (voir J. Th. DE RAADT, Les sobriquets des communes belges (blason populaire), Bruxelles, 1903, p. 424. Un demi si&cle aprös DE RAADT, le germaniste A. BOILEAU attribue ce sobriquet aux habitants d’Epen; selon lui, les gens de cette localit& du Limbourg hollandais, sont ainsi designes par leurs voisins de Sippenaeken! Voir A. BOILEAU, op. cit., p. 178). Il est curieux de noter que Hubert LENNARTS, jusqu'a la fin de sa vie, a toujours veill& a poss&der chez lui une ou deux langues de renard s6ch&es, qu'il utilisait comme rem@de contre le zona (dont il semble pourtant n'avoir jamais souffert lui-m&me; il r£duisait ces langues en poudre qu'il administrait gratuitement aux personnes souffrant de cette maladie et qui s'adressaient a Iui pour obtenir ce "rem@de" sans en connaitre la nature exacte! Il affirmait detenir cette recette de son p&re ... Il faut pre&ciser que l'auteur n'a jamais
100 exerce en qualit& de "rebouteux" pour d'autres maladies que le zona. de Sippenaeken avec les goupils? 7 NM est vrai que la propriet€ familiale n'Etait pas fort spacieuse. D'apres une matrice cadastrale du de£but du si&cle, sa contenance n'est que de 5 ares 10 centiares (en 1915). La maison seule ne couvre que 40 mötres carr€s au sol! Les parents LENNARTS ont rachet& cette petite propriet& en 1902 apr@s le dec?s (survenu en 1901) de Nicolas ORTHMANS (le beau-pere de Jacques Guillaume LENNARTS), qui en €tait proprietaire et qui a pass€ la fin de ses jours dans le mEnage du jeune couple. (Archives communales de Sippenaeken conserv&es ä l'administration communale de Plombi@res, matrice cadastrale, deuxi&me volume, article 250. Ce document est intitul& "Matrice cadastrale (premi@re partie), ou liste des proprietaires avec relev6s de leurs proprietes foncieres non bäties et bäties, renseignant Egalement les personnes jouissant de droits rEels, d'usufruit, d'emphyt&ose et de superficie, ainsi que le revenu net imposable 3 la . contribution fonci&re”). 8 Sur ce point, la m&moire de l'auteur semble bien fidele. Le registre de population de Sippenaeken pour la periode 1910-1920, en son volume 1, folio 15 (administration communale de Plombi&res) nous apprend qu'au n° 16 de la Koddelstraet vivaient Pierre Joseph FLAS, c£libataire, n& a Sippenaeken en 1848 (chef de famille) et son frere (veuf) Jean Etienne, n€ a Sippenaeken en 1842. Marie Catherine FLAS, n&e a Montzen en 1883 est bien la ni&ce des deux vieillards, et le registre de population la renseigne comme €tant leur servante. 9 Au lecteur de juger s'il parait plausible qu'un gamin de sept ans ait pu avoir pareille attitude, ou si les sentiments patriotiques de l'’auteur devenu adulte lui ont inspir€ de toutes pi&ces cet Episode ol il se presente comme une esp&ce de heros faisant face aux hordes teutonnes deferlantes des premiers jours d'aoüt 1914. 10 La famille de l'auteur est originaire du Limbourg hollandais, ou vivent encore de nombreux parents (a Slenaeken, Voerendaal, Wittem ... Mheer...) Son pere poss&dait d’ailleurs la nationalit& n&erlandaise et a accompli son service militaire aux Pays-Bas. 11 Voir ci-apr&s la photo n° 3. Ce veritable "rideau de fer" &rige par les Allemands entre les Pays-Bas et la Belgique sur une longueur de quelque vingt-huit kilom@tres prot&geait la fronti&re des Trois Bornes ä Gemmenich jusqu'a la Meuse. Dans le but, notamment, d'empöcher de jeunes Belges de gagner les Pays-Bas (qui ne participaient pas au conflit) et, par 1ä, de rejoindre l'armee de leur pays. Un courant d'une puissance de 2.000 volts devait dissuader les candidats au passage... En r£alit€, la clöure fut pos&e ä quelque distance du trac&€ de la fronti&re, si bien qu'il existait 4 Gemmenich et Sippenaeken une zone frontali&re ä l'interieur de laquelle certains habitants vivaient comme prisonniers. Voir W. MEVEN, Ein Stück Vergangenheit, in Im Göhltal, n° 35, 1984, p. 105-106 et aussi les notes intitul&es Ein Denkmal hält die Erinnerung wach, in Im Göhltal, n° 49-50, 1991, p. 160. 12 Ces quarante heures de pri&re se r£partissaient &videmment sur plusieurs jours
101 et non sur un seul (quatre fois dix heures?) Cette ancienne tradition €Etait honor6&e, dans la plupart des paroisses du doyenn€ de Montzen, a l'occasion de la No&l (a Montzen, La Calamine...). A Sippenaeken, a en croire les souvenirs de !l'auteur, c'est la föte de la Pentecöte qui voyait se relayer les paroissiens (souvent regroup€s par associations ou mouvements) a l'Eglise pour ce moment privil&gie de priere (suivant informations aimablement communiqu&es par Monsieur le Doyen van MELSEN, cur€ de Montzen et de Hombourg). 13 Au sujet de ce monument, et notamment sur le sort que lui r&serva l'occupant allemand au cours de la seconde guerre, voir M. LENNARTS, L'occupant allemand et sa politique culturelle dans l'Amt Montzen. Histoire d'une imposture avort£e, in Bulletin du Credit communal, n° 182, Bruxelles, 1992, p. 55-57 et Im Göhltal, n° 52, 1993, p. 17-20. 14 La fanfare de Sippenaeken fut fond&e en 1883. Elle recut le titre de "Royale" en 1930 (suivant informations recueillies dans ]'historique de cette societ€ musicale, publi& en 1983 dans le programme - non pagin€ - des festivit&s organisees a l'occasion de son centenaire). Le pere de l'auteur en Etait membre aussi (voyez la photo n° 6). La vie musicale aura toujours une place importante dans l'existence de l'auteur. Pendant son adolescence, alors qu'il est valet de ferme, les r£petitions et prestations de la fanfare representent ses seuls moments de loisirs (voyez infra, huiti&me partie). 15 Il est vraisemblable que !l'auteur, en utilisant le substantif "pr&sent" a voulu designer en rEalit€ une vari€t€ de poires ainsi dinommee. 16 Le pere de l'auteur a lui-m&me exerc& la profession de valet (domestique) de ferme jusqu'a son mariage en novembre 1893. Il a Et& en service, notamment, dans la ferme "Weide" a Montzen, exploit&e par Pierre Joseph NUSSEN, n€ a Montzen le premier mars 1813. Il a €&t& domicili€ ä cette adresse (Streversdorp, 77) du 10 mars 1892 au 26 novembre 1893 (voir administration communale de PLOMBIERES, registre de population de Montzen pour la preriode 1890- 1900, folio 87). 17 Le lieu- dit Ziersdal est situ€ sur Sippenaeken. A. BOILEAU, op. cit., p. 185, prEcise qu'il y a 1ä "une grosse ferme de construction relativement r¢e". 18 Sans doute le 3 novembre 1921. Traditionnellement, l'ann&e de travail des domestiques, valets et servantes au service d'un maitre expirait ou commencait le jour de la Toussaint (voyez infra, neuvi&me partie in fine). Il s'agit d'un usage ancien, semble-t-il, attest& d&jä au XVIIIeme si&cle notamment ä Montzen, et dans d'autres r£gions de V'actuelle Belgique. Il Etait r&pandu en France aussi. A Montzen, durant tout le XVIIIe&me siecle, c'est durant le seul mois de novembre que plus d'un cinqui&me des fianc&s scellaient leurs destinees. La frequence des mariages au mois de novembre s’explique d'abord parce qu'il prec&de le temps de l'Avent (temps clos pour !l'Eglise, au cours duquel il Etait en principe interdit de se marier), mais aussi ä cause de ce facteur "d'organisation professionnelle" des gens de maison. Tant qu'ils Etaient en service chez un maitre, ils ne pouvaient se marier. Une fois libe&res (ä la Toussaint) de leur engagement qui les liait enti&rement ä leur patron, cela
102 devenait possible. Ace sujet, voyez M. LENNARTS, Un acte religieux, un fait social: le mariage A Montzen (1696-1795), Louvain-la-Neuve, janvier 1984 (m€moire in£dit de licence en histoire present€ a l'U.C.L.), p. 177-180. Voyez encore supra, note (16). Le pere de l'auteur s'est mari& en novembre 1893, aprös la fin de son contrat de domestique dans une ferme montzennoise. Au terme de la publication des huit premi@res parties de ces "mEmoires", je voudrais remercier Monsieur BERTHA d'avoir accueilli ces pages d@s que la proposition Iui en a &t€ faite... Un grand merci aussi 4 mon €pouse, Francoise DESCY, qui a contribue largement ä faire la toilette de ce texte avant de le dactylographier.
103 Der Schmetterling in meinem Garten von Louis Bindels Was hält so'n kleiner Schmetterling Von Reisen um die Welt? Er sitzt in meinem Garten drin, Weil's ihm dort gut gefällt. Ein Turm, der schief in Pisa steht, Und Gondeln aus Venedig Tauscht er nicht für mein Blumenbeet, Das ist ihm viel zu wenig! Noch nie war er in Österreich, Sah nie die Towerbrücke, Doch gern sitzt er am Gartenteich Im Schilf mit einer Mücke. Er kennt auch nicht den Eifelturm, Und wenn, zu welchem Zwecke? Denn schön ist auch ein Regenwurm, Selbst eine rote Schnecke. Nie war er im Atomium, Wie käm er auch nach Brüssel? Doch oft schon auf der Sonnenblum' Putzte er seinen Rüssel. Nichts weiß er von der Reeperbahn Und mag auch nicht den Rummel. Doch hier teilt er einen Löwenzahn Mit einer schicken Hummel. Was ist denn schon ein Zuckerhut, Ein Bungalow in Spanien, Wenn hier die Drossel singen tut Im Baume der Kastanien?
104 Auch wenn es mal geregnet hat, Dann saß er voller Wonne Still unter dem Rhabarberblatt Und träumte von der Sonne. Ein Vogel, der auch Meise heißt, Der hat hier sein Revier, Drum hat er ihn auch heut verspeist So zwischen drei und vier. "Nun ist er tot und aus der Traum", So dacht' ich, "ach wie schad!" 5 Dabei sitzt er im Apfelbaum Gleich über dem Spinat. Als ich nun in den Garten ging, Da hab' ich still gedacht: "Wie so ein kleiner Schmetterling Den Garten schöner macht!"
105 In Memoriam Am 7. Januar 1996 verstarb zu Neu-Moresnet im Alter von 72 Jahren unser Vorstandsmitglied Herr Freddy Steinbeck. EU Mit ihm verlieren wir BO ein Gründungsmitglied, PO das .die. Arbeit der 8 —__ Göhltalvereingung als Si - Kassierer über beinahe 30 Se Jahre maßgeblich mit- GE + gestaltet hat. A ® A Alle, die ihn gekannt Pi u haben, wußten seine Sach- AN ___ kenntnis und seine Zuver- . VYU lässigkeit zu schätzen. : 7 Seine Arbeit in der Ver- Bl einigung hat Freddy Steinbeck immer still, aber mit großem Verantwortungsbewußtsein getan. Durch seine Hilfsbereitschaft und sein freundliches Wesen hatte er sich viele Freunde gewonnen, nicht nur im Kreise des Vorstandes. Der Name Freddy Steinbeck wird für immer mit der Geschichte der ersten drei Jahrzehnte der Göhltalvereinigung verbunden bleiben und wir wer- den seiner immer gerne gedenken. Der Vorstand
106 Tätigkeitsbericht 1995 von Freddy Nijns Das Berichtsjahr 1995 konnte mit einer sehr positiven Bilanz abgeschlossen werden; fast alle unsere Veranstaltungen fanden bei unseren Mitgliedern einen regen Widerhall. Zudem stieg die Mitgliederzahl um rund hundert Einheiten an. Wie üblich, deckte das Programm mit Vorträgen, Ausflügen, Wanderungen und Ausstellungen eine breites Spektrum an heimatkundlichen Sachgebieten ab. Vorträge Den Reigen der Veranstaltungen eröffneten wir mit der satzungs- gemäßen Generalversammlung, die am 22. Jan. 95 im Kultur- heim "Select" stattfand und mit einem Diavortrag von A. Bertha über die vorjährige Mehrtagesfahrt in die Bretagne abgerundet wurde. Die Mitgefahrenen genossen diesen Rückblick, die ande- ren bedauerten, nicht an der Fahrt teilgenommen zu haben. Einen Videofilm über das Göhltal von der Quelle bis zur Mün- dung zeigten wir am 14. Dezember. Die Filmautoren (H. und T. Weckx-Jutte, Landgraaf) zeigten sehr einfühlsam die Schönhei- ten des Göhltales, das mit seinen vielfältigen und abwechslungs- reichen Landschaftsformen und seiner reichen Flora besondere Beachtung verdient. Exkursionen und Wanderungen Eine Fahrt ins Sauerland unter der Leitung von F. Schroeder führte die "Göhltaler" am 1. und 2. April 95 nach Arnsberg, wo sie durch den Vorsitzenden des dortigen Heimatvereins, Herrn Acker- mann, Herrn Museumsdirektor Dr. Rehrmann und Herrn Stadtarchivar Gosmann betreut wurden. Auf dem Programm stan- den eine Besichtigung des Besucherbergwerks Ramsbeck, wo mehr als 450 Jahre lang (bis 1975) Zink abgebaut wurde, ein Abstecher nach Eversberg mit seinen schönen Fachwerkbauten, eine Füh- rung durch die ehemalige Propsteikirche von Arnsberg und ein
107 Besuch des Stadtmuseums mit anschließender Stadtführung. Die warmherzige Aufnahme in Arnsberg und die vielen Sehenswür- digkeiten hinterließen bei allen Mitfahrern einen tiefen Eindruck. Die nächste Fahrt, am 19. April, führte unter der Leitung von Herrn Willy Palm zum Braunkohlekraftwerk Niederaußem b. Bergheim, wo der Tagebau und die Rekultivierungsgebiete größ- tes Interesse erregten. Am 23. April 95 stand eine geologisch-historische Wanderung auf dem Programm. Unter der Leitung von Herrn Dr. Nik. Schmitz (VHS-Aachen) konnten die Teilnehmer zwischen Hergenrath und Bleyberg rund 330 Millionen Jahre in die Erdgeschichte zurück- gehen und die Entstehung des "Kohlekalks" an Gesteins- formationen entlang der Göhl verfolgen. Auch die Vererzungen im Bereich Kelmis und Bleyberg boten dem Geologen Gelegen- heit zu interessanten Ausführungen. Am jährlichen Treffen der Geschichtsvereine in Prüm, am 7.5.95, vertraten der Vorsitzende H. Lennertz und A. Bertha unse- re Vereinigung. Das Treffen mit Vorträgen, Ausfahrt und Podi- umsdiskussion war in den Rahmen der Gedenkfeiern zum 50. Jahrestag des Kriegsendes gestellt worden und kreiste thematisch um das Geschehen 1944-45. Wegen der Parlaments- und RDG-Wahlen mußte die Fahrt zur Oosterschelde auf den 14.5.95 vorverlegt werden. Diese Ganz- tagsexkursion stand unter der Leitung von Herrn Walter Meven. Nach der verheerenden Sturmflut vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 entstand der "Delta-Plan", ein gigantisches Flutwehr- projekt, das durch Damm und Schleusen bei Hochwasser die Oosterschelde gegen die hineinströmende Nordsee abschirmen sollte. Das in der Wasserbaugeschichte einmalige Unternehmen wurde 1986 vollendet und ist inzwischen zu einer touristischen Attraktion ersten Ranges geworden. Filmvorführungen, Schiffahrt und Modellanlage zeigen dem Besucher ausführlich, welche Lei- stung hier vollbracht worden ist. ) Die am 11.6.95 unter der Leitung von Frau Astrid Schmitz statt- gefundene Vennwanderung führte von Baraque Michel zum Kreuz der Verlobten und zeigte das Venn in der Frühjahrs- vegetation. Der Höhepunkt in unserem Veranstaltungskalender war auch im Jahre 1995 wieder die Mehrtagesfahrt, die unter der Leitung
108 unseres Präsidenten vom 11. bis 16. Juli in die norddeutschen Städte Bremen, Hamburg und Lübeck führte und die Teilnehmer etwas näher bekannt machte mit der Hanse, der norddeutschen Backstein- architektur, dem reichen Kulturleben dieser Städte und den Schön- heiten der Landschaft. "Cats" und "Das Phantom der Oper" run- deten das Programm der Fahrt auf gelungene Weise ab. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Aachen boten wir am 24. September 95 eine geologisch-geschichtliche Venn- wanderung an. Dr. N. Schmitz und F. Pauquet zeigten den Teil- nehmern "Tonalit und Vennwacken im Hertogenwald am NW- Rand des Hohen Venns". Ausstellungen . Unter dem Thema "Natur- und Landschaftsfotografie zwi- schen Sippenaeken und Raeren" stellte der in Hauset ansässige Fotograf Heiko Barg vom 7. bis 22. Oktober 95 im Museum in Neu-Moresnet großformatige Landschaftsaufnahmen und Kirchen- innenräume aus dem Göhltal vor. "Erste Gehversuche einer jungen Künstlerin" (G-E) waren die Werke von Frau Myriam Benoit-Conrath, die vom 4. bis 19. November eine Anzahl ihrer Werke im Museum ausstellte. Blu- men, Stillleben, Landschaften und Personen gaben einen Überblick über die maltechnischen Ausdrucksweisen dieser jungen Künstle- rin, die unter der Anleitung von Frau Marga Benner-Roy€ (Kunst- dozentin an den Volkshochschulen von Aachen und Düsseldorf) arbeitet.
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